Tennis

Wimbledon Saison 2018

Wimbledon - Finale

London, England01.07.2019 - 14.07.2019
K. Anderson
Match beendet
 
N. Djokovic
K. Anderson
N. Djokovic
 
1. Satz
2. Satz
3. Satz
2
2
63
6
6
77
Centre Court | Finale
Spielzeit: 02:19 h
Letzte Aktualisierung: 11:23:23
Anderson
Djokovic
Abschied
 
Mit diesen Worten des nun viermaligen Wimbledonsiegers Novak Djokovic wollen wir uns nach zwei Wochen Spitzentennis nun aber von Ihnen und aus SW19 verabschieden. Wir hoffen, Sie hatten ähnlich viel Spaß wie wir und würden uns freuen, Sie schon bald wieder bei uns begrüßen zu dürfen - bis dahin sagt Oliver Stein nun aber stellvertretend für das ganze Team Danke fürs Mitlesen und Goodbye from London!
Djokovic
 
Und natürlich kommt auch der Sieger bei der Pokalübergabe noch mal zu Wort: ''Das hier ist das Größte. Denn zum ersten Mal hab ich heute jemanden, der die ganze Zeit ''Daddy! Daddy!'' schreit. Dass mein Sohn das hier miterleben kann, bedeutet mir so viel. Aber ich möchte natürlich auch Kevin gratulieren, der zwei harte Matches hinter sich hat: Wir sehen uns sicher wieder.''
Anderson
 
''Glückwunsch an Novak, das war richtig gut heute'', so Anderson nach dem Match. ''Ich war allerdings auch ziemlich kaputt und man will natürlich sein Bestes zeigen. Aber manchmal geht es eben nicht. Ich kann meinem Team gar nicht genug danken.''
Fazit
 
Lob gebührt aber auch Kevin Anderson, der heute zwar nur im dritten Durchgang wirkliche Gegenwehr leisten konnte, sich aber keinerlei Vorwürfe machen muss: In den vergangenen zwei Wochen hat nämlich auch der Südafrikaner gezeigt, dass er in die Weltspitze gehört, die immer mehr zu einer Party für Über30-Jährige wird - sein zweites Grand-Slam-Endspiel wird wohl nicht sein letztes gewesen sein.
Fazit
 
Am Ende könnte man wohl lange darüber diskutieren, wie fit oder eben nicht Kevin Anderson nach seinen Marathons im Viertel- und im Halbfinale wirklich war. Aber darunter würde nur das verdiente Lob für Novak Djokovic leiden - denn der Serbe meldete sich hier in Wimbledon eindrucksvoll zurück in der Weltspitze, gewann seinen 13. Grand-Slam-Titel und tat das über alle sieben Runden hinweg mit einer richtig starken Leistung.
2:6, 2:6, 6:7
Und das war's: Mit einem letzten Servicewinner krönt sich Novak Djokovic zum Wimbledon-Champion 2018!
2:6, 2:6, 6:6
 
Immerhin: Matchball Nummer eins wehrt Anderson noch mit einem Smash ab, aber bei 6:3 serviert Djokovic nun selber zum Turniersieg.
2:6, 2:6, 6:6
 
Nein, da geht wohl nichts mehr: Mit einer leichten Vorhand, die ins Netz rasselt , gibt Anderson den Punkt zum 2:6 ab und serviert nun gegen die Niederlage.
2:6, 2:6, 6:6
 
Oho! Anderson kann das zunächst mal kontern, mit einem starken Return geht es zum Minibreak und dem 2:5. Geht da doch noch was beim Südafrikaner?
2:6, 2:6, 6:6
 
Fünf Satzbälle hatte Anderson in diesem dritten Durchgang, jetzt steht Djokovic kurz davor, fünf in einem einzigen Spiel zu haben: Ein Servicewinner vor dem Seitenwechsel führt zum 5:1.
2:6, 2:6, 6:6
 
Und das scheint Anderson zugesetzt zu haben: Über den zweiten Aufschlag kommend marschiert der Südafrikaner ans Netz und muss sich gleich noch mal von einem Ball vor seine Füße ausspielen lassen - erneutes Minibreak und 4:1 für den Djoker!
2:6, 2:6, 6:6
 
Aber nicht lange, denn der Djoker holt sich gegen Andersons Aufschlag das Minibreak zum 3:1 - der Passierball mit der Vorhand longline war ein Traum.
2:6, 2:6, 6:6
 
Kein Problem für Djokovic: Mit der Vorhand longline geht es zum 1:1, mit einer Vorhand longline zum 2:1. Alles in der Reihe!
2:6, 2:6, 6:6
 
Anderson hält seinen ersten Aufschlag mit einer schönen Vorhand Inside-Out, 1:0.
2:6, 2:6, 6:6
 
Nur kurz dazu: Anderson ist bei diesem Turnier 4.4 nach Tiebreaks, Djokovic 1:0. Ob das was zu bedeuten hat? Eher nicht ... auf geht's.
2:6, 2:6, 6:6
 
Während sich Djokovic mit dem Publikum an seiner Grundlinie ein Zwiegespräch liefert hat er trotzdem noch Luft für einen Servicewinner und ein Ass - 6:6, wir gehen in den Tiebreak.
2:6, 2:6, 6:5
 
Auch Djokovic kann seinen folgenden Spielball nicht nutzen und lädt Anderson erneut zum Einstand ein. Irgendwann wird der Südafrikaner mal eine dieser Chancen nutzen ...
2:6, 2:6, 6:5
 
Alles oder Nichts von Anderson, der mit der Vorhand einfach nur so gut es geht draufholzt - aber auch den fünften Satzball kann Djokovic bei Vorteil abwehren, weil sein erster Aufschlag sitzt. Einstand, die zweite!
2:6, 2:6, 6:5
 
Cool, cooler, Djokovic? Auch den vierten Satzball wehrt der Serbe mit einer gefühlvollen Vorhand Inside-Out aus dem Halbfeld ab - Einstand nach 15:40!
2:6, 2:6, 6:5
 
Satzball Nummer drei wehrt Djokovic mit einem Servicewinner ab. Bleibt noch der vierte ...
2:6, 2:6, 6:5
 
Mit einem Servicewinner kann der Djoker zwar verkürzen, aber Anderson profitiert hinterher vom nächsten wilden Schwinger des Serben - 15:40 und zwei weitere Satzbälle für den Südafrikaner!
2:6, 2:6, 6:5
 
Und schon wieder hat der Djoker arge Probleme! Erst patzt er mit der Vorhand, dann kann ihn Anderson mit einem herrlichen, cross gespielten Gegenstopp ausspielen - 0:30!
2:6, 2:6, 6:5
 
In jenem Tiebreak ist Anderson immerhin schon mal drin: Dank einer schwachen Vorhand von Djokovic kann der Südafrikaner auf 6:5 stellen und den Serben so zwingen, ein zweites Mal gegen den Satzverlust aufzuschlagen.
2:6, 2:6, 5:5
 
Ohne Doppelfehler geht es dann auch weiter zum 40:0, weshalb man sagen könnte: Das Momentum ist in dieser Phase klar auf der Seite des Südafrikaners. Mal sehen, ob sich Djokovic zumindest in den Tiebreak retten kann ...
2:6, 2:6, 5:5
 
Für Feuer braucht es einen Eimer Wasser: Mit einem Ass und einem trockenen Servicewinner legt Anderson ratzfatz zum 30:0 vor. So macht man das!
2:6, 2:6, 5:5
 
Gleich seinen ersten Spielball nutzt Djokovic nach der Abwehr von zwei Breakbällen dann auch und gleicht zum 5:5 aus - was dem Serben einen ausgiebigen Jubler entlockt. Hier steckt ganz schön Feuer drin!
2:6, 2:6, 5:4
 
Anderson retourniert richtig gut, aber Djokovic kann den Südafrikaner ins Sliceduell zwingen - bis der die Geduld verliert und einen Vorhandschwinger rechts in den Korridor kloppt. Vorteil und Spielball für den Serben - und Anderson hat erst mal keine Challenge mehr übrig.
2:6, 2:6, 5:4
 
Wieder ist es die Vorhand von Djokovic, die Anderson den Satzgewinn kostet. Aber die Mienen in der Box des Serben wirken zum ersten Mal heute wie versteinert ...
2:6, 2:6, 5:4
 
Kein Problem für den Djoker, der diese Situation ganz cool und mit einem Gewitter aus guten Vorhandbällen auflöst und am Ende mit dem Stopp zum Einstand punktet. Aber Anderson bekommt gleich die nächste Chance - weil Djokovic sich NOCH EINEN Doppelfehler leistet. Vorteil und Satzball Nummer zwei für den Südafrikaner!
2:6, 2:6, 5:4
 
Es gibt den Satzball: Mit seinem zweiten Doppelfehler in diesem Aufschlagspiel gibt Djokovic doch tatsächlich den Punkt zum 30:40 ab!
2:6, 2:6, 5:4
 
Ein Doppelfehler des Djokers bringt dem Südafrikaner dann zwar das 15:15, aber der Serbe legt per Servicewinner umgehend wieder vor. Doch Anderson lässt sich diesmal nicht so einfach abschütteln und gleicht nach einem Netzroller des Djokers mit der Vorhand Inside-Out zum 30:30 aus. Gibt das den Spiel- oder vielleicht doch den Satzball?
2:6, 2:6, 5:4
 
Fünfte Challenge von Anderson, zum vierten Mal liegt der Südafrikaner daneben - 15:0.
2:6, 2:6, 5:4
 
Herrlich, wie Anderson den Stopp von Djokovic erläuft und seinen diagonalen Gegenstopp nur Zentimeter hinter das Netz spielt - 5:4 für den Südafrikaner, der sich sicher gern in den Tiebreak retten würde.
2:6, 2:6, 4:4
 
Wow, so cool muss man auch erst mal sein: Mit zwei Assen in Folge (das zweite erneut mit dem zweiten Aufschlag) stellt Anderson ganz ruhig auf 40:15. Djokovic bleibt da nur das Kopfschütteln ...
2:6, 2:6, 4:4
 
Neben der Spannung steigt mittlerweile auch die Rate der emotionalen Ausbrüche unserer beiden Hauptdarsteller. Beim Servicewinner zeigt Anderson zu seinem gewohnten ''Come on!'' gleich auch die Faust - den Doppelfehler des Südafrikaners quittiert der Djoker mit einem leisen Anfeuerungsruf. 15:15!
2:6, 2:6, 4:4
 
Seine beiden folgenden Aufschlagwinner quittiert der Djoker dann mit einem langgezogenen Aufschrei - da nutzt Anderson auch die Challenge nichts, das ist das 4:4.
2:6, 2:6, 4:3
 
Ob Djokovic davon genervt oder einfach nur kurz unkonzentriert ist, ist unklar. Klar ist aber, dass Anderson mit einem furchtbar glücklichen Netzroller zum 30:40 und der nächsten Breakchance kommt - die der Serbe aber umgehend abwehrt. Einstand!
2:6, 2:6, 4:3
 
Es geht doch! Wieder erwischt Anderson seinen Return prima und legt dann eine Vorhand Inside-Out aufs Linieneck. Djokovic nimmt da sofort die Challenge - aber der Ball war tatsächlich um einen halben Zentimeter auf der Linie. 30.30!
2:6, 2:6, 4:3
 
Nicht schlecht! Mit einer Vorhand longline retourniert Anderson Djokovics ersten Aufschlag perfekt. Aber während wir alle noch staunen, hat der Djoker schon zwei Servicewinner aus der Kiste gekramt - 30:15.
2:6, 2:6, 4:3
 
Den zweiten Spielball nutzt Anderson dann aber ganz trocken mit seinem dritten Ass des Aufschlagspiels - 4:3 für den Südafrikaner, der hier endlich zu sich und seinem Spiel gefunden zu haben scheint.
2:6, 2:6, 3:3
 
... doch den Spielgewinn verschiebt Djokovic zunächst mal mit einem Slice in Andersons Rückhand. 40:15.
2:6, 2:6, 3:3
 
Kein Problem für Anderson, der mit einem Ass loslegt und sich dann in einem der seltenen langen Ballwechsel das 30:0 erarbeitet. Darauf folgen dann ein Ass mit dem zweiten Aufschlag und das 40:0 ...
2:6, 2:6, 3:3
 
Es bleibt dabei: Kevin Anderson hat in diesem dritten Satz noch nicht einen Punkt bei Aufschlag Djokovic gewonnen. Drei Mal Aufschlag, drei Mal zu Null, 3:3 - alles in der Reihe.
2:6, 2:6, 3:2
 
Bei allem Lob für Anderson muss man aber natürlich auch sagen: Der Djoker agiert hier weiterhin fehlerfrei. Eine herrliche Rückhand wird von zwei Punkten über Andersons Vorhand eingerahmt - 40:0.
2:6, 2:6, 3:2
 
Und plötzlich haben wir ein richtiges Match! Also mal abgesehen vom 2:0 nach Sätzen - aber Anderson bringt auch sein drittes Aufschlagspiel in Durchgang drei durch und legt zum 3:2 vor. Irgendwie schade, dass die unbekümmerte Haudrauf-Mentalität des Südafrikaners jetzt erst durchschimmert ...
2:6, 2:6, 2:2
 
Knifflig, aber Anderson bleibt bei 0:15 ganz cool - zwei Servicewiner sorgen für ausreichend Konter und das 30:15. Auch zum 40:15 kommt der Südafrikaner dann relativ mühelos ... aber dann schaltet sich Djokovic mit dem Passierball auf den Körper doch noch mal ein. 40:30.
2:6, 2:6, 2:2
 
... und zu Null geht es dann auch zum 2:2. Alles in der Reihe in Satz drei!
2:6, 2:6, 2:1
 
Wie schon in seinem ersten Aufschlagspiel des dritten Satzes hat Djokovic auch im zweiten keine Probleme. Über Andersons Vorhand geht es zum 30:0, mit einem Aufschlagwinner durch die Mitte zum 40:0 ...
2:6, 2:6, 2:1
 
Eine zu lange und eine viel zu kurze Vorhand des Djokers besiegeln dann das 2:1 für Kevin Anderson, der wenig überraschend nicht den Eindruck macht, als habe er hier schon fast verloren - sondern eher den eines Mannes, der kaum auf das nächste Marathonmatch warten kann.
2:6, 2:6, 1:1
 
Wichtig, dass Anderson das kurzzeitige 0:15 schnell drehen und in ein 30:15 verwandeln kann. Wie gesagt: Solange sein Erster sitzt, läuft es beim Südafrikaner ...
2:6, 2:6, 1:1
 
Zu Null tütet der Djoker sein Service dann auch ein und gleicht mühelos zum 1:1 aus - auch das ist für einen so tapfer kämpfenden Gegner wie Anderson natürlich ein Schlag in die Magengrube.
2:6, 2:6, 1:0
 
Aber Djokovic spielt hier weiter nahezu unantastbar. Ob in der Offensive oder der Defensive, der Serbe ist immer da, wo er sein soll - 40:0.
2:6, 2:6, 1:0
 
Für alle später dazu gestoßenen Leser sei übrigens nochmal gesagt: 0:2-Sätze, das ist sozusagen Andersons Spezialität _ zuletzt musste das im Viertelfinale ein gewisser Roger Federer erfahren, der in den Sätzen drei bis fünf phasenweise an die Wand gespielt wurde.
2:6, 2:6, 1:0
 
... und tatsächlich: Ein weiterer guter erster Aufschlag bringt Anderson das 1:0 und damit seine allererste Führung in diesem Match. Chapeau!
2:6, 2:6, 0:0
 
Umso wichtiger, dass Anderson hier endlich mal einen guten Start in einen Satz erwischt. Zwei Servicewinner und ein Netzangriff sorgen zumindest schon mal für das 40:15 ...
Zwischenfazit
 
Während der Djoker kurz in die Kabine verschwunden ist, müssten wir eigentlich analysieren. Das fällt uns heute allerdings schwer, denn der Leistungsunterschied ist schlichtweg viel zu groß - während Anderson mit sich, seiner Physis und den Rasenfehlern kämpft, spielt Novak Djokovic Rasentennis, wie es im Buche steht.
2:6, 2:6
Zwei knackige Aufschläge später ist dann auch der zweite Durchgang zu Ende: Mit Leichtigkeit schnappt sich Novak Djokovic die letzten fehlenden Zähler und geht nach Sätzen mit 2:0 in Führung.
2:6, 2:5
 
Breakball ja, Break nein: Djokovic schaltet seinen Kopf kurzerhand wieder ein, spielt clever und lässt Anderson ganz viel laufen - Einstand.
2:6, 2:5
 
Wahnsinn: Da ist der erste Breakball für Kevin Anderson, weil er mit der Vorhand cross ganz stark retourniert. Auf geht's!
2:6, 2:5
 
Szenenapplaus gibt es für Anderson aber noch mal, weil er einen schönen Stopp rauszaubert. Und das beflügelt den Südafrikaner plötzlich, mit einer irren Rückhand longline auf 30:30 zu stellen!
2:6, 2:5
 
Anderson spielt immer so lange mit, wie Djokovic ihn lässt, sobald der Serbe aber das Tempo anzieht, kann der Südafrikaner meist nicht mehr mithalten - 30:0.
2:6, 2:5
 
Einen Spielball kann Djokovic noch abwehren, den zweiten nutzt Anderson aber mit einem Vorhandschuss aus dem Halbfeld - nur noch 2:5 aus der Sicht des Südafrikaners.
2:6, 1:5
 
Es sei ihm gegönnt: Bis zum 40:0 produziert Kevin Anderson ein gänzlich dramen-freies und unkompliziertes Aufschlagspiel.
2:6, 1:5
 
Andersons 24. Unforced Error ist aber nicht weit, sodass Djokovic das Spiel am Ende mit der Vorhand longline eintüten kann - Anderson hatte nach wie vor keine einzige Breakchance.
2:6, 1:4
 
Manchmal kommt es einem so vor, als wüsste der Djoker schon, wo Anderson hin schlägt, bevor der den Ball überhaupt spielt. Manchmal schleichen sich aber selbst beim Djoker leichte Fehler ein - Vorteil und zurück, die erste.
2:6, 1:4
 
Oho! Zum ersten Mal heute kommt Anderson bei Aufschlag Djokovic zum Einstand, weil der Serbe erst mit der Vorhand patzt und Anderson anschließend mit der Vorhand cross direkt punktet - 40:40!
2:6, 1:4
 
Auch das kennen wir schon: Irgendwie kommt Anderson zum 0:15 - und läuft dann in eine Wand aus Sliceaufschlägen, Longlinebällen und einer fantastischen Vorhand cross, bei der Anderson nur kopfschüttelnd daneben steht. 40:15!
2:6, 1:4
 
Geplanter, kontrollierter und taktisch solider kann man auf rasen kaum spielen, das sag ich gern noch mal. Novak Djokovic macht hier fast alles richtig (wenngleich sein Gegner auch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte zu sein scheint) und ist auf dem besten Wege zu seinem dritten Wimbledon-Titel - aber noch ist natürlich nicht aller Tage Abend. 4:1 und erneut das Doppelbreak vor für den Djoker.
2:6, 1:3
 
Der nächste erzwungene Fehler von Anderson bringt Djokovic dann schon das 15:30, woraufhin alles seinen gewohnten Lauf nimmt: Mit einem Doppelfehler schenkt Anderson den Punkt zum 15:40 und zwei Breakbällen ab.
2:6, 1:3
 
Immerhin (was ich im Zusammenhang mit Anderson heute viel zu oft sage) kann der Südafrikaner mal eine Challenge durchbringen und zum 15:0 vorlegen. Aber der nächste Passierball des Djokers vor seine Füße sorgt dann doch wieder für das 15:15 ...
2:6, 1:3
 
Ohne Mühe geht es für den Serben dann auch zum 3:1 - das sieht schon wieder alles arg nach einem ganz unkomplizierten Satz aus.
2:6, 1:2
 
Ein Servicewinner und ein weiteres Ass von Djokovic sorgen dann auch schon wieder für das 40:15 und zwei Spielbälle. Einzig Kevin Anderson dürfte wissen, wie er sich hier das Break zurückholen will - bei Aufschlag Djokovic hat der Südafrikaner gerade mal 5/29 Punkten gewonnen.
2:6, 1:2
 
Oho! Tatsächlich kann der Südafrikaner im längsten Ballwechsel der Partie über die Rückhand des Djokers auf 0:15 stellen. Dumm nur, dass der in solchen Fällen meist ein Ass in petto hat - 15:15.
2:6, 1:2
 
Unter dem Strich steht für Anderson aber immerhin der gehaltene Aufschlag und damit das 1:2 - vielleicht gibt ihm das ja noch mal etwas frischen Schwung.
2:6, 0:2
 
Verrückt: Mitten im Ballwechsel fällt Anderson ein Ball aus der Hosentasche, sodass der vielversprechende Punkt wiederholt werden muss. An manchen Tagen geht einfach alles schief ...
2:6, 0:2
 
Seinen vierten Spielball kann Anderson bei Vorteil auch nicht nutzen, weil er sich mal wieder einen Doppelfehler leistet. Irgendwie treten die beim Südafrikaner immer in den ungünstigsten Momenten auf ...
2:6, 0:2
 
Au weia: Der Rahmentreffer von Anderson ist zwar ein Unfall, der Punkt aber trotzdem futsch: Einstand, 40:40!
2:6, 0:2
 
Anschließend schaltet sich der Djoker dann aber doch wieder ein, punktet zwei Mal über Andersons Vorhand und verkürzt auf 40:30. Das dürfte die Box des Südafrikaners gleich wieder nervös werden lassen ...
2:6, 0:2
 
Andersons Ass und seinen Servicewinner zum 30:0 feiert das Publikum auf jeden Fall frenetisch. Das beflügelt den Südafrikaner auch gleich noch zu einem Vorhandwinner die Linie entlang ...
2:6, 0:2
 
Mit zwei klassischen Servicewinnern tütet Djokovic sein Aufschlagspiel dann auch ein, bestätigt das Break und legt zum 2:0 vor. Woher Anderson hier die Kraft für das ganz große Comeback ziehen will, weiß wohl niemand so genau - aber gegen Roger Federer hatte der Südafrikaner ja auch schon mit 0:2-Sätzen hinten gelegen ...
2:6, 0:1
 
Ohne Überraschungen geht es weiter, weil Djokovic sich wieder am Riemen reißt und Anderson ein bisschen laufen lässt - 30:15.
2:6, 0:1
 
Anderson zum 0:15, was ist denn da los? Ah, klar, ein Doppelfehler vom Djoker - alles andere wäre da auch eine echte Überraschung gewesen.
2:6, 0:1
 
Ob fitnessbedingt oder nicht, es ist eine Demontage: Anderson challenged die Vorhand von Djokovic, die war aber auf der Grundlinie - 1:0 und erneut das frühe Break vor für den Serben.
2:6, 0:0
 
Mit seinem zweiten Aufschlag gewinnt Anderson bislang nur 31 Prozent der Punkte (4/13) - den nächsten nutzt Djokovic, um zum 40:15 zu punkten und sich damit erneut zwei Breakchancen zu erspielen ...
2:6, 0:0
 
Leider hat auch die kurze Behandlung wenig geholfen, denn Anderson bekommt nach wie vor kein Bein auf den Boden. Der nächste gute, weil lange Return des Djokers sorgt schon wieder für ein 15:30 ...
Zwischenfazit
 
Das ist natürlich ganz schön bitter: Nicht nur spielt Novak Djokovic hier bisher allerfeinstes Rasentennis und wirkt dabei konzentriert, kontrolliert und clever - nein, der zu beginn sehr nervöse Kevin Anderson hat offenbar auch noch Schmerzen am Schlagarm, wie der zweite Besuch des Physiotherapeuten beweist. Nach über 21 Stunden Spielzeit in sechs Matches ist das wohl leider kein Wunder ...
2:6
Eine halbe Stunde ist gespielt, da ist Satz eins Geschichte: Mit einer zu langen Vorhand verabschiedet sich Kevin Anderson aus diesem Durchgang und geht mit hängenden Schultern zur Bank zurück.
2:5
 
Kein Problem für den Djoker: Zwei wilde Rückhandbälle von Anderson sorgen für das 40:15 und zwei Satzbälle.
2:5
 
Serve-and-Volley vom Djoker, das sieht man auch nicht alle Tage. Aber ein wenig erstaunter Anderson kontert das sofort mit einem Rückhandreturn die Linie entlang zum 15:15 ...
2:5
Kevin Anderson hat zum ersten Mal nach dem Physiotherapeuten gerufen und sich mit diesem beraten - hoffen wir mal, dass der Südafrikaner weiterspielen kann, denn ganz rund läuft er sichtlich nicht.
2:5
 
Mit seinem ersten zweiten Ass (nach 172 in sechs Matches!) kann Anderson sich seinen zweiten Spielgewinn sichern und zum 2:5 verkürzen. Alles andere als ein souveränes Aufschlagspiel des Djokers zum Satzgewinn wäre jetzt allerdings eine große Überraschung ...
1:5
 
Länge, Winkel, Spin, das ist alles fast perfekt: Djokovic lässt Anderson laufen und punktet zum 15:15. Der Südafrikaner hat tatsächlich nur eine Chance, wenn sein erster Aufschlag richtig gut sitzt. Tut er das nämlich, gibt es auch Punkte - 40:15 .
1:5
 
Andersons achter Fehler (Djokovic: einer!) bringt dem Djoker dann auch schon das 5:1 - viel besser, als es der Serbe tut, kann man auf Rasen nicht spielen.
1:4
 
Momentan geht leider alles ziemlich schnell: Ohne große Mühe legt Djokovic bei eigenem Aufschlag zum 40:0 vor (erst zwei Returnpunkte für Anderson). Und der Südafrikaner wirkt, als habe er diesen ersten Satz innerlich schon abgehakt ...
1:4
 
Brutal, wie effektiv Novak Djokovic hier aufspielt: Andersons Netzangriff kontert er mit der feinen Klinge, sprich: dem Passierball direkt vor die Füße des nah am Netz stehenden Südafrikaners. 4:1 und Doppelbreak vor für den Serben!
1:3
 
Anderson kann zwar verkürzen, aber Djokovic wartet einfach ganz geduldig auf den nächsten Vorhandpatzer des Südafrikaners - 15:40 und erneut Breakchancen!
1:3
 
Natürlich ist Anderson hier ein bisschen nervös, das ist keine Frage. Große Bühne, großer Gegner - aber der macht es ihm eben auch verdammt schwer, hier nur ansatzweise zu seinem Rhythmus zu finden. Stattdessen stellt der Djoker mit Vorhandslice und Netzroller auf 0:30 ...
1:3
 
Mit dem Aufschlag nach außen geht es dann auch schnell zum 40:0 und drei Spielbällen ... von denen Anderson den ersten zwar über die Rückhand des Djokers zwar abwehren, der Serbe den zweiten aber mit einer Vorhand cross nutzen kann. 3:1!
1:2
 
Schon gegen Nadal war erstaunlich, wie präzise und sicher Djokovic phasenweise aufschlug. Hart ist das Service nicht unbedingt, aber gute Returns sind meist trotzdem ein Ding der Unmöglichkeit - 30:0.
1:2
 
Ein krachender erster Aufschlag durch die Mitte sorgt dann für das 40:0 und drei Spielbälle, von denen Anderson gleich den ersten mit einem weiteren guten Ersten nutzt - 1:2 aus der Sicht des Südafrikaners.
0:2
 
Nach einem Servicewinner nimmt Anderson beim folgenden Aufschlag die Challenge, hat damit aber Unrecht. Tennis spielen kann der Südafrikaner aber auch: 30:0
0:2
 
Für Anderson bleibt es bei dem einen Punkt, während Djokovic das Break schnell bestätigt und zum 2:0 vorlegt. So stellt man sich den Start in ein solches Finale wohl vor!
0:1
 
Natürlich würde Anderson diesen Ausrutscher gern umgehend wieder begradigen. Aber Djokovic wirkt hier zu Beginn hochkonzentriert und kein bisschen nervös - 30:15.
0:1
 
Oh weia, da spielen Andersons Nerven ihm einen Streich: Der erste Doppelfehler des Südafrikaners kommt im ungünstigsten Moment - 1:0 und Break vor für Novak Djokovic.
0:0
 
Aber der Djoker ist heiß! Mit viel Druck auf Andersons Rückhand geht es zum 30:30, woraufhin der Serbe sich auch gleich noch zum nächsten Punkte retourniert - 30:40 und Breakball für Djokovic!
0:0
 
Das kann Djokovic zwar ausgleichen, aber Anderson rückt anschließend zum ersten Mal entschlossen ans Netz vor und punktet mit dem Rückhandvolley - 30:15.
0:0
 
Gleich im ersten Ballwechsel geht es elf Mal hin und her, bis Djokovic mit der Rückhand patzt - 15:0. Aber als Maßstab für alles Folgende sollten wir diese Rally wohl besser nicht nehmen ...
0:0
 
Genug erzählt, genug eingeschlagen - los geht's im Tennismekka!
Münzwurf
 
Um am Ende auch wirklich alles gecovert zu haben, gibt es jetzt noch den Münzwurf: Kevin Anderson hat die richtige Seite der Münze gewählt und sich für den ersten Aufschlag entschieden.
Chair Umpire
 
Und damit fehlt eigentlich nur noch der Schiedsrichter dieses Endspiels: Diesen Job übernimmt heute Lokalmatador James Keothavong, der Bruder der ehemaligen englischen Weltklassespielerin Anne und einer der erfahrensten Referees auf der Tour (zweites Wimbledon-Finale).
Äußere Bedingungen
 
Mal wieder könnten die äußeren Bedingungen übrigens nicht besser sein: Die Sonne scheint, am Himmel regt sich kein Wölkchen und der Centre Court ist natürlich ausverkauft - inklusive des Besuchs von Thronfolger William und seiner Frau Kate in der royalen Box.
Prozedere
 
Soooooo! Unsere beiden Hauptdarsteller haben den Court soeben betreten, gleich folgen der Münzwurf, das Erinnerungsfoto und das fünfminütige Einschlagen - und dann kann es auch schon losgehen!
Stärken und Schwächen
 
Da die Partie erst in ein paar Minuten beginnt, haben wir noch kurz Zeit, mal auf die Stärken der beiden Akteure zu schauen. In erster Linie sind beide Grundlinienspieler, wobei Anderson stark von seinem Service (schon 172 Asse bei diesem Turnier) und seiner Vorhand Inside-In profitiert - während Novak Djokovic seinem Ruf als einem der besten Returnspieler aller Zeiten momentan alle Ehre macht (schon 35 Breaks) und dazu immer auf seine Rückhand bauen kann.
Wimbledon
 
Und damit sind wir dann auch schon am Ende unseres Previews und damit bei den Fakten zum Turnier an sich angekommen. Gespielt wird hier an der Church Road in London SW19 seit 1877 und das auch immer schon auf Rasen. Ausgeschüttet werden in diesem Jahr insgesamt satte 38,4 Millionen Euro, davon fallen allein 2,55 Millionen für die Sieger der Einzelkonkurrenzen (Damen und Herren) ab und der Rekordsieger dieses Turniers ist Roger Federer - während dessen letztem Erfolg hier auf der Anlage des All England Club 2018 34 Tonnen Erdbeeren und 10.000 Liter Sahne (der traditionelle Turniersnack) konsumiert wurden.
Head 2 Head
 
Weinen muss Djokovic heute hoffentlich nicht, zumal er angesichts seiner Erfahrung ja als haushoher Favorit in dieses Match geht. Das bestätigt übrigens auch der Blick auf den direkten Vergleich: Von sechs Duellen mit dem Djoker hat Anderson bislang erst ein einziges gewonnen (1:5) - das allererste Aufeinandertreffen 2008. Und auch die beiden Treffen hier in Wimbledon konnte Djokovic für sich entscheiden - das letzte 2015 nach einem 0:2-Satzrückstand allerdings erst im fünften Durchgang.
Djoker v Nadal
 
Und auch Djokovic hat schon einen Marathon in den Knochen: Sein Halbfinale gegen Rafael Nadal musste am Freitag nach drei Sätzen abgebrochen und am Samstag fortgesetzt werden, am Ende standen 5:15 Stunden auf der Uhr und ein 10:8 im fünften Satz auf dem Scoreboard und Djokovic erklärte: ''Nach den letzten 15 Monaten möchte ich am liebsten weinen, so glücklich bin ich.''
Djokovic auf Rasen
 
Frei nach diesem Motto hat der 31-jährige Wahl-Monegasse in den letzten Wochen das Viertelfinale der French Open erreicht und beim Vorbereitungsturnier im Londoner Queens Club im Finale Matchball gehabt. Und auch, wenn der Pokal dort am Ende an den Kroaten Marin Cilic ging, war Djokovic anschließend klar: ''Ich würde in Wimbledon eine Chance haben, das war ein tolles Gefühl.'' Zumal Djokovic Anderson heute ja eins voraus hat: Im Gegensatz zum Südafrikaner hat Djokovic hier an der Church Road schon drei Mal (2011, '14 und '15) gewonnen und spielt heute sein 22. Grand-Slam-Endspiel (zwölf Titel) - Anderson hingegen spielt heute sein zweites großes Finale (US Open 2017).
Djokovic optimistisch
 
Doch selbst all das plus die Trennung von Kurzzeit-Coach Agassi und das Gerede der ''Experten'' haben den Djoker offenbar nur stärker gemacht. Der Serbe wirkt mit sich und seinem Leben im Reinen, spielt wieder richtig gutes Tennis und sagt selber: ''Manchmal muss man akzeptieren, dass es im Leben wichtigere Dinge gibt, als zu gewinnen. Und wenn man das tut, dann gewinnt man plötzlich auch wieder.''
Die große Krise
 
Um diese Worte richtig einordnen zu können, muss man eine kleine Rückblende machen: Nach zwei Jahren auf dem Tennisthron und als unangefochten bester Spieler der Welt zerbröckelte Djokovics Reich 2016 nämlich so weit, dass ihn seine Frau fast verlassen hatte und er sich mit seinem kompletten Trainerteam überwarf. Darauf folgten dann einige kürzere und eine längere Zwangspause, bis sich der Serbe im Januar bei den Australian Open zwar zurück im Business meldete, sich dort aber schon im Achtelfinale Senkrechtstarter Hyeon Chung (KOR) geschlagen geben musste - sichtlich nicht ganz fit. Und so folgten dann noch eine kleine Operation am Ellbogen und damit verbunden die nächsten fünf Wochen Pause.
Ein neuer Djoker
 
''Bin ich so gut wie früher? Ich weiß es nicht'', so ein aufgeräumt wirkender Djokovic nach seinem Viertelfinale gegen Kei Nishikori (JPN). ''Aber so gern ich meine Form von damals einfach kopieren würde, ich bin ein neuer Mensch geworden. Auch ich musste einsehen, dass wir uns alle immer weiterentwickeln müssen. Und so, wie ich jetzt lebe, gefällt es mir ziemlich gut. Jetzt würde ich nur noch gern um eine große Trophäe spielen, denn verdient hätte ich es mir, denke ich.''
Djokovic
 
Wesentlich entspannter wirkt da auf jeden Fall der Weg, den Novak Djokovic bislang durch das Turnier genommen hat (bis zum Halbfinale nur zwei Satzverluste, schon vier gesetzte Spieler geschlagen). Aber wer schaut schon auf Details, wenn die eigentliche Leistung des Serben ist, überhaupt wieder so gut in Form gekommen zu sein?
Turnierverlauf Anderson
 
Was man auf jeden Fall sagen kann ist, dass Anderson hier in London zur rechten Zeit in Topform gekommen ist. Weder gegen den Slowaken Norbert Gombos noch gegen Andreas Seppi (ITA) oder Philipp Kohlschreiber (GER/25) gab sich Anderson irgendwelche Blößen - und selbst Angstgegner Gael Monfils (FRA) schickte er in vier (wenn auch hart umkämpften) Sätzen nach Hause, bevor er anschließend zum Sturz des schweizer Titelverteidigers und dem längsten Match in der Geschichte des Centre Courts ansetzte.
Südafrikanische Geschichte
 
Die Krönung soll nun aber hier in Wimbledon folgen, wo es Anderson als erster Südafrikaner seit Kevin Curren 1983 bis ins Halbfinale geschafft hat (bei seinem Finaleinzug 1985 spielte Curren unter amerikanischer Flagge). ''Bei den US Open war ich immer einfach nur erleichtert, eine Runde weiter gekommen zu sein'', so Anderson vorgestern. ''Aber ich habe dazugelernt. Jetzt weiß ich, was ich kann, und will mehr, weil ich denke, dass ich es verdient habe. Vor dem Match gegen Federer zum Beispiel war ich nicht aufgeregt. Ich hatte stattdessen Erwartungen an mich selber.''
Anderson 2018
 
Und 2018 lief dann sogar noch besser als alles, was vorher kam. Mit 23:10 Siegen steht Anderson in diesem Ranking auf Platz acht der Jahreswertung, in der Weltrangliste ist er ebenfalls bis auf Rang acht geklettert und hat auf dem Weg dorthin schon ein Turnier gewonnen (New York Open), zwei Endspiele erreicht (Pune und Acapulco) und es beim Masters in Madrid bis ins Halbfinale geschafft.
Anderson
 
Nicht nur steht Anderson wieder auf dem Court, er spielt auch besseres Tennis als je zuvor. ''Ich habe immer geglaubt, dass ich es in mir habe, immer besser zu werden. Und in den letzten 52 Wochen habe ich auch endlich gesehen, dass sich die ganze Arbeit auszahlt'', so der Wahl-Amerikaner nach dem Viertelfinale. Als Dosenöffner zum besten Jahr in seiner Karriere bezeichnet Anderson übrigens nach wie vor die US Open 2017, bei denen er als erster Südafrikaner seit 1985 ein Grand-Slam-Finale erreichte (dies gegen Rafael Nadal aber glatt verlor).
Kurz vorm Ruhestand
 
Und dabei hätte der 32-Jährige, der mittlerweile nach Florida ausgewandert ist, seine Karriere 2016 schon fast ausklingen lassen. ''Ich war müde nach den vielen Verletzungen'', so Anderson im vergangenen Sommer in einem Interview mit ''ESPN''. ''Ich wollte mich nicht nochmal zurück quälen. Aber irgendwann überlegt man dann: Ok, und was nun? - und dann steht man plötzlich doch wieder auf dem Court.''
Der Marathon II
 
So wohl sogar, dass Anderson im Halbfinale gleich noch mal Überstunden einlegte: Sein 26:24 im fünften Satz gegen John Isner wird mit 6:35 Stunden als längstes Halbfinale in die Geschichte des All England Clubs eingehen. ''Ja, dieser fünfte Satz (2:55 Stunden, d. Red.), der war schon irre. Am Ende ging es wirklich nur noch darum, wer länger stehen bleiben kann und wer den größeren Willen hat, das hatte mit normalem Tennis oder Taktik überhaupt nichts mehr zu tun.'' Und während die Diskussion um einen Tiebreak im fünften Satz wohl aufs Neue entfacht werden wird, war Anderson einfach nur froh: ''Ich habe mir die Hälfte meines größten Traums erfüllt. Alles, was jetzt kommt, ist Bonus.''
Der Marathon I
 
''Ich hoffe, das ist ein Beispiel für alle, dass man immer an sich glauben muss'', so der Südafrikaner nach seinem Comeback von einem 0:2-Satzrückstand, das am Ende 4:14 Stunden dauerte. ''Komischerweise war es der abgewehrte Matchball im dritten Satz, der mich ruhiger gemacht hat. Danach hatte ich das Gefühl, mich richtig wohl zu fühlen.''
Anderson v Maestro
 
Natürlich ist beim Blick auf das Endspiel bei den Herren der erste Gedanke: Wo ist Roger Federer? Doch die Antwort darauf ist schnell gegeben: Den Maestro hat Kevin Anderson aus dem Weg geräumt - und das mit einer kämpferischen und spielerischen Meisterleistung.
Welcome to SW19!
 
Herzlich willkommen zum Wimbledon-Finale zwischen Kevin Anderson und Novak Djokovic.
K. Anderson [8]
N. Djokovic [12]
2
2
6
6
6
7
 
Weltrangliste
Spielerprofile
K. Anderson
Ranking:
6
Geburtsd.:
18.05.1986
Größe:
2.03
Gewicht:
94
Bilanz:
48-19
Preisgeld:
USD 14.588.933
N. Djokovic
Ranking:
1
Geburtsd.:
22.05.1987
Größe:
1.88
Gewicht:
77
Bilanz:
52-13
Preisgeld:
USD 121.015.589