Freitag, 14.05.2010

Dennis "styla" Schellhase im Interview

FIFA 2010: Wettbewerbsverzerrung im eSport?

Beim Intel Friday Night Game (IFNG) in Berlin spielt Dennis "styla" Schellhase gegen Jannik "Era" Huber. Schellhase, der zusammen mit seinem Bruder Daniel unter dem Namen "FIFA-Twins" bekannt wurde, kämpft um einen der begehrten Plätze beim Saisonfinale in Köln. Im Interview spricht der FIFA-Spieler über das kommende Spiel, seine Ausgangsposition und Wettbewerbsverzerrung.

Dennis Schellhase begann seine Karriere mit FIFA 2003
© readmore.de
Dennis Schellhase begann seine Karriere mit FIFA 2003

SPOX: Dennis, Du spielst in Berlin gegen Jannik "Era" Huber. Wie sah Deine Vorbereitung aus?

Dennis "styla" Schellhase: Ich habe versucht, mein Training in dieser Woche ein wenig anzuziehen. Am Dienstag bin ich dafür ins SK-Gaming-Office nach Köln gefahren, um mich dort gezielt vorzubereiten. Ansonsten habe ich durch die vielen Spiele in letzter Zeit eine Menge Routine.

SPOX: Jannik "Era" Huber spielt für Competo. Das Team, das Dich und Deine Teamkollegen zuletzt in Oberhausen besiegen konnte. Geht er dadurch mit einem Vorteil in die Partie?

Schellhase: Man sollte die Niederlage nicht überbewerten. Es gab einige Bedingungen, die äußerst unglücklich waren und uns so das Spiel wesentlich erschwert haben. Außerdem habe ich dort nicht direkt gegen ihn gespielt. Das hat also keinerlei Bedeutung für unser jetziges Aufeinandertreffen.

SPOX: Du sprichst von "unglücklichen Bedingungen". Was meinst Du damit?

Schellhase: FIFA2010 wurde mehrmals gepatcht - bekam also Updates, neue Versionen. Dabei gab es tiefgreifende Einschnitte ins Gameplay und veränderte Möglichkeiten, Tore zu schießen. Radikale Änderungen. In Oberhausen mussten wir komplett ungepatcht spielen, da es schlicht und ergreifend vergessen wurde. Für uns war das extrem ungewohnt. Es kam also darauf an, wer sich besser auf die neue Situation einstellen konnte. Wir kamen damit nicht so gut zurecht wie unser Gegner.

SPOX: Eine Mitschuld an Eurer Niederlage trifft also den Ligenbetreiber, die ESL?

Schellhase: Das kommt darauf an, wie man es ausdrücken will. Verloren haben schließlich wir. Aber die ESL hat Schuld daran, dass die Bedingungen, unter denen man diesen Wettbewerb spielt, verzerrt wurden. Wir waren anschließend natürlich ziemlich verärgert, aber zum Glück spielt diese Niederlage keine tragende Rolle für uns. Für die Finalrunde sind wir drei Spieltage vor Schluss schon sicher qualifiziert und stehen auf Platz eins. Nur das zählt für uns. Wir schauen auch nicht in die Vergangenheit, sondern hoffen, dass beim nächsten Mal alles reibungslos funktioniert.

SPOX: Dennoch passt es zum Ruf, den die ESL aktuell in Bezug auf FIFA genießt. Zuletzt gab man bekannt, dass es in der kommenden Saison keinen 1-on-1-Modus geben wird und hat dadurch viele Spieler um Ihr Engagement gebracht. Beeinflusst Dich das?

Schellhase: Eine solche Veränderung kann Vor- und Nachteile mit sich bringen. Man muss einfach abwarten, was die ESL für die nächste Saison plant. Wenn die 1-on-1-EPS nun gestrichen, dafür aber die 3-on-3-EPS stärker unterstützt und die Qualität der Übertragungen von FIFA-Matches verbessert wird, dann muss das nicht unbedingt ein nachteiliger Schritt sein. Es kommt ganz darauf an, wie sich die ESL in der nächsten Saison ausrichtet. Bleibt die 3-on-3-EPS in ihrer jetzigen Form so bestehen, wäre das natürlich ein klarer Rückschritt für die FIFA-Community. Mich selbst beeinflusst das allerdings nicht. Auch weil ich plane, meine aktive Laufbahn zum Ende des Jahres zu beenden.

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SPOX: Für die aktuelle 1-on-1-Saison siehst Du keine Folgen? Besonders in Hinblick auf die Spieler, die im Normalfall gegen den Abstieg und die Relegation gespielt hätten. Die Gefahr, dass sie die kommenden Spiele nicht mehr mit 100 Prozent Einsatz spielen werden und somit möglicherweise den Kampf um die Top 4 beeinflussen, ist zumindest gegeben...

Schellhase: Ich selbst habe noch drei Spiele gegen direkte Konkurrenten um die Finalplätze. Für mich entscheidet sich das dort. Ich versuche, mich so wenig wie möglich mit solchen Problematiken zu beschäftigen. Sonst gehe ich vielleicht zu aufgebracht in meine Spiele, verkrampfe oder bin nicht konzentriert genug. Einfach deshalb, weil man sich von solchen Dingen runterziehen und frustrieren lässt. Und schon kann man möglicherweise nicht seine beste Leistung abrufen.

SPOX: Kommen wir zurück zum Spiel: Mit 25 Punkten aus zehn Spielen belegst Du zurzeit den dritten Platz. Mit einem Sieg könntest Du mit Deinem Bruder Daniel auf Platz eins gleichziehen und hättest fünf Punkte Vorsprung vor dem fünften Platz. Wäre Dir die Finalteilnahme trotz des angesprochenen Restprogamms dann überhaupt noch zu nehmen?

Schellhase: Wenn ich dieses Spiel gewinne, ist die Qualifikation fast in trockenen Tüchern. Es sei denn, ich verliere unvorhergesehen völlig meine Form und hole keine Punkte mehr. Aber ich hätte mit einem Sieg auf jeden Fall eine sehr komfortable Ausgangsposition - und die will ich mir erkämpfen. Sollte ich verlieren, habe ich mit dem nächsten Finals-Aspiranten Thomas "Vander" Vander am Sonntag direkt die nächste Chance, mir ganz wichtige Punkte für die Qualifikation zu sichern.

SPOX: Für Jannik "Era" Huber geht es ebenfalls um die Finalplätze. Auf Platz Sieben hat er noch realistische Chancen. Dürfen die Zuschauer also ein spannendes Spiel erwarten?

Schellhase: Für "Era" kann jede Niederlage das Aus im Kampf um die Finals bedeuten. Spannend wird es also auf jeden Fall. Aber ob es auch ansehnlich wird, muss sich zeigen. Dieses Spiel kann ein offener Schlagabtausch zu werden, auf den ich mich dann auch gerne einlasse. Oder aber es wird sehr stark von Taktik geprägt - und ich glaube, das ist wahrscheinlicher. "Era" ist bekannt dafür, unansehnlich aber erfolgreich zu spielen. Wir werden wohl beide auf eine starke Defensive vertrauen. Aber man weiß ja nie: Schon ein Tor kann viel verändern.

eSport-Kommentator Andreas "pre" Lenski im Interview

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