Diskutieren
1 /
© getty
Ein Skandal-Tor feiert Geburtstag. Vor 50 Jahren knallte der Schuss von Geoff Hurst gegen das Torgebälk von Hans Tilkowski und landete nach der Meinung von Schiedsrichter Gottfried Dienst hinter der Linie
© getty
Lange wurde über die Rechtmäßigkeit des Tores gestritten. In 1990er-Jahren erklärte schließlich eine Studie der Universität Oxford, dass das Tor nicht hätte zählen dürfen. Im Jahr 2006 kam eine weitere Untersuchung zum selben Schluss.
© getty
Den Engländern wird es egal sein. Das Spiel endete 4:2 n.V. - das Resultat war die einzige Weltmeisterschaft der Three Lions. Im Mutterland heißt der historisch "Nicht-Treffer" übrigens schlicht "Das dritte Tor" oder "Ghost goal".
© getty
Ein wenig Genugtuung bekam die deutsche Fußballseele 44 Jahre später, als Frank Lampard in Bloemfontein ein klares Tor erzielte, welches den 2:2-Ausgleich im WM-Achtelfinale bedeutet hätte. Das Referee-Gespann sah den Aufprall jedoch vor der Linie.
© getty
Kein Tor im Wembley-Stil, aber das erste Phantom-Tor in der Bundesliga erzielte Reinhold Wosab im März 1965 im Spiel Borussia Dortmund gegen KSC. Sein Treffer zum 4:1 war durch das Außennetz ins Tor gelangte. Ein Wiederholungsspiel gab es nicht.
© imago
1978 erlebte die 2. Bundesliga ein Phantomtor - Borussia Neunkirchen gegen Stuttgarter Kickers: Beim Stand von 3:3 ging ein Schuss von Dieter Kobel am Tor vorbei. Der Ball sprang von hinten am Netz so hoch, dass der Eindruck entstand, er sei im Tor...
© getty
...angesichts der Fernsehbilder wurde das Spiel nicht gewertet und neu angesetzt; die Kickers gewannen das Wiederholungsspiel mit 1:0. Es war das erste Mal, dass eine so genannte Tatsachenentscheidung nicht Bestand hatte.
© getty
Das vermutlich bekannteste Phantomtor gelang Thomas Helmer 1994 für den FC Bayern gegen Nürnberg. Helmer beförderte in einer undurchsichtigen Situation den Ball Richtung Tor. Er verfehlte und der Ball rollte am linken Pfosten vorbei...
© getty
...der Linienrichter signalisierte ein Tor. Osmers erkannte den Treffer an. Im Nachhinein erklärte der DFB das Tor für ungültig. Daraufhin wurde das Spiel neu angesetzt. Bayern gewann das Wiederholungsspiel mit 5:0 und wurde Meister, der Club stieg ab.
© montage
Bei der EM 2012 hatte England wieder Glück. Marko Devic schießt beim Stand von 0:1 Joe Hart an, der Ball segelt Richtung Tor, Terry klärt erst hinter der Linie. Referee Viktor Kassai lässt weiterlaufen. Auch der Torrichter reagierte nicht.
© getty
2010: Beim 5:0-Sieg des MSV gegen den FSV Frankfurt in der 2. Liga prallt ein Tiffert-Schlenzer gegen die Latte, der Ball springt klar vor der Linie auf. Der FSV nimmt's mit Galgenhumor: "So kommen wir wenigstens in jedem Jahresrückblick vor."
© getty
Der Aufreger der vergangenen Jahre: 2013 geht ein Kießling-Kopfball ans Außennetz des TSG-Kasten. Durch ein Loch im Netz gelangt der Ball ins Tor. Brych entscheidet auf Tor. Leverkusen gewinnt, ein Einspruch bleibt ohne Erfolg.
© getty
Die Geschichte des Hoffenheimer-Torklaus Teil 1: Beim Saisonauftakt 2009/10 gegen Bayern prallt ein Simunic-Kopfball an den Innenpfosten, von dort über die Torlinie. Rafati erkannte das Tor nicht an, weil der Assistent falsch lag. Die Partie endete 1:1.
© getty
Der zweite Torklau ereignet sich gegen Nürnberg: Vollands Heber landet klar hinter der Torlinie, doch Referee Kinhöfer und sein Assistent sehen es nicht. Das kostet Hoffenheim beim 2:2 den Sieg.
© getty
DFB-Pokalfinale 2015 zwischen Bayern und dem BVB. Dante klärte einen Hummels-Kopfball hinter der Linie – das Tor wird nicht gegeben. Es wäre die BVB-Führung in der 64. Minute gewesen. Am Ende setzten sich die Bayern 2:0 nach Verlängerung durch.
© getty
In Zukunft bleiben die Streitereien um nicht gegebene Treffer aus - zumindest bei den Profis. Mit ausgeklügelter Torlinientechnik reagierte die FIFA schließlich auf anhaltende Diskussionen.