Mittwoch, 17.02.2010

SPOX-Blogschau

Hattrick Lell! Noch Fragen?

Alles muss man selber machen. Weil die Bayern-Blogger beim Gedanken an den AC Florenz einen Miro Klose im Hals bekommen, erledigt halt die Blogschau die überfällige Ansage Richtung Italien. Prognose: Heute Abend gibt's in der Allianz Arena Hühnerhaufen-Frikassee mit Abwehr-Hackfleisch!

Ein Dreierpack im Rückspiel: Gegen Florenz reicht auch Christian Lell
© Getty
Ein Dreierpack im Rückspiel: Gegen Florenz reicht auch Christian Lell

 

Ansage I

Man, was hatte ich für einen schönen Auftakt in die Blogschau geplant! Mit ein paar Zitaten dem AC Florenz ordentlich eins auf die Mütze geben. Damit sie nicht frech werden heute Abend. Gleich mal Revier markieren. Ansage rausflöten. Fertig. Und was machen die Bayern-Blogger? Mümmeln sich in ihre FCB-Schmusedecke und verschlucken sich vor Bescheidenheit fast am lauwarmen Gute-Nacht-Kakao aus der Miro Klose-Sonderedition ("Der Querpass unter den Kakaosorten").

"Jetzt wird sich zeigen, ob die Chancen die z.B. Dortmund hatte, wirklich von einer europäischen Spitzenmannschaft gnadenlos genutzt werden. Ehrlich gesagt, glaube ich das nicht. Ich denke nicht, dass Florenz diese europäische Spitzenmannschaft darstellt. Damit will ich nicht sagen, dass wir es sind. Genau dies gilt es in den beiden Spielen zu beweisen." schreibt kaisergrantler. Breitniggeerinnert an das Aufeinandertreffen vor einem Jahr:

"Seinerzeit lagen wir ja alle noch im Klinsmann-Delirium und glaubten tatsächlich eine mehr als überzeugende Vorrunde in der Champions League absolviert zu haben. Dabei war es nur pures Glück, dass wir, zum Beispiel gegen die Toskana-Kicker, nicht genauso untergegangen sind wie heuer gegen Bordeaux. Und nur, weil Florenz der Spielmacher fehlt, ist da die Messe noch lange nicht gelesen. Ist unser Gegner im Rahmen der Konter-Aktivitäten nur halb so stark wie im letzten Heimspiel 2008, dann Gnade unser Abwehr Gott."

Noch schlimmer geht's bei Fernglas FCB zu, wo man offensichtlich immer noch Albträume von Pippo Inzaghi und seinen Last-Minute-Buden hat: "Den Florentinern dürfte es zupass kommen, dass alle Welt sie so einschätzt wie es der Tabellenstand der Lilafarbenen in der ersten italienischen Liga verheißt: graues Mittelmaß - also definitiv eine andere Liga als der FCB im Februar 2010. Das Überraschungsmoment wäre auf ihrer Seite. Wir sollten uns aber hüten - italienische Mannschaften stehen hinten gut und sind auch immer für ein überraschendes Tor in der 89. Minute zu haben. Typisch, Italiener eben. Die Ausgangsposition nach Mittwoch muss also ein mehrfach-zu-Null-Sieg sein."

 

Ein "mehrfach-zu-Null-Sieg"? Bitte?

Jungs, aufgepasst, so geht das: Heut Abend gibt's im Stimmungstempel Allianz Arena erst mal schön italienisches Hühnerhaufen-Frikassee mit Abwehr-Hackfleisch. Die Toni-Brüder werden so sehr gegen den Strich gebürstet, dass sie nach dem Spiel aussehen wie Chewbacca mit dem Finger in der Starkstromsteckdose. Das wird ein Kantersieg, der erst noch von der NASA nachberechnet und bestätigt werden muss.

Wenn Robben und Ribery mit diesem Mädchentraum in Lila fertig sind, glüht der Rasen so sehr, dass du dir die Beleuchtung vom Stadion mal eben sparen kannst. Die ach so drollige Fiorentina kann froh sein, wenn sie nach dem Spiel den Weg über die Alpen nach Hause findet. Und wenn sie dort angekommen ist, gibt's die bajuwarische Spezialbehandlung gratis ein zweites Mal. Von der B-Mannschaft. Dann wird Lell denen gleich mal schön einen lupenreinen Hattrick einschenken. Unter 10:0 geht da gar nichts. So. Noch Fragen?

 

Ansagen II bis XLIII

Wenigstens pflegt man andernorts noch eine gesunde Streitkultur. Es folgen: Impressionen nach dem DFB-Pokal-Aus von Köln und der Spieltagsniederlage vom Club:

"Was sich Herr Hoyzer gestern erlaubt hat, war der schlechteste Witz, den ich seit Helmers Phantomtor von einem Schiri gesehen habe. Aber: Ich möchte niemandem etwas unterstellen und daher nehme ich das Wort Schiebung an dieser Stelle auch nicht in den Mund. Denn: Das gestern war schon zu auffällig, um geschoben zu sein. Das hätte der echte Herr Hoyzer wahrscheinlich unauffälliger angestellt. Nein, das gestern war schlicht und einfach Dilletantismus. Dilletantismus, der 2 Millionen Euro gekostet hat." donluka

"So viel geballte Dummheit wie gestern im DFB-Pokalspiel zwischen Augsburg und Köln habe ich selten gesehen." Wuerzburcher

"Für die Augsburger ist es fast schon schade, dass ihre durchaus beeindruckende Leistung weniger gewürdigt wird als der große Auftritt Thorsten Kinhöfers." Die Welt - aus Sicht der Südtribüne

"Irgendwann ist das Maß voll. Irgendwann läuft das Fass über. Irgendwann bin ich nicht mehr bereit, himmelschreiende Benachteiligungen meiner Mannschaft durch das Pfeifentrio schicksalsergeben mit dem lapidaren Verweis darauf, dass Schiedsrichter halt auch nur Menschen sind, abzutun. Irgendwann setze ich mich zur Wehr." Clubfans-united

"Was mir aber ziemlich, und in jüngster Vergangenheit ganz ziemlich gegen den Strich geht (gegangen ist), sind Diskussionen über den Schiri, die das Spiel und die Leistungen der eigenen und gegenerischen Mannschaft völlig außen vor lassen. Allein der Schiri wäre schuld an allem. Der eine oder andere Trainer hat in den letzten Jahren dazu gelernt, andere kopieren die Haltung anderer und der Trainer vom 1. FC Köln hat gerade gestern wahre Größe gezeigt. RESPEKT! KOMPLIMENT! HUT AB!" uh1963

 

Snowboarder in Leggins

"Jaja, typisch deutsch", mag sich so mancher denken wenn er den vorigen Absatz durchliest. Denn wir Deutschen sind ja fürs Nörgeln genau so bekannt wie für unser Sauerkraut und XL-Shirts, die US-Rapper sogar für ihre Kinder zu klein finden. Aber hey! Wir sind nicht allein! Die Kanadier meckern ebenso gerne. Berichtet zumindest Jeff Lee in seinem Vancouver-Blog über die Reaktionen auf die Eröffnungsfeier.

Ach, und apropos XL-Shirts: Könnt ihr euch einen Snowboarder vorstellen, der in hautengen Leggins die Abfahrt runterdüst? Nicht? Ich auch nicht wirklich. Vielleicht sollte man sich an den Gedanken aber gewöhnen. Denn eng anliegende Hosen sind zwar uncool, machen aber schneller. Und deshalb denken einige Snowboard-Racer zum Schrecken der Konkurrenz um.

Überhaupt scheinen Hosen bei den Olympischen Winterspielen ein wichtiges Statussymbol zu sein. Oder warum haben jetzt sogar die norwegischen Curler ihre langweiligen schwarzen Hosen gegen heiße Geräte aus einer Golferkollektion getauscht? Auch wenn der norwegische Teamkapitän seine Kollegen mit den Hosen lieber mal überrascht hat. Die wussten erst was davon, als sie die Dinger schon an den Curler-Waden hatten. Tja, und ihr dachtet, wir Deutschen hätten Probleme.
Jeff Lee:
How you can tell the Canadians at the 2010 Olympics
John Branch: Do these pants make me look fast?
Kassie Bracken: The Curling Lords of Argyle

 

Der größte Gummiball...

Schon mal gefragt, warum der Super Bowl so heißt, obwohl man gar keine riesige Schüssel gewinnt? Und mal überlegt, welche Schwächen die Finalteilnehmer am Super Bowl in den nächsten Wochen abstellen sollten? Master_of_Disaster und maschemist klären auf.
Master_of_Disaster:
NFL Legends XX - Super Bowl
Maschemist: Hausaufgaben (15)

 

... und das teuerste Schlagloch der Welt

Mitten in den 500 Meilen von Daytona wird das Rennen unterbrochen. Erst für anderthalb Stunden, dann noch einmal für 40 Minuten. Die unfassbare Geschichte des diesjährigen "Super Bowl des Motorsports", nachzulesen im Racingblog:

"Auf Twitter war der Teufel los. Selbst gestandene Journalisten wie Jeff Gluck oder Dustin Long wunderten sich über die, nennen wir es mal Kopflosigkeit, der NASCAR und beklagten den allgemein schlechten Zustand der Strecke. Daytona ist das letzte Mal 1979 neu asphaltiert worden. Seitdem hat man immer nur ausgebessert. Angesichts der Tatsache, dass es auch in Daytona viel regnet und mal kalt ist und schon "normale" Straßen da gerne mal nachgeben, ist es schon ein Wunder, dass die Strecke bei der Belastung so lange durchgehalten hat. Warum die Strecke ausgerechnet gestern aufbrach, ist ein kleines Rätsel, immerhin hatte sie zwei Rennen am Samstag schadlos überstanden."
Racingblog:
NASCAR: Daytona 500 - 2010 Analyse

 

Mit Timo Boll im Recall

Tischtennis hat es nicht leicht. Im deutschen Fernsehen ist es ungefähr so präsent wie Unterwasser-Mikado. Aber Tischtennis ist nicht dumm. Tischtennis hat sich was einfallen lassen. Beziehungsweise hat man einfach mal dreist bei Dieter Bohlen geklaut. Die Idee: Ein Showevent mit allem, was für die heutige Castingshow-Generation dazugehört.

"Mit einer Jury, wie bei DSDS. Du kannst das nicht, bist aber ein toller Typ. Willkommen im Recall. Mit Gewichtung auf Ästhetik, wie beim Ballett. Wie sich Timo Boll wohl im Tutu macht? Gewinnschläge und Effektivität? Völlig irrelevant. Verkauft sich nicht, wie man aus den letzten Jahren weiß. Vielleicht steigert das Event tatsächlich den Bekanntheitsgrad der Sportart."

Bekannter könnte man so tatsächlich werden. Aber reicht das allein? Daniel Küblböck ist ja immerhin auch bekannt.
Amikaro: Kampf um mediale Aufmerksamkeit

Im zweiten Teil: Der wahre Nutellaboy und Guardiola vs. die Caipirinha-Fraktion

Max-Jacob Ost

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