Tennis

Davis Cup, Tag 1: Der Teamgeist steht in Graz im Vordergrund - auf beiden Seiten

Von Jens Huiber
Ein Team, das ganz nach oben will: Dennis Novak, Gerald Melzer, Oliver Marach, Jürgen Melzer
© GEPA

Österreich geht als Favorit auf den Sieg in die letzten beiden Tage des Davis-Cup-Matches gegen Australien. Irgendwie sind aber alle Seiten mit dem Auftakt in Graz zufrieden.

Von Jens Huiber aus Graz

2:0 nach dem ersten Tag also, das hatte sich Stefan Koubek sicherlich erhofft, zu rechnen war allerdings nur mit dem ersten Punkt von Dominic Thiem gegen Jordan Thompson. Die dominante Vorstellung der österreichischen Nummer eins hat Kumpel Dennis Novak eine frühere Einsatzzeit beschert als von diesem antizipiert, Novak hat nach leichten Anfangsproblemen das Beste daraus gemacht.

Warum? Vielleicht weil der Teamgeist in der österreichischen Mannschaft auf einem Allzeithoch angekommen zu sein scheint. Dazu beigetragen hat sicherlich das ohnehin sehr gute Verhältnisse von Dominic Thiem und Dennis Novak, der Umstand, dass neben der Davis-Cup-Allzeitgröße Jürgen auch dessen Bruder Gerald Melzer am Start ist - und mit Oliver Marach ein Mann, der auf der ATP-Tour als einer der nettesten Herren überhaupt gilt.

Dass mit Alexander Peya und Philipp Oswald noch zwei absolute Teamspieler zur Verfügung stünden, spricht für die Stimmungslage und Aufbruchstimmung im österreichischen Tennissport.

Thiem am Sonntag vielleicht nur Zuschauer

Noch ist zwar Vorsicht geboten - wer die beiden Darbietungen von Dominic Thiem und Alex de Minaur allerdings nebeneinander legt, für den ist es kaum vorstellbar, dass der Australier am Sonntag gegen Thiem etwas reißen wird.

Ob Thiem am Sonntag überhaupt noch in die Bütte geht oder seine Sandplatzsaison 2018 mit dem Sieg gegen Thompson offiziell beendet hat, hängt vom Ausgang des Doppels ab.

Die Unterstützung des Publikums wurde von Seiten der Australier als nicht unfair, sonder Davis-Cup-typisch eingestuft, Dominic Thiem hat jede Nuance des vielfältigen Anfeuerungschors wahrgenommen. "Wenn man vorne liegt, ist einem das Wurscht", so der Lichtenwörther. Und dem Spielverlauf gegen Thompson nach war es Thiem sogar herzlich Wurscht.

Hewitt zufrieden, frustriert und sauer

Lleyton Hewitt auf der anderen Seite muss sich den Rückstand nach Tag eins nicht allzusehr zu Herzen nehmen. Die Australier werden im kommenden Jahr in der Weltgruppe vertreten sein, bei einer Niederlage in Graz geht höchstens die Setzung flöten.

Auch bei den Australiern ist die Stimmung gut, Hewitt war trotz der am Ende glatten Niederlagen stolz auf seine "Boys". Und sparte auch nicht mit Lob für den spirituellen Leader des Teams, die australische Legende Tony Roche. Der nur nicht statt ihm, Hewitt, hier bei der Pressekonferenz säße, weil er nicht mit den Journalisten sprechen will.

Zwei Dinge allerdings frustrierten den Playing Captain, der sich am Samstag vielleicht selbst ins Doppel einbringen wird. Zum einen die Absenz seines Spitzenspielers Nick Kyrgios. Dies sei richtig "frustrierend". Noch schlimmer aber empfindet Hewitt, der Traditionalist, die neue Weltordnung im Davis Cup: Vier Einzel auf zwei Gewinnsätze, danach erst das Doppel - das habe nichts mit dem echten Davis Cup zu tun.

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