Tennis

Barbara Haas beim WTA Linz: "Habe meine besten Jahre definitiv vor mir"

Haas hat ihren Aufschlag verbessert.
© GEPA

Barbara Haas hat beim WTA-Turnier in Linz zwar eine Erstrundenniederlage im Einzel kassiert, im Doppel dafür einen Sieg mit weitreichenden Konsequenzen gefeiert. Im Gespräch mit tennisnet lieferte die 22-Jährige eine Kampfansage und verriet, was ihr noch zum Sprung an die Weltspitze fehlt.

Leicht enttäuscht verließ Barbara Haas zusammen mit ihrer Doppel-Partnerin Belinda Bencic am Donnerstagabend den Showcourt in der Linzer TipsArena. Enttäuscht deshalb, weil sie spürten, dass ein Sieg gegen Johanna Larsson und Kirsten Flipkens in der zweiten Runde durchaus möglich gewesen wäre.

Doch nur wenige Minuten später zeigte sich Österreichs aktuell beste Tennisspielerin gegenüber tennisnet schon wieder bestens gelaunt. "Doppel ist immer cool, vor allem mit der Belinda", sagte sie über ihre Partnerin, mit der sie sich im wahrsten Sinne des Wortes bestens versteht: "Ihre zweite Muttersprache ist slowakisch, meine tschechisch. Auf dem Platz mixen wir das immer wieder mit Deutsch durch."

Mit der Schweizerin Bencic verbindet Haas eine enge, lang währende Freundschaft. "Wir kennen uns seit meinem ersten internationalen Turnier, das müsste in der U10 gewesen sein. Über die Jahre haben wir in der Jugend oft gegeneinander gespielt", erklärte Haas.

Barbara Haas: Doppel-Ranking durch Sieg mit Belinda Bencic

Von den Veranstaltern des mit 250.000 US-Dollar dotierten Turniers in Linz bekam sie mit Bencic eine Wild Card für das Doppel-Hauptfeld, die ein großes Problem aus dem Weg räumte.

"Ich habe kein Doppel-Ranking. Eigentlich wollte ich bei den 125.000-Turnieren Doppel spielen, bin dort aber nie reingekommen", erzählte Haas, die im Februar 2016 ihr letztes Doppel-Match ohne Wild Card bestritten hatte.

Durch den Zweisatz-Sieg in der ersten Runde gegen Paula Kania/Cornelia Lister wird Haas ab der kommenden Woche in der Doppel-Rangliste aufscheinen. "Ich freue mich sehr. Wenn ich wo spielen will, kann ich das jetzt tun."

WTA-Ranking: Barbara Haas' Platzierung zum Jahresende

JahrPlatzierung EinzelPlatzierung Doppel
2017171-
2016150-
2015227545
2014353-
20137621078
2012531837

Barbara Haas: "Turniere wie Linz brauche ich öfters"

Im Einzel war für Haas in Linz bereits am Mittwoch das Turnier beendet. In ihrem ersten Match gegen eine Top-10-Spielerin verlor die gebürtige Steyrerin in zwei Sätzen. "Ich komme hierher und glaube, dass meine Schläge nicht ausreichen und dass ich etwas Besonderes gegen diese Spielerinnen zeigen muss. Das ist aber nicht der Fall", ärgerte sich Haas.

Und weiter: "Daher ist es auch wichtig, dass man solche hohen Turniere spielt, um Matches gegen stärkere Spielerinnen zu bekommen. Dann ist es auch nur eine Frage der Zeit, bis ich konstant auf einem höheren Level spiele."

Allerdings befindet sich Haas zur Zeit in einer Pattsituation: In den Qualifikationen für WTA-Turniere ist die Gefahr groß, ohne Punkte im Gepäck die Heimreise antreten zu müssen. Bei ITF-Turnieren ist die Chance auf Erfolg größer, Matches gegen die Weltspitze bleiben aber verwehrt.

Einen Start bei der Qualifikation von Luxemburg sagte sie kurzfristig ab, danach reist sie zu einem ITF-Event in Oslo. Weitere Turniere auf der "Challenger"-Ebene in Europa habe sie noch geplant, ehe sie Mitte November ihre Saison beenden wolle. "Aber solche Turniere wie Linz brauche ich öfter", sagte die Schwester der mehrfachen Staatsmeisterin Patricia, die ihre Karriere mittlerweile beendet hat.

ÖTV-Förderung eingestellt - Haas wünscht sich Trainingspartnerinnen

Ihren Stützpunkt, an dem Barbara Haas auch ihre Vorbereitung zur neuen Saison absolvieren wird, bleibt wie die Jahre zuvor jener in Linz, obwohl dort das Leistungszentrum des ÖTV aufgelöst wird. Haas bekommt zudem in Zukunft keine Förderung mehr vom Verband.

"Die Begründung war, dass ich schon 22 Jahre alt bin", ärgerte sich Haas. "Der Verband glaubt, dass man da alt ist. Ich glaube aber, dass ich meine besten Jahre definitiv vor mir habe."

Dass es ihr in Linz immer wieder an starken Trainingspartnerinnen fehlt, findet Haas "schade. Ich muss es nehmen, wie es ist und hoffe, dass wir in Zukunft mehr werden."

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