Tennis

Davis Cup: Lleyton Hewitt kennt nur 100 Prozent

Von Jens Huiber
Eine Ein-Mann-Büffelherde: Lleyton Hewitt
© GEPA

Australien hat im Davis Cup gegen Österreich den Anschluss hergestellt. Auch und vor allem wegen der Energie von Playing Captain Lleyton Hewitt.

Von Jens Huiber aus Graz

80 Prozent, so hoch hatte Thomas Muster vor dem Davis-Cup-Doppel zwischen Österreich und Australien die Chance bemessen, dass die Hausherren schon am Samstag den Aufstieg in die Weltgruppe feiern können.

80 Prozent sind aber um 20 Prozent weniger, als Lleyton Hewitt, haltlosen Gerüchten nach im Tennis-Ruhestand, zu geben bereit ist. Vor allem auf dem Court. Abseits der Wettkampfstätten sei Hewitt immer sehr zuvorkommend, hat Dominic Thiem am Freitag noch gesagt. Wenn es um den Gewinn von Punkten, Spielen, Sätzen, Matches geht, dann hat "Rusty" immer noch ein Energielevel, von dem er gerne die Hälfte an Nick Kyrgios abgeben könnte.

Lleyton Hewitt kennt keine Zurückhaltung

So zu sehen natürlich auch am Samstagnachmittag. Nie hat ein "Come on!"-Schrei einsamer geklungen als beim ersten Break für Hewitt und Partner John Peers zu Beginn des zweiten Satzes, aber es ist vom Herzen gekommen. Knapp 6.000 Österreicher haben geschwiegen, selbst das gute Dutzend australischer Fans sich in Zurückhaltung geübt, aber eben jene ist Lleyton Hewitt fremd.

Natürlich: Auch die Österreicher haben sich gepusht, der Trompeter im Publikum hatte diesmal auch animierendes Liedgut in seinem Portfolio. Und ein fünfter Satz war keineswegs außer Reichweite für Jürgen Melzer und Oliver Marach.

Millman gibt Bewerbung als zukünftiger Davis-Cup-Kapitän ab

So aber muss es Dominic Thiem richten. Der hat sich eigentlich schon auf die Hartplätze in der St. Petersburger Halle eingestellt, jetzt werden doch noch einmal die Sandhammerl ausgepackt. Wenn man nun den Pokerspieler Lleyton Hewitt richtig einschätzt, dann wird am Sonntag ab 11 Uhr der österreichischen Nummer eins gegenüberstehen. Und nicht Alex de Minaur, der gegen Dennis Novak ab Satz zwei hilf- und chancenlos war.

Millman hat sich bis zum Doppel geschont, dort seine Bewerbung als zukünftiger Davis-Cup-Kapitän abgeben. Dass er Thiem quälen kann, ist unwahrscheinlich, die bisherigen Duelle hat der Lichtenwörther allesamt gewonnen, das letzte im Sommer am Hamburger Rothenbaum deutlich.

Lleyton Hewitt wird dann wieder den Platz auf seiner Betreuerbank eingenommen haben. Theoretisch. In Wahrheit wird der 37-Jährige bei jeder Gelegenheit aufspringen und seinen Mann anfeuern. Und bei günstigem Spielverlauf überlegen, ob er sich nicht vielleicht doch noch für das letzte Einzel gegen dennis Novak reaktivieren sollte.

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