Poker-Kolumne von Dominik Kofert

18 Millionen Dollar für einen ehemaligen Zauberer

SID
Donnerstag, 12.07.2012 | 16:24 Uhr
Antonio "The Magican" Esfandiari (l.) strich bei der WSOP 18.346.673 Dollar ein
© Getty

Dominik Kofert ist Gründer von PokerStrategy.com, der weltweit größten Pokerschule mit fast sechs Millionen Mitgliedern. Der 31-Jährige berichtet für SPOX regelmäßig über spannende Geschichten aus der Pokerwelt. Im zweiten Teil seiner Kolumne wirft Kofert einen Blick auf das eine Million Dollar One Drop-Turnier und auf das Main Event der Pokerweltmeisterschaft.

Hallo liebe SPOX-Leser,

die Pokerweltmeisterschaft in Las Vegas neigt sich so langsam dem Ende zu. Bereits 60 Turniere wurden bei der World Series of Poker gespielt und aus deutscher Sicht konnten wir einige Male die Sektkorken knallen lassen.

Nachdem der Hamburger Jan-Peter Jachtmann ein $10.000 Event und $661.000 Preisgeld gewonnen hat, gelang dem gerade einmal 21-Jährigen Dominik Nitsche das gleiche Kunststück: Der Mindener setzte sich bei einem $1.000 Turnier gegen 4.619 Spieler durch und erhielt als Belohnung $654.797 - er spielt übrigens zum ersten Mal bei der World Series of Poker mit.

Zwei deutsche Siege also, ich bin richtig stolz auf die Jungs. Ich denke, dass sich das Image der deutschen Spieler in den vergangenen Jahren rasant gewandelt hat. Wurden wir früher noch belächelt, werden wir jetzt als echte Pokernation wahrgenommen. Großen Anteil daran hatte natürlich auch der Sieg von Pius Heinz im vergangenen Jahr.

43 Millionen Dollar Preisgeld

Zum ersten Mal fand in diesem Jahr bei der Pokerweltmeisterschaft ein 1-Million Dollar-Turnier statt. Organisiert wurde das Event von Guy Laliberté, Milliardär und Eigentümer des weltweit bekannten Cirque du Soleil.

Der Kanadier hat auch die One Drop-Foundation gegründet, die sich in Entwicklungsländern für sauberes Trinkwasser einsetzt. Deshalb wurden pro Startgeld von einer Million Dollar 111.111 Dollar direkt an die Charityorganisation gespendet.

Pokern für einen guten Zweck - das passt meiner Meinung nach. Etliche Pokerspieler haben durch unser Kartenspiel viel erreicht und deshalb begrüße ich es, wenn wir durch solche Turniere anderen Menschen helfen können.

Am Ende konnte sich Antonio Esfandiari durchsetzen, der für seinen Sieg die unfassbare Summe von $18.346.673 erhielt. Früher verdiente er sein Geld als Zauberkünstler. Jetzt ist er Profipokerspieler - eine gute Entscheidung.

Deutsche Spieler im Main Event

Am vergangenen Samstag begann dann auch das Main Event, das prestigeträchtigste Event der Pokerwelt. Insgesamt 6.598 Spieler bezahlten das Startgeld in Höhe von $10.000, um bei diesem Turnier dabei zu sein.

Aktuell sind noch gut tausend Teilnehmer im Rennen und der Sieger kann sich in diesem Jahr auf ein Preisgeld in Höhe von $8,5 Millionen freuen. Gute Karten hat dabei Jan Kasten, der bei unserer Pokerschule als Coach aktiv ist: Mit 391.800 Chips befindet er sich zurzeit unter den besten Spielern im Teilnehmerfeld.

Mehr als ein Geheimfavorit ist auch der Leonberger Marvin Rettenmaier: Der Schwabe steht mit 227.000 Chips im vorderen Mittelfeld.

Marvin konnte sich in den vergangenen Jahren an die Weltspitze spielen, kurz vor dem Start der Pokerweltmeisterschaft gewann er ein großes Turnier und erhielt als Belohnung knapp 1,2 Millionen Dollar Preisgeld.

Ebenfalls noch im Turnier sind Jan Heitmann, Tobias Reinkemeier und Pius Heinz. Für unseren Weltmeister wird es allerdings eng, er besitzt nur noch 36.300 Chips. Trotzdem ist noch alles möglich und wer weiß, vielleicht legt er wieder einen Lauf hin wie im vergangenen Jahr - ich würde es dem sympathischen 23-Jährigen gönnen.

Viele Grüße und bis zum nächsten Mal!

Euer Dominik Kofert

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