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Platz 10, Mika Häkkinen vs. David Coulthard: Schon in der ersten Saison krachte es. In Portugal fuhr Häkkinen dem Schotten ins Heck, der eine Ewigkeit an der Box wartete, um doch weiterzufahren und schließlich mit zu viel Tempo zur Reparatur zu kommen.
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Glücklicherweise waren sie professionelle Zeitgenossen. Erst 1999 der nächste Zwischenfall: Während WM-Konkurrent Schumacher seinen Beinbruch kurierte, drehte DC den Fliegenden Finnen in Spielberg. Häkkinen musste von hinten aufholen, Ferrari gewann.
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Drei Läufe später: Häkkinen startete in Spa nur zögerlich, Coulthard war auf der Außenbahn vorn. Doch Häkkinen übertrieb und verbremste sich, fuhr dem Schotten in die Seite. Er rettete mit schwerwiegenden Handlingproblemen den zweiten Platz ins Ziel.
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Platz 9, Juan Pablo Montoya vs. Kimi Räikkönen: Feuer und Eis, heißblütiger Kolumbianer gegen eisigen Finnen - auf der Strecke war's kaum zu bemerken. Rücksichtslosigkeit wurde Montoya immer wieder vorgeworfen, nachdem er sich McLaren 2005 anschloss.
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Die Situation wurde frustierend: Alonso stand bereits als neuer Fahrer für 2007 fest, Montoya legte enttäuschende Leistungen auf die Strecke. In Kanada überholte er zwar Michael Schumacher, landete durch einen Fehler aber danach in der Mauer.
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Auch beim nächsten Rennen in den USA lief es eher mittelmäßig: Acht Autos kollidierten nach dem Start, Montoya fuhr seinem eigenen Teamkollegen ins Auto. Sieben Tage später war seine Formel-1-Karriere beendet. McLaren-Mercedes setzte ihn vor die Tür.
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Platz 8, Nigel Mansell vs. Nelson Piquet: Auf der Strecke begegneten sich die Williams-Piloten sportlich und fair, doch außerhalb trieb der Brasilianer ein wildes Spiel. Der Doppelweltmeister akzeptierte nicht, dass die Nummer zwei ihm ebenbürtig war.
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Als der ihn in Schaltfehler trieb und vier Rennen in Folge gewann, war der Faden bis aufs Äußerste gespannt. Trotz neun Williams-Siegen wurde McLarens Prost Champion, weil Piquet Setup-Tricks nicht weitergab und Mansell beim Finale der Reifen explodierte.
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1986 verlor Piquet bei einem Unfall 80 Prozent seiner Weitsicht, holte dennoch die WM. Den Skandal gab es nach dem Williams-Abschied. Mansell sei "dumm", dessen Frau "hässlich". Ein weiteres Highlight: Piquet klaute Klopapier, als Mansell Durchfall hatte.
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Platz 7, Niki Lauda vs. Alain Prost: Was passiert, wenn man zwei Politiker in ein Team holt? Sie bekämpfen sich nicht nur auf der Strecke. "Wegen 5000 Dollar hat Watson mir den Prost eingebrockt", regt sich der Österreicher noch Jahre später auf.
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Ende 1983 wollte John Watson vom McLaren-Teamchef diese Gehaltserhöhung, doch zeitgleich verließ Prost nach einer Liebelei mit der Ehefrau seines Bosses Renault. Lauda musste also den Professor bekämpfen, verlangte bessere Porsche-Motoren und mehr Tests.
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Die Sticheleiein hinter dem Rücken des anderen machten sich bezahlt: Lauda gewann seine dritte Weltmeisterschaft mit einem halben Punkt Vorsprung, obwohl der Franzose im Qualifying ein ums andere Mal schneller war und das letzte Rennen für sich entschied.
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Platz 6, Jochen Mass vs. James Hunt: Das nächste McLaren-Duell: Hermann the German gegen den Londoner Lebemann. Mass war nicht viel langsamer, doch sein Teamkollege bekam die leistungsstärkere Ausbaustufe der Cosworth-Motoren und war damit unschlagbar.
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Ob es das war, was Mass dazu brachte, seinen Teamkollegen 1977 beim Kanada-GP nicht vorbeizulassen? Nur der Ausgang ist bekannt: Hunt drehte vollkommen durch, als er mit dem Münchner kollidiert war, und wollte Mass angreifen.
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Der Streckenposten, der sich dazwischenstellte, bekam einen Schlag ins Gesicht. Hunt musste dafür 2000 US-Dollar blechen und weitere 750, weil er zur Box zurückkehrte, ohne die Sicherheitsvorschriften zu beachten.
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Platz 5, Gilles Villeneuve vs. Didier Pironi: In Imola rasten die Ferrari 1982 an der Spitze des 14 Autos großen Feldes, während die FOCA-Teams boykottierten. Die Scuderia-Leitung hielt ihren Fahrern Schilder mit der Aufschrift "Slow" entgegen.
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Villeneuve befolgte die Stallorder, Pironi nicht. Er überholte, Villeneuve konterte, und doch ging der Franzose wieder vorbei. Den Ferrari-Kommandeuren standen Schweißperlen auf der Stirn, in der letzten Runde sicherte sich Pironi den Sieg.
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Die Konsequenz des erbitterten Kampfes war verheerend: Villeneuve sinnte auf Rache und schwor, nie mehr ein Wort mit Pironi zu reden: "Von jetzt an herrscht Krieg." Beim nächsten Rennen im belgischen Zolder raste er im Abschlusstraining in den Tod.
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Platz 4, Nico Rosberg vs. Lewis Hamilton: Und wo stehen die heutigen Mercedes-Piloten in dieser Reihe? Sicher noch nicht ganz oben. Senna vs. Prost hat schon durch die Zeit, die seitdem vergangen ist, mehr Renommee.
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Doch zwei Freunde aus Jugendtagen, die sich schon im Kart aufs Härteste duellierten und später in einem Formel-1-Team wieder aufeinandertreffen, bilden die Grundlage für eine überragende Filmgeschichte.
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Der Eklat von Spa, als Rosberg dem Teamkollegen den Reifen aufschlitzte, das vermeintliche Parkmanöver im Monaco-Qualifying, der packende Kampf in Bahrain - es fehlt zum filmischen Highlight nur noch eine überraschende Wendung beim packenden Finale!
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Platz 3, Fernando Alonso vs. Lewis Hamilton: McLaren. Das Duell des Doppelweltmeisters gegen den ungestümen Rookie schrieb Formel-1-Geschichte. Nicht nur, weil Kimi Räikkönen den Teamkollegen den Titel 2007 mit je einem Zähler Vorsprung wegschnappte.
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Schon in den USA drohte Alonso mit der Faust, weil Hamilton ihn nicht vorbeiließ. In Ungarn machte Hamilton in der Quali wieder keinen Platz. Beim Reifenwechsel blockierte der Spanier sekundenlang den Stellplatz, obwohl der Lollipop schon lange oben war.
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Die Stewards bestraften ihn. Schlimmer: Alonso drohte, einen brisanten E-Mail-Verkehr der FIA zusenden. "Spygate" nahm seinen Lauf: McLaren hatte Daten von Ferrari verwendet. Die Strafe: Der Ausschluss aus der Konstrukteurs-WM und eine saftige Geldstrafe.
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Platz 2, Sebastian Vettel vs. Mark Webber: Die beiden Red-Bull-Kollegen duellierten sich regelmäßig auf der Strecke. Es begann 2010 in Istanbul: Der Jungspund wollte an seinem in der WM und im Rennen führenden Teamkollegen vorbei und crashte.
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Das Auto musste er abstellen, nebenbei zeigte er Webber auch noch den Vogel. Drei Rennen später nahm das Team dem Australier den letzten Frontflügel der neuesten Modifikation weg, der Australier gewann dennoch und ließ ein paar flotte Sprüche ab.
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Und dann? Webber ignorierte mal die Teamorder und gefährdete Vettels Titel unnötig, in Malaysia eskalierte es 2013: Vettel überholte trotz Verbot ("Multi21"), Webber revanchierte sich, als er im Ziel Zentimeter am Weltmeister vorbeirauschte.
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Platz 1, Ayrton Senna vs. Alain Prost: Der siebte Teil der McLaren-Reihe - der beste Stoff, den es geben kann. Senna eröffnete den Kamikaze-Krieg in Portugal 1988, als er seinen neuen Teamkollegen rücksichtslos in Richtung Boxenmauer drückte.
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Letztlich holte er den Titel und Prost rührte einen Giftcocktail an. Er packte ihn aus, als Senna den vereinbarten Nichtangriffspakt in Imola brach. Beim Japan-GP 1989 dann der Höhepunkt: Die entscheidende Schlacht in der Rekordsaison von McLaren.
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Senna überholt, Prost schlägt die Tür zu. Nur Senna kann weiterfahren und wird Dritter. Doch Prost protestiert. Die FIA disqualifizierte den Brasilianer, weil er nach dem Unfall nicht die Schikane abgefahren war. Prost nahm den Titel mit zu Ferrari.

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