Erlebnisbericht von Gewinner Sebastian Kawka

mySPOX in Action: Mit Pirelli in der "Grünen Hölle"

Von Sebastian Kawka
Dienstag, 30.08.2011 | 16:26 Uhr

Pirelli und SPOX suchten im Gewinnspiel in den letzten Wochen Motorsport-Fans, die selbst an der Rennstrecke Rennluft schnuppern sollten. Gewinner Sebastian Kawka blickt zurück auf das besondere Event-Wochenende am Nürburgring.

Tag 1: Teambuilding, Training und die "grüne Hölle" als Beifahrer

Endlich ist es soweit! 10:30 Uhr. Per Shuttle treffe ich mit meinem Bruder am Pirelli Testcenter ein, das nur einen Steinwurf von der legendären Nordschleife entfernt ist. Als wir vor Ort ankommen, warten bereits die sechs anderen glücklichen Gewinner der "Pirelli P Zero Day"-Veranstaltung.

Die Vorfreude steht uns allen ins Gesicht geschrieben. Wer möchte es uns auch verdenken? Ein Wochenende lang werden wir Teil eines ambitionierten Motorsport-Teams sein. Doch nicht nur das! Uns erwartet ebenso eine Fahrt im Renntaxi von Dörr Motorsport.

Kurz nach unserem Eintreffen werden wir von Evelyn Dörr und weiteren Teammitgliedern freundlich in Empfang genommen und ins Testcenter geführt. Nach der Vorstellungsrunde werden wir auf die "Grüne Hölle" eingestimmt. Als äußerst unterhaltsam erweisen sich die Erfahrungen der Rennfahrer Rudi Adams und Frank Weishar, die den Nürburgring wie ihre eigene Westentasche kennen.

Interessant wird es auch, als Adams über seine Tätigkeit als Pirelli-Versuchs- und Testingenieur erzählt. Ich hätte mir niemals vorstellen können, welchen Aufwand Pirelli in Kooperation mit den Automobilherstellern betreibt, um einen maßgeschneiderten Reifen für das jeweilige Wagenmodell zu entwickeln. Bis zu zwei Jahre dauert es, ehe die Reifen den hohen Anforderungen der Hersteller entsprechen.

Flüche begleiten Reifenwechsel-Training

Nach einer kleinen Pause und Stärkung werden wir mit dem Wagen vertraut gemacht, den wir am Wochenende betreuen werden: Einem BMW M3 GT4. Nach einer intensiven Betrachtung des Rennfahrzeugs greifen wir erstmals zum Schlagschrauber. Das wohl vertraute Geräusch des Werkzeugs klingt wie Musik in den Ohren eines Motorsport-Begeisterten. Unmittelbar muss ich an die Formel 1 und die sogenannten "Reifen-Trottel" denken. So schwer kann doch ein Wechsel der Räder nicht sein, meine ich zu glauben. Ein Irrglaube, wie sich schnell herausstellt.

Aufgrund des langen Tankvorgangs haben wir zwar knapp zwei Minuten Zeit, um den Reifen zu wechseln. Allerdings vergeht die Zeit bei diesem Vorgang wie im Flug: Fünf Sicherheitsschrauben vom Rad entfernen, den alten Reifen zur Seite legen, den neuen Pneu punktgenau auf die Radbolzen stecken und abschließend mit den fünf Sicherheitsschrauben befestigen.

Insbesondere die letzte Phase des Vorgangs ist herausfordernd. Den schweren Reifen aus der Hocke heraus auf die Radbolzen zu stecken, veranlasst mich bei den ersten Versuchen, einige Flüche auszustoßen. Zu diesem Zeitpunkt frage ich mich, wie ich den Reifenwechsel unter Rennbedingungen im vorgesehenen Zeitfenster schaffen soll...

Mut zum Reifenwechsel

Zum Glück unterbrechen wir in diesem Moment das Üben der Reifenwechsel. Nun steht die Einteilung der Aufgaben für den Boxenstopp auf dem Programm. Tatsächlich entscheide ich mich freiwillig für das Wechseln der Reifen, trotz der ersten mäßigen Versuche. Mich reizt diese Aufgabe einfach mehr als die Bereitstellung der Reifen, das Tanken, Anschieben des Wagens oder Scheibenwischen.

Zusätzlich zur Einteilung besprechen wir mögliche Rennstrategien unter Berücksichtigung des Sprit- und Reifenverbrauchs, der zur Verfügung stehenden Fahrer und Renndistanz. Um es vorab zu verraten: Unsere Strategie konnten wir nicht annähernd umsetzen...

Als Letzter in die "Grüne Hölle"

Nach der Taktikbesprechung stand mein persönliches Highlight auf dem Programm: Die Fahrt im Renntaxi! Dafür ging es nun vom Pirelli-Testcenter zum Nürburgring. Noch nie zuvor war ich an dieser Strecke, die weltweit sämtlichen Motorsport-Enthusiasten mehr als ein Begriff ist. Mit gutem Gewissen kann im Zusammenhang mit der "Grünen Hölle" von einem Mythos gesprochen werden. Folglich kann ich mir kaum einen besseren Ort vorstellen, um eine Fahrt in einem Renntaxi erleben zu dürfen.

Voller Vorfreude warte ich im Rennfahrer-Overall auf meine ganz spezielle Mitfahrgelegenheit und komme ausgerechnet als Letzter an die Reihe, während in der Zwischenzeit alle anderen freudestrahlend von ihrem Erlebnis erzählen. Endlich ist es soweit: Ich darf im Wagen Platz nehmen! Was soll ich sagen? Die anschließenden 10 Minuten sind kaum in Worte zu fassen. Die Nordschleife und den Grand Prix-Kurs glaubte ich durch unzählige Runden aus Videospielen und Filmaufnahmen zu kennen. Mitnichten!

Der totale Wahnsinn

Es ist der schiere Wahnsinn, die "Grüne Hölle" aus (Bei-)Fahrersicht zu erleben. Mehrere Kurven und Steigungen werden quasi im Blindflug genommen. Es erstaunt mich stets aufs Neue, welche Einlenkpunkte mein Pilot wählt. Obwohl wir die Kurven scheinbar im letzten Moment in Angriff nehmen, kommen wir jederzeit sicher aus der Kehre.

Auffällig ist, wie hoch konzentriert mein Fahrer zu Werke geht. Wenig verwunderlich, befinden wir uns inmitten des Trainingsbetriebs der VLN-Rennserie. Dementsprechend muss sich mein flotter Chauffeur nicht nur auf seine Runde konzentrieren, sondern auch auf langsamere beziehungsweise schnellere Konkurrenten achten. Ich selber genieße das Fahrgefühl in vollsten Zügen.

Während wir auf eine Kurve zusteuern, ertappe ich mich des Öfteren dabei, wie ich meine Füße instinktiv ins Bodenblech drücke. Ein ums andere Mal verlegt der Pilot meine imaginären Bremspunkte um mehrere Meter. Schlichtweg überragend ist die Beschleunigung des BMW M3 GT4, dessen knapp 350 PS regelmäßig dafür sorgen, dass ich in den Sitz gepresst werde.

Noch beeindruckender ist das Bremsverhalten. Einen nervösen Magen sollte man nicht haben, wenn man nach der Döttinger Höhe bei einer Geschwindigkeit von rund 270 km/h in die Senke hineinbremst. Überhaupt sind die Fliehkräfte in den Kurven und die Kompression in den Senken ein phänomenales Erlebnis.

Nur allzu gerne hätte ich die Fuchsröhre, Tiergarten, Brünnchen, Pflanzgarten oder Quiddelbacher Höhe mehr als einmal durchfahren. Spätestens nach dieser einen Runde verstehe ich, was die Faszination "Grüne Hölle" ausmacht und weshalb viele Rennfahrer mit Ehrfurcht von dem gefährlichsten, aber auch besten Kurs der Welt sprechen.

Abschluss auf der Kartbahn

Nach der Tour um den Ring üben wir weitere Boxenstopps und mit großer Freude bemerke ich, wie ich zunehmend an Sicherheit gewinne. Als Erfolgsgeheimnis erweist es sich, Ruhe zu bewahren und den Reifenwechsel ohne Stress sowie Hektik durchzuführen. Mit dem Abendessen endet der offizielle Teil des Tages.

Allerdings wurden sämtliche "Pirelli P Zero Day"-Teilnehmer dermaßen vom Rennfieber gepackt, so dass wir uns kurzerhand dazu entschlossen haben, auf der Kartbahn des Nürburgrings einige Runden zu drehen. Mit einem Sieg im ersten Lauf und einem zweiten Platz hinter meinem Bruder im darauf folgenden Rennen geht es schlussendlich zurück ins Hotel, wo wir den langen und vor allem erlebnisreichen Tag mit einem Feierabendbier beenden.

Tag 2: VLN-Rennen mit typischem Eifel-Wetter...

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