Mein neues Rentnerleben

Von Jonas Reckermann
Dienstag, 29.01.2013 | 09:48 Uhr
Nach Olympia-Gold nun das Karriereende: Reckermann tritt nach seinem sportlichen Höhepunkt ab
© Getty

Jonas Reckermann beehrt SPOX mit seinem Blog zum Karriereende. Der Beachvolleyball-Olympiasieger über sein Rentnerleben, Ex-Akten, Arztprognosen und seine Zeit nach der Laufbahn.

Hallo zusammen!

Nun bin ich also Ex-Sportler und das hört sich irgendwie ein bisschen komisch an. Schuld ist vermutlich die Vorsilbe, mit der man überwiegend negative Dinge assoziiert. Zum Beispiel verbinden die meisten Menschen Wörter wie "Ex-Frau" (OK, einige Männer verspüren bei diesem Wort vielleicht auch Erleichterung), "Exhumierung", "Exkrement", "Exerzierplatz" oder "Exponentialfunktion" nicht unbedingt mit positiven Emotionen...

Das Thema Verletzung möchte ich gar nicht groß thematisieren, nur soviel dazu: Ich habe aus der Zeitung erfahren, dass mir in absehbarer Zeit massive Lähmungserscheinungen und der Rollstuhl drohen - ich kann beruhigen und klarstellen, dass meine Ärzte bessere Erkenntnisse haben als der dort zitierte und mir unbekannte Arzt...!

Karriereende als Präventivmaßnahme

Der Schritt zum Karriereende war natürlich nicht angenehm. Aber der Wunsch, den Alltag auch perspektivisch halbwegs schmerzfrei bestreiten und (Hobby-)Sport treiben zu können, ist zu groß und wichtig, als dass ich meine Gesundheit für weitere sportliche Höchstleistungen aufs Spiel setzen wollte.

Die Reaktionen auf meinen Entschluss ähnelten sich stark: Auf Überraschung, Bedauern und Verständnis folgte oftmals die Gratulation zu einer Entscheidung zum perfekten Zeitpunkt. Nun kann ich mir für die Wahl des Zeitpunkts mangels absoluter Freiwilligkeit nicht wirklich selbst auf die Schulter klopfen, bin im Nachhinein aber froh, dass ich diesen richtigen Entschluss nicht erst deutlich später (oder schon vor einem Jahr...) getroffen habe.

Neben der Tatsache, dass Julius nun noch etwas Vorbereitungszeit mit seinem neuen und sehr vielversprechenden Partner hat und ich die für einen Sportler seltene Erfahrung des "Abtretens auf dem sportlichen Höhepunkt" machen durfte, gibt es in der Tat noch andere positive Aspekte: So fiel die Entscheidung zwar früh genug, um den im Januar nicht immer wohltemperierten Beachhallen aus dem Weg gehen zu können, aber andererseits ausreichend spät, weil die Teilnehmer für das Dschungelcamp bereits feststanden!

Es wird keine Langweile aufkommen

Da weder BigBrother angefragt hat, noch mir eine Kochshow angeboten wurde, muss ich mir wohl demnächst auch ernsthafte Gedanken um meine weitere berufliche Zukunft machen. Zunächst steht aber noch das letzte Drittel meines Lehramtsexamens in den kommenden Wochen an, gleichzeitig beschäftige ich mich auch ein wenig mit möglichen zukünftigen Arbeitsfeldern, werde aber dem Beachvolleyball zunächst auf jeden Fall treu bleiben.

Auch zukünftig stehen diverse Projekte - viele zusammen mit Julius - auf dem Programm (Beachcamp, PR-Termine für unsere Partner, Vorträge etc.) und auch sonst gibt es die ein oder andere Idee rund um den Sand, die mich durchaus reizen könnte.

Ich wünsche eine schöne Woche und bis demnächst!

Euer Jonas

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