Donnerstag, 05.01.2012

Das Beste aus den Sport-Blogs

Wer wird Sportblogger-Meister?

Die deutschen Sportblogger haben auch 2011 kein Blatt vor den Mund genommen. Elf Beiträge haben es auf die Shortlist des Sportbloggernetzwerks geschafft - sie alle kämpfen um den Titel "Sportbloggerbeitrag des Jahres". Und hier sind die Nominierten.

Was dem BVB in der Bundesliga gelang, wollen elf Blogger auch schaffen
© Getty
Was dem BVB in der Bundesliga gelang, wollen elf Blogger auch schaffen

Natürlich haben auch die Blogger der SPOX-Community Großartiges geleistet. Aber mySPOX-Blogs im Voting in einem Artikel bei SPOX - das wäre wohl so wettbewerbsverzerrend, dass selbst Sepp Blatter mahnend den Finger heben würde.

Hier geht's zum Voting bei santapauli.wordpress.com.

Wie immer gilt: Nicht nur hier kommentieren, sondern auch in den einzelnen Blogs. Jeder hier zitierte Ausschnitt ist nur ein Schmankerl eines längeren, grandioseren und tolleren Textes.

Der ganz große Showstopper

"Ich prophezeie 3D bis auf weiteres einen wesentlich schwereren Gang als HD. Der Vorteil von HD, u.a. beim Fußball, ist sofort sichtbar. Wer sich daran gewöhnt hat, endlich auch die Rückennummern auf dem gegenüberliegenden Flügel erkennen zu können, möchte es nicht mehr missen - und mich hat schon die halbierte Auflösung der 3D-Übertragung in dieser Hinsicht genervt.

Die Brille ist der ganz große Showstopper.

Ein weiteres Problem für die Verbreitung von 3D sind die anstehende Paradigmenwechsel. Das fängt 2011 an, wenn vermehrt Fernseher mit Polarisation-Technik auf den Markt kommen und damit die Verwirrung in Sachen 3D-Technologie erhöhen. Sie sind billiger und leichter, liefern ein helleres Bild und brauchen keine Batterien, können aber nur die halbe Full HD-Auflösung darstellen."

Alles außer Sport: Bundesliga in 3D - Flachwitz für Hardcore

 

Wir hatten Fußball gespielt - überall

"Kleeblatt. Ich war etwas verwirrt. Sprachlos, um genau zu sein. Und doch hatte er nicht unrecht. Wir waren tatsächlich jahrelang unzertrennlich gewesen, damals, und auch jetzt hingen wir noch oft und gerne zusammen herum. Damals aber waren wir nicht herum gehangen. Wir hatten Fußball gespielt. Auf der Straße. Im Garten. Auf dem Schulhof. Auf dem Bolzplatz.

Die Pausenkicks auf dem Schulhof sahen die Lehrer nicht gern. Könnte daran gelegen haben, dass es ein bisweilen recht anarchisches Treiben war und mindestens einmal - beim letzten Mal, um genau zu sein - an Shrovetide Football erinnerte. Auch die Gartenkickerei fand ein jähes Ende, an einem Freitagnachmittag im Frühling. Mein Cousin war zu Besuch gekommen und hatte mir, nachdem er selbst neue bekommen hatte, seine alten Fußballschuhe mitgebracht. Sie passten. Und wollten ausprobiert werden. Da traf es sich ganz gut, dass wir uns ohnehin bei Matze angekündigt hatten. Seine Eltern waren nicht da, es regnete, wir pflügten den Rasen um. Nicht gut."

Angedacht: Kleeblatt

 

Hopp-Freundin, Hoffenheim-Fan

"Van Almsick, war in jungen Jahren eine recht flotte Schwimmerin, die später vor allem durch Tätowierungen im Zusammenhang mit ihrer Liaison mit dem Handballer Stefan Kretzschmar aufgefallen ist. Mediale Präsenz zeigte sie neben ihrer Tätigkeit als Expertin im Schwimmsport vor allem während der WM 2010 in Südafrika, als sie abseits sportlicher Betreibungen über Land und Leute berichtete.

Während die ehemalige Eisschnellläuferin Franziska Schenk, die gleichfalls als Moderatorin der Sportschau gehandelt wird immerhin ein Studium der Medienwissenschaft abgeschlossen hat und sich bislang auch als Sportmoderatorin einen Namen machen konnte, so überzeugte van Almsick vor allem im und neben dem Schwimmbecken. Was hat Frau van Almsick aber mit Fußball am Hut?

Ganz aufschlussreich ist dabei ein Interview, welches sie dem Magazin für Fußballkultur gab, in welchem Franzi sich ganz offen zur TSG Hoffenheim bekannte, sogar die richtigen Worte hatte sie parat: Wir fühlen uns als Traditionsverein! Und woher kommt dieses WIR? Ganz einfach: Dass ich der TSG die Treue halte, liegt auch an der Freundschaft zu Dietmar Hopp, den ich über meinen Mann (der Unternehmer Jürgen B. Harder, d. Red.) kennengelernt habe."

Beves Welt: Zusammenhänge - Franziska van "1899" Almsick

 

"Lob mich nicht!"

"Tom hat, wie der aufmerksame Leser sicher mitbekommen hat, gestern einen kleinen Erlebnisbericht vom Training hier veröffentlicht.

Um die Sache rund zu machen, hat er mir am Abend noch eine Mail hinterher geschickt. Inhalt: "Zu meinem heutigen Bericht anbei noch weltexklusiv das brandaktuelle Mannschaftsfoto. Lob mich nicht!"."

Blog-G: 1000 Meisterwerke

 

Verschwunden in Bedeutungslosigkeit

"Ham­burg hat nicht schlecht gespielt, es ist eine Auf­wärts­ten­denz zu erken­nen, nicht schlecht, aber ängst­lich, viel­leicht kon­se­quent nach all die­sen Toren der letz­ten Zeit, da wäre eine Null ja schon was, auf jeden Fall bes­ser als die Eis­zeit dar­un­ter ...

So denke ich also herum und dar­über nach, wie ich einen Text auf­bauen könnte über solch einen ein­zi­gen Blick, und ich denke dar­über nach, dass das ja selbst für meine Ver­hält­nisse arg sub­stanz­los ist. Pizarro, Pizarro, Wiese und Schluß­pfiff und dann jene Szene nach Ende des Spiels, als Tho­mas Schaaf sich zu sei­nem Kol­le­gen gesellt. Ich schaue den bei­den zu, und wäh­rend ich zuschaue, ver­schwin­det mein Text in Bedeu­tungs­lo­sig­keit."

Freitagsspiel: Kein Text über Oenning

 

Wutfans, Teilzeitultras, Erfolgsfans

"Es ist die Reproduktion der Verhältnisse der Arbeitswelt, denen man eigentlich doch entfliehen wollte, sogar in der Freizeit, und die Selbstsetzung als fleißiger Musterfan, die geradezu zwangsläufig dazu führen, überall dekadente Schmarotzer auszumachen, die sich die eigene "Fanleistung" einverleiben wollen.

Das sind dann neben den "Teilzeitultras" vor allem die "Erfolgsfans", die Logenbesucher, die Sponsoren, die Fernseh- und Internetfans und alle anderen, die nicht durch messbare Ergebnisse belegen können, keine "Minderleister" zu sein. Aus diesem Gefühl heraus, selbst ganz besonders viel "für den Verein" zu leisten, werden dann allerlei Albernheiten gerechtfertigt, ob offene Briefe, Fanblockaden, Platzstürme oder der Kampf gegen "Kommerzialisierung" (was auch immer das sein soll).

Der Wutfan ist sich sicher, es besser zu wissen als die Verantwortlichen seines Vereins und protestiert am liebsten gegen nützliche Dinge wie die Erhöhung des Umsatzes "seines" Vereins - wie sein Verwandter, der Wutbürger, gegen einen modernen Bahnhof unter der Erde."

Worum: Der Wutfan

 

Das Klischee muss stimmen

"Es hätte keiner Recherche bedurft, um sich vor einer Falschmeldung zu schützen. Eine einfache Google-Suche nach eben dem Originalinterview hätte Zweifel aufkommen lassen.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass eine Geschichte, die derart gut zu aktuellen Klischees passt, eben stimmen soll, dass es als Kollateralschaden hingenommen wird, wenn ein Spieler danach unberechtigt als Idiot dasteht."

Königsblog: Die Annan-Story

 

Die Uhren gehen langsamer

"Eigentlich ist es ja bedauerlich, dass solche Statements noch immer nötig sind. Deutschland hat eine heterosexuelle Bundeskanzlerin, und mit Ausnahme von Berlin - wo der störrische Klaus Wowereit sein Schwulsein noch immer mit einem ermüdenden Und-das-ist-auch-gut-so kommentiert - werden alle Bundesländer von heterosexuellen Ministerpräsidenten respektive Regierenden Bürgermeistern geführt. Auch im Bereich der Musik, des Films und des Theaters finden sich viele Männer, die Frauen lieben, und Frauen, die Männer lieben.

Doch im Fußball gehen die Uhren offenbar weiterhin anders - und vor allem: langsamer. Dort ist es noch längst nicht selbstverständlich, Heterosexualität nicht als Krankheit anzusehen, sondern als gleichberechtigte Lebensform - und vor allem als Privatsache, die, ginge alles mit rechten Dingen zu, nicht der Rede wert sein sollte."

Lizas Welt: Offensive der Heteros

 

Eine übergeordnete Idee von Fußball

"Das Konzept aber ist offenbar weit mehr als das. Es umfasst mehr als eine Mannschaft, die über eine, vielleicht zwei Saisons sportlich gut miteinander harmoniert. Eine Spielidee soll entwickelt werden, die unabhängig von den Spielern funktioniert, die mehr ist als bloße Taktik, mehr als eine Frage des Spielsystems, eine Philosophie möglicherweise gar. Sie soll nicht jede zweite Saison gewechselt werden, denn auch die, heutzutage nicht nur weitaus wichtigere, sondern auch viel umfangreichere, Jugendarbeit soll auf sie ausgerichtet werden.

Im Idealfall, so der fordernde Fan, soll sie nicht nur Handschrift, sondern auch Aushängeschild des Vereins sein. Und dies über Jahre hinweg. Eine übergeordnete Idee von Fußball also, der sich alles unterordnet: Spielerauswahl, System, Taktik, Jugendarbeit."

Spielbeobachter: [In Search of] Das Konzept

 

Der Kontakt zur Heimat

"Wie nah liegt die Möglichkeit Deiner Einschätzung nach, dass man als türkischstämmiger Fan in Deutschland aufwächst und nur noch einen deutschen Lieblingsverein hat?

Die Möglichkeit sehe ich auf absehbare Zeit nicht. Bei aller Integration und Anpassung sind die Heimatverbundenheit und die emotionale Nähe zu der Türkei bei uns sehr stark ausgeprägt, und es wird alles dafür getan, um den Kontakt, egal in welcher Form, mit dem Land aufrechtzuerhalten.

Neben dem Verfolgen der Politik, dem Schauen türkischer Fernsehserien und dem Hören der türkischen Musik ist der Fußball dafür nun mal eines der Hauptmittel dafür, vor allem für männliche, jüngere Türken bzw. Deutschtürken."

Trainer Baade/Sidan Arslan: Türkischer Fußballfan in Deutschland sein

 

Platzstürme und Gewalt - seit Jahren

"Das mit den Platzstürmen und der Gewalt geht seit Jahren so. Ich erinnere mich an einen heulenden Vereinspräsidenten, vielleicht vor fünf Jahren, der wegen der Fans zurückgetreten ist, vor laufender Kamera, weil er nicht mehr konnte. Ich erinnere mich deswegen daran, weil mich das so fassungslos gemacht hat wie selten ein Fernsehbericht. Das brach einfach so aus ihm raus, die Tränen, die Worttrümmer, die ganze Enttäuschung. Der war so schutzlos vor dieser Kamera, wie RTL seine Darstelleropfer immer gern hätte."

Zum Blonden Engel: Keineswegs heilsam

 

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