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b
c
d
e
f
g
h
a
b
c
d
e
f
g
h
8
7
6
5
4
3
2
1
8
7
6
5
4
3
2
1
Tag 5
Fabiano Caruana
Levon Aronian
Partie beendet
Ergebnisse der einzelnen Partien
 
weiß
 
schwarz
28.03.
S. Karjakin
1:0
F. Caruana
28.03.
H. Nakamura
0,5:0,5
L. Aronian
28.03.
A. Giri
0,5:0,5
V. Topalov
28.03.
P. Svidler
0,5:0,5
V. Anand
27.03.
L. Aronian
0,5:0,5
S. Karjakin
27.03.
V. Anand
0,5:0,5
A. Giri
27.03.
V. Topalov
0:1
H. Nakamura
27.03.
F. Caruana
0,5:0,5
P. Svidler
25.03.
F. Caruana
0,5:0,5
L. Aronian
25.03.
S. Karjakin
1:0
V. Topalov
25.03.
H. Nakamura
1:0
V. Anand
25.03.
P. Svidler
0,5:0,5
A. Giri
24.03.
V. Anand
1:0
S. Karjakin
24.03.
A. Giri
0,5:0,5
H. Nakamura
24.03.
V. Topalov
0,5:0,5
F. Caruana
24.03.
L. Aronian
0:1
P. Svidler
23.03.
F. Caruana
1:0
V. Anand
23.03.
L. Aronian
0,5:0,5
V. Topalov
23.03.
S. Karjakin
0,5:0,5
A. Giri
23.03.
P. Svidler
0,5:0,5
H. Nakamura
21.03.
V. Anand
1:0
L. Aronian
21.03.
H. Nakamura
0,5:0,5
S. Karjakin
21.03.
A. Giri
0,5:0,5
F. Caruana
21.03.
V. Topalov
0,5:0,5
P. Svidler
20.03.
P. Svidler
0,5:0,5
S. Karjakin
20.03.
V. Topalov
0,5:0,5
V. Anand
20.03.
L. Aronian
0,5:0,5
A. Giri
20.03.
F. Caruana
1:0
H. Nakamura
19.03.
S. Karjakin
0,5:0,5
L. Aronian
19.03.
A. Giri
0,5:0,5
V. Anand
19.03.
H. Nakamura
1:0
V. Topalov
19.03.
P. Svidler
0,5:0,5
F. Caruana
17.03.
F. Caruana
0,5:0,5
S. Karjakin
17.03.
L. Aronian
1:0
H. Nakamura
17.03.
V. Topalov
0,5:0,5
A. Giri
17.03.
V. Anand
1:0
P. Svidler
16.03.
L. Aronian
0,5:0,5
F. Caruana
16.03.
V. Topalov
0,5:0,5
S. Karjakin
16.03.
V. Anand
0,5:0,5
H. Nakamura
16.03.
A. Giri
0,5:0,5
P. Svidler
15.03.
S. Karjakin
1:0
V. Anand
15.03.
H. Nakamura
0,5:0,5
A. Giri
15.03.
F. Caruana
0,5:0,5
V. Topalov
15.03.
P. Svidler
0,5:0,5
L. Aronian
13.03.
H. Nakamura
0,5:0,5
P. Svidler
13.03.
V. Topalov
0:1
L. Aronian
13.03.
V. Anand
0,5:0,5
F. Caruana
13.03.
A. Giri
0,5:0,5
S. Karjakin
12.03.
F. Caruana
0,5:0,5
A. Giri
12.03.
S. Karjakin
1:0
H. Nakamura
12.03.
L. Aronian
0,5:0,5
V. Anand
12.03.
P. Svidler
0,5:0,5
V. Topalov
11.03.
V. Anand
1:0
V. Topalov
11.03.
A. Giri
0,5:0,5
L. Aronian
11.03.
H. Nakamura
0,5:0,5
F. Caruana
11.03.
S. Karjakin
0,5:0,5
P. Svidler
Letzte Aktualisierung: 18:22:04
Nachfass
Die Turniersituation bleibt spannend: Aronian und Anand bleiben Karjakin dicht an den Fersen, der sich heute noch gegen Topalov behaupten muss. Caruana wird morgen gegen Karjakin mit Weiß spielen und auch diesmal versuchen scharf auf Gewinn zu spielen. Morgen werden wir eben diese Partie begleiten. Vielen Dank fürs Mitfiebern und Lesen!
Nachfass
In der Pressekonfrenz zeigten beide Spieler unterschiedliche Spielentwicklungen in diesem komplizierten Mittelspiel auf. Nach der Eröffnungswahl von Caruana meinte Aronian: "I got too exicted, I thought it's time to mate my opponent." Beide Spieler genossen den sehr taktischen und intensiven Kampf.
Zusammenfassung
Eine sehr umkämpfte und komplizierte Partie. Die Entscheidung von Caruana am Ende ist mehr als verständlich: in dieser zweischneidigen Stellung möchte er mit wenig Zeit kein Risiko eingehen und geht deshalb auf die dreimalige Stellungswiederholung ein.
 
Dreimalige Stellungswiederholung und damit remis.
 
29... Dd8 30. Lg5
 
Hier kann Caruana mit 29... Db6 den Gewinnversuch starten. Dann würde Weiß wohl mit 30. Sf6+ Lxf6 31.Txf6 mit seinem Angriff fortfahren.
 
28... Da5 29. Lg5
 
Caruana hat nun die Wahl: 28... Da5 und damit remis oder mit seinen verbleibenden 13 Minuten versuchen, diese komplexe Stellung auf Gewinn zu spielen. Er braucht einen Sieg, wenn er um den Turniersieg spielen will. Aber ein Verlust wirft ihn sehr weit zurück. Allerdings ist das Turnier noch sehr lang und es können sich noch viele Gelegenheiten ergeben.
 
Es ist interessant, das diese Stellung den Computer völlig irritiert und er nicht etnscheiden kann, ob Schwarz besser steht oder die Stellung Remis wird. Das zeigt wie hochkomplex und scharf diese Stellung ist - und auch vor welcher Herausforderung und Anspannung beide Spieler am Brett wohl gerade stehen müssen.
 
Die Spieler wiederholen einmal die Züge. Jetzt muss Caruana entscheiden, ob er weiter auf Gewinn spielen oder sich auf die Zugwiederholung einlassen möchte.
 
26... Da5 27. Ld2 Dd8 28. Lg5
 
Im Moment hat Caruana noch knapp 18 Minuten und Aronian 35 Minuten für die nächsten 14 Züge. Zwar bekommen die Spieler pro Zug 30 Sekunden gutgeschrieben, aber bei dieser komplizierten Stellung werden beide Spieler jede Minute brauchen. Es wird wohl bald zur Zeitnot kommen.
 
Eine absolute verrückte Stellung. Schwarz liegt drei Bauern vorne - Weiß hingegen hat einen starken Gegenangriff. Nach 26... Dd7 kann schon 27. Sf6 Lxf6 28. Txf6 folgen. Damit ist der starke Läufer auf g7, ein wichtiger Verteidiger, abgetauscht. Die Dame zielt von c2 aus auf das Feld h7 - alle weißen Figuren greifen den schwarzen König an.
 
25. Txg5 Sxd6 26. Lg5
 
Kurzer Zwischenstand zu den anderen Partien: In Partie gegen Nakamura gab Anand Dauerschach und die Partie endete damit remis. Beide Spieler scheinen in der Pressekonferenz recht zufrieden mit dem Ergebnis zu sein.
 
Aronian wird sich nun etwas sammeln müssen und dann seinen weiteren Angriff mit dem bereits beschriebenen 26. Lg5 fortsetzen. Die Stellung ist immernoch unklar.
 
Nach etwa 20 Minuten überlegen, schlägt Caruana den Bauern f5.
 
24.... gxf5
 
Zurück zur Partiestellung. Nach 24... gxf5 25. Txf5 Sxd6 muss Weiß 26. Lg5 spielen um seinen Angriff weiter aufrecht zu erhalten. Nach 26... Dd7 kann Weiß noch mit 27. Sf6 dem Schwarzen Ärger machen und seinen gefährlichen Angriff weiter fortsetzen. Schwarz hat aber nun bereits drei Bauern mehr - darunter war auch der starke Freibauer d6. Der weiße Angriff kann Caruana allerdings immernoch gefährlich werden - eine Unachtsamkeit von ihm kann schon das Partieende durch Matt bedeuten.
 
Nach 24. fxg6 fxg6 25. d6 kann Schwarz nicht auf d6 schlagen, da hier 26. Td1 mit Fesselung folgt. Nun kann der Springer nicht den Turm schlagen, weshalb die Stellung diesmal für Weiß gewonnen ist.
 
Stattdessen hätte Aronian 24. fxg6 spielen sollen. Nach 24... fxg6 folgt 25. d6. Aronian hat den letzten Zug sehr schnell gespielt - vielleicht war er in seinem Kopf schon in der Stellung nach 24. fxg4 fxg4.
 
Doch handelt es sich hier um einen Fehler von Aronian? Der Computer zeigt an, dass Schwarz einfach 24... gxf5 25. Txf5 Sxd6 spielen kann und sich damit seinen dritten Bauern abholt. Nach 26. Td1 kann Schwarz den Turm mit 26... Sxf5 schlagen und hat dann zwei Türme und zwei Bauern für die Dame - was ein deutlicher Materialvorteil ist.
 
Aronian geht aufs Ganze und opfert seinen zweiten Bauern!
 
23. Lc1 Sxc4 24. d6
 
Caruana wählt 22... Sb6. Ich bin gespannt, ob Aronian auch seinen zweiten Bauern mit 23. fxg6 opfern wird oder mit 23. cxb5 den Bauern tauscht. Nach 23.cxb5 kann 23... axb5 24. fxg6 fxg6 und 25. Dxc5 folgen. Die Stellung bleibt komplex - Schwarz kann mit 25... Sa4 den weißen Läufer auf b2 umtauschen und den Bauer auf d5 mitnehmen.
 
22.... Sb6
 
Stattdessen kann Caruana 22... Sb6 oder 22... Sf6 spielen. Nach 22... Sb6 kann Weiß mit 23. fxg6 fxg6 die f-Linie öffnen. Der Computer schlägt hier vor, den Bauer auf c4 mit 24. d6 zu opfern und dann nach 24.... Sxc4 25. Lc1 zu spielen. Der Computer favorisiert 22... Sf6.
 
Aronian lässt den Bauer auf c4 stehen und bringt seinen Springer auf das starke Feld e4. Schwarz kann hier nicht 23... bxc4 spielen, da Weiß sofort mit 24. Sd6 Tf8 25. Sxc4 den Bauern schlägt und die schwarzen Figuren zur Passivität zwingt. Jetzt hängt der Bauer auf e5 und auch der Bauer c5 ist eine ernstzunehmende Schwäche.
 
22. Se4
 
Es verspricht ein sehr intensiver Kampf zu werden, indem viele unterschiedliche Möglichkeiten bestehen und es keine eindeutige Lösung gibt. Hier ist die Inituition der Spieler gefragt: sie können unmöglich alle Varianten bis zum Ende berechnen. Stattdessen kommt es auf ein gewisses Gefühl an, welcher Weg die besten Chancen bietet.
 
Der Bauer auf d6 kann leicht zu einer Schwäche werden, da er sehr weit vorgerückt ist und sehr leicht angegriffen werden kann.
 
Auf 22.d6 ist also 22... bxc4 keine gute Fortsetzung. Stattdessen ist 22... Sb6 oder 22... Sf6 interessant. Schwarz aktiviert seinen eigenen Springer und droht nach 22... Sb6 auf c4 zu schlagen oder verhindert nach 22... Sf6 den weißen Zug Se4.
 
Aronian kann den Bauern auf c4 auch stehenlassen und mit 22.d6 vorrücken. Nach 22... bxc4 folgt 23. Se4 - die Doppelbauern c4 und c5 werden langfristig fallen. Der Springer auf e4 ist sehr stark, er blockiert den Bauer e5 und damit sowohl den Läufer als auch den Te8. Gleichzeitig deckt er den Bauer d6 und greift den Bauer c5 an. Als wäre es nicht genug, unterstützt er auch noch den weißen Bauernvormarsch am Königsflügel. Die perfekte Springerposition.
 
Caruana greift den Bauer c4 an. Weiß kann neben 22. Se4 auch auf b5 schlagen: 22. cxb5 axb5 23. Sxb5 Txa2 - Weiß tauscht alle Bauern am Damenflügel ab. Der Bauer auf c5 ist eine Schwäche, aber der Turm auf a2 dabei sehr aktiv und greift den Lb2 an.
 
21... b5
 
Aronian entscheidet sich für das sofortige f5. Schwarz kann jetzt versuchen mit 21... b5 den Damenflügel zu öffnen und Gegenspiel zu kreiieren, indem er den Bauer auf c4 angreift. Wenn dieser fällt, wird der Bauer auf d5 schwach - der ein wichtiges Element im weißen Angriff darstellt. Nach 22.Se4 kann Sb6 folgen.
 
21. f5
 
Hier kann Weiß 21. f5 oder 21. Se4 spielen. Weiß hat einen gedeckten Freibauer auf d5, der schwarze Bauer e5 blockiert den starken schwarzen Läufer und Weiß kann leicht die f-Linie öffnen, auf der sich bereits ein Turm befindet.
 
Es handelt sich hierbei um ein Bauernopfer von Aronian, mit dem er Initiative für den Bauern bekommt. Diese Stellung hat also keine sofortige taktische Lösung - vielmehr muss Aronian zeigen, dass seine Initiative ausreichend für den Bauern ist. Wenn sein Angriff versagt, hat Caruana einen Bauern mehr, was ausreichend für den Gewinn ist. Deshalb muss Caruana präzise verteidigen.
 
Aronian hat den Durchbruch e5 gewagt - Caruana schlägt zurück ohne lange darüber nachzudenken. Beide Spieler haben seit Zügen mit eben dieser Abwicklung gerechnet und haben gleich viel Zeit auf der Uhr.
 
18... Sxc4 19. bxc4 Sd7 20. e5 dxe5
 
Aronian belässt den Springer auf c4. Das Motiv 18. Sxd6 Dxd6 19. e5 (Doppelangriff auf Dame und Springer) Dc7 20. exf6 Lxf6 funktioniert noch nicht. Weiß hat zwar einen Freibauer auf d5, dieser ist aber ungeschützt und mehr eine Schwäche als eine Stärke. Mit dem Turm auf e1 könnte bringt diese Stellung die Möglichkeit auch Se4 zu spielen. Dieses Motiv muss Caruana im Blick behalten.
 
17.... Sb6 18. Tae1
 
Alternativ kann Schwarz den Bauern auch mit 17... Dc7 oder 17... De7 decken. Vorteil ist, dass sofort b5 mit Tempo droht und der Springer danach ein sehr schönes Feld auf b6 hat, von wo aus er den Bauern d5 angreift. Nachteil ist allerdings, dass die Dame auf e7 im Weg stehen und bei einer Öffnung der e-Linie leicht angegriffen werden kann. Geht die Dame hingegen auf c7, kann sie nicht mehr auf h4 gehen, falls sich Weiß entschließen sollte mit g4 einen Königsangriff zu starten.
 
Schwarz kann den Bauern auf d6 auf unterschiedliche Arten decken: das bereits erwähnte 17... Sb6 stellt Weiß auch vor die Frage, wie er zum Springertausch steht. Wahrscheinlich kann Weiß einfach stehenbleiben und mit 18. Tae1 weiter e5 vorbereiten. Schwarz kann auf c4 schlagen 18... Sxc4 19. bxc4 und dann weiter b5 vorbereiten. Je weniger Figuren auf dem Brett sind, desto besser ist es für Schwarz: im Endspiel kann ein entfernter Freibauer am Damenflügel sehr viel wert sein.
 
Schwarz wird an dieser Stelle wohl 17... Sb6 spielen - hier muss Weiß zeigen, wie er weiter fortfahren will. Der Bauer auf e4 hängt, da nach Sxe4 19. Sxe4 Lxb2 folgen kann. Im Moment deckt der Springer auf c4 den Läufer auf b2. Aber Weiß muss aufpassen, wohin er mit dem Springer geht.
 
Aronian spielt konsequent f4 und besetzt erstmal mit seinem Springer das starke Feld c4. Er bedroht den Bauern d6.
 
16. f4 Sbd7 17. Sc4
 
Weiß könnte auch aggressiv mit 16.f4 Sed7 und 17.g4 spielen. Damit entblößt er seinen eigenen König, greift aber im Gegensatz den gegnerischen König an. Durch seinen Raumvorteil, kann Weiß seine Figuren viel schneller in den Angriff bringen als Schwarz, der wegen seines Platzmangels wesentlich schwerfälliger und langsamer ist.
 
In dieser Stellung kann sich Aronian mit 16. a4 gegen b5 aufstellen - dadurch verzögert er den Vormarsch des Schwarzen am Damenflügel, schafft aber gleichzeitig eine Angriffsfläche für den schwarzen Bauernsturm. Dadurch kann sich die a- oder die b-Linie öffnen, die von den schwarzen Türmen besetzt wird. Davon abhängig ist auch, ob Weiß seinen Turm auf a1 zur Unterstützung seines eigenen Spiels ins Zentrum auf e1 bringt oder erstmal auf der a-Linie belässt.
 
Aronian setzt seinen Plan im Zentrum fort. Er vertreibt den Springer auf g4, der wie in der letzten Variante gezeigt, in manchen Situationen durchaus nervig sein kann. Mit h3 setzt er auch den Grundstein für f4.
 
15.h3 Sf6
 
Caruana bereitet wohl b5 vor. Interessant ist folgende Variante: 14... c4 - hier kann Weiß nicht 15. Sxc4 spielen, da auf einmal 15... Sxh2 folgen kann mit 16. Kxh2 Dh4 17. Kg1 Sf3 mit anschließendem Dauerschach. Faszinierend wie in dieser Stellung wie aus dem Nichts ein Königsangriff erfolgen kann. Der Springer ist also auf das Feld d2 gebunden. Nach 15. bxc4 könnte Schwarz weiter mit 15... Tc8 die weißen Bauernschwächen angreifen. Aber diese Option wird Caruana nicht zufriedengestellt haben, da es sich auch um ein Bauernopfer handelt, bei dem auch leicht etwas schiefgehen kann.
 
14... a6
 
Dadurch, dass der Lc8 nicht mehr im Spiel ist, ist das Feld c8 für den schwarzen Turm frei. Dann kann Schwarz mit a6 und d5 versuchen c4 durchzusetzen, um selbst einen Freibauer zu bilden.
 
Langfristig wird Aronian seine Bauerndominanz im Zentrum nutzen und mit f4 und e5 versuchen, einen Freibauer auf d5 zu bilden. Schwarz wird versuchen, den Zug e5 zu verhindern (was er bereits durch Te8, Lg7 und zwei Springer, die auf e5 zielen, macht). Schwarz wird versuchen weiße Schwächen auszunutzen (wie etwa nach h3), vielleicht am Damenflügel angreifen und seine sehr starken Leichtfiguren ausnutzen. Das Feld d3 kann in Zukunft ein mögliches Feld für den Springer werden.
 
Aronian nimmt erstmal Abstand vor h3 und entwickelt seinen Läufer auf die lange Diagonale.
 
14. Lb2
 
Weiß möchte langfristig gerne f4 spielen - im Moment funktioniert es allerdings wegen 14... Se3 mit Doppelangriff nicht. Weiß muss erst mit 14. h3 den Springer von g4 vertreiben - damit öffnet er allerdings seinen König und bildet die Grundlage für einen möglichen schwarzen Angriff.
 
Benoni ist eine ungewöhnliche Eröffnungswahl von Caruana - sehr scharfe Variante und eine Ansage an Weiß: Caruana möchte auf Gewinn spielen.
 
13. Lxg4 Sfxg4
 
Caruana bietet den Läufertausch an. Generell handelt es sich um den weißen schlechten Läufer - da die weißen Bauern auf weiß stehen und den Läufer einschränken. Allerdings möchte Weiß nicht unbedingt seine Leichtfiguren tauschen, da er mehr Probleme dem Schwarzen stellen kann, wenn dieser mehr Figuren auf seinen wenigen Platz aufstellen muss.
 
12... Lg4
 
11... Se5 12. b3
 
Caruana wählte den Benoni als Eröffnungsaufbau. Der schwarze starke Läufer auf g7 kontrolliert die lange Diagonale und damit das Zentrum über e5 und d4. Weiß hingegen hat mehr Raum im Zentrum durch seine Bauern auf d5 und e4 - und wird versuchen gegen den schwarzfeldrigen Läufer seinen eigenen Läufer auf die lange Diagnole zu setzen.
 
1.d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sf3 c5 4. d5 d6 5. Sc3 exd5 6. cxd5 g6 7. e4 Lg7 8. Le2 O-O 9.O-O Te8 10. Sd2 Sd7 11. Dc2
Turniersituation
Caruana hingegen steht mit 2 aus 4 gewissermaßen im Mittelfeld und muss die nächsten Partien punkten, um Chancen auf den Turniersieg zu behalten. Nach dem verpassten Sieg von gestern, sollte er sich heute nicht aus der Fassung bringen lassen und diese Partie fokussiert spielen.
Turniersituation
Damit stehen sich in dieser Runde zwei Spieler gegenüber, die sich einen harten Kampf liefern werden. Mit 2,5 aus 4 steht Aronian im direkten Verfolgerfeld von Karjakin und wird diese Partie mit Weiß auf Gewinn spielen. Der Armenier war sehr lange Nr. 2 der Weltrangliste und hat sich gerade nach einem Elo-Absturz erholt. Er hat ein sehr gutes Gefühl für Initiative und gilt als kreativer Spieler.
Turniersituation
Die Partien Svidler-Aronian und Nakamura-Giri gingen beide unentschieden aus. Damit wiederholte sich auch letzte Runde der Trend, dass es nur in einer einzigen Partie pro Runde zu einer Entscheidung kommt. Wir können gespannt sein, ob sich dieser Trend heute weiter fortsetzen wird!
Turniersituation
Die zweite spannende Partie fand zwischen Caruana und Topalov statt. Nach der Eröffnung war die Stellung ausgeglichen. Topalov setze im Mittelspiel etwas zu langsam fort und positionierte seine Figuren etwas ungünstig. Dies konnte Caruana nutzen um einen Druck am Damenflügel aufzubauen. Dann kam es zu einem eigentlich entscheidenden Patzer von Topalov: er "halluzinierte" in einer Variante und stellte seinen sehr wichtigen Bauern ein. Um noch Gegenspiel zu schaffen, opfterte Topalov im Mittelspiel eine Figur. Caruana hätte danach einzügig gewinnen können - aber stattdessen verrechnete auch er sich und musste nach einer präzisen Verteidigung von Topalov die Partie remis geben.
Turniersituation
Gestern haben wir eine spannende Runde erlebt: Die Tabellenführer Karjakin und Anand lieferten sich ein spannendes Duell, das am Ende Karjakin für sich entscheiden konnte. Eine einzige Ungenauigkeit von Anand genügte, um Karjakin einen großen positionellen Vorteil zu verschaffen, den dieser dann geschickt ausnutzen konnte. Damit ist Karjakin nun alleiniger Tabellenführer mit 3/4 Punkten und spielt heute gegen den angeschlagenen Topalov, der mit 1/4 abgeschlagen auf dem letzten Platz liegt.
vor Beginn
Herzlich willkommen beim Kandidatenturnier zur Schach-WM 2016. Wir begleiten heute die Partie zwischen Levon Aronian und Fabiano Caruana.
1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 c5 4.d5 d6 5.Sc3 exd5 6.cxd5 g6 7.e4 Lg7 8.Le2 O-O 9.O-O Te8 10.Sd2 Sbd7 11.Dc2 Se5 12.b3 Lg4 13.Lxg4 Sfxg4 14.Lb2 a6 15.h3 Sf6 16.f4 Sed7 17.Sc4 Sb6 18.Tae1 Sxc4 19.bxc4 Sd7 20.e5 dxe5 21.f5 b5 22.Se4 Sb6 23.Lc1 Sxc4 24.d6 gxf5 25.Txf5 Sxd6 26.Lg5 Da5 27.Ld2 Dd8 28.Lg5 Da5 29.Ld2 Dd8 30.Lg5
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