Tennis

Davis Cup: Ausgeglichenes Duell mit Vorteil Dominic Thiem

Von Jens Huiber
Dominic Thiem zeigt sich ab Freitag seinen Fans in St. Pölten
© GEPA

Die US Open haben gezeigt, dass die Fans im Davis-Cup-Relegationsspiel zwischen Österreich und Australien in Graz ein ausgeglichenes Duell erwarten dürfen.

Die Frage, für wen es ab Freitag in Graz überhaupt um etwas geht, sollte in diesem Moment vorerst hintangestellt werden. Australien steht in den aktuellen Davis-Cup-Rankings auf einem soliden achten Platz. So krude kann die Arithmetik der ITF gar nicht sein, dass die Aussies nicht Teil der Weltgruppe 2019 sein werden. Die erste Runde wird mit 24 Teams ausgespielt, die Halbfinalisten aus der laufenden Kampagne sind ohnehin schon fix für das Finalturnier im Herbst gesetzt.

Frankreich (aktuell Spitzenreiter), Kroatien (Position vier), die USA (Platz sieben) und die an acht gereihten Spanier können sich also auf die letzte traditionelle Endphase des Davis Cup einstellen.

Österreich? Platz 22 steht nach den Erfolgen gegen Weißrussland und in Russland in den Charts, ein Sieg gegen Millman und Co. würde diese Position noch weiter verbessern.

Cahill schenkt Österreich zwei Davis-Cup-Punkte

Sicher ist also sicher, und der sicherste Tipp ist aus österreichischer Sicht natürlich Dominic Thiem. Darren Cahill, der australische Coach von Simona Halep und im Nebenberuf Experte für den US-Sender ESPN, hat die beiden Einzel gegen die österreichische Nummer eins bereits abgeschrieben.

Die Punkte müssen John Millman und Alex de Minaur in Absenz von Nick Kyrgios also gegen den Mann hinter Thiem holen, aller Wahrscheinlichkeit nach wird dies Dennis Novak sein.

Die augenblickliche Verfassung von Millman ist als erstaunlich gut zu bewerten, auch die ergebnismäßig glatte Niederlage gegen Novak Djokovic hat dies unterstrichen. Wie der sehr beredte 29-Jährige die Umstellung vom zugegeben langsamen Court im Arthur Ashe Stadium auf den sicherlich noch langsameren Sand in Graz schaffen wird, ist eine der spannenden Fragen des Wochenendes.

Thiem zweimal gegen Millman erfolgreich

Thiem kennt Millman aus jüngerer Vergangenheit gut, bei seinem ersten Match nach Wimbledon und Urlaub hat der Lichtenwörther den Australier in der deutschen Bundesliga knapp geschlagen. Ein paar Tage später in Hamburg sehr deutlich.

Millman hätte für die Australier in diesem Jahr schon einmal Geschichte schreiben können - hätte nicht Alexander Zverev dem deutschen Team in Brisbane mit seinem Sieg gegen Nick Kyrgios den entscheidenden dritten Punkt beschert. Für das Einzel Nummer vier hatten die Kapitäne Lleyton Hewitt und Michael Kohlmann eben Millman und Peter Gojowczyk vorgesehen.

Doppelasse nicht in Bestform

Alex de Minaur war in Brisbane am Start, konnte eine Führung gegen Zverev nicht nach Hause spielen. Wie auch nicht bei den US Open gegen Marin Cilic. Die kämpferische Leistung des 19-Jährigen hat in beiden Fällen dennoch beeindruckt.

Das Doppel könnte schließlich zum Veteranen-, ja, Legenden-Vergleich mutieren: Auf österreichischer Seite ist vom Paar Oliver Marach und Jürgen Melzer auszugehen, mit dem Verzicht auf Matthew Ebden hat sich Lleyton Hewitt quasi selbst eine Rutsche in Richtung Einsatz an der Seite von John Peers gelegt.

Der Formcheck für Peers sieht nicht ganz so positiv aus wie bei den Einzel-Kollegen: Mit Partner Henri Kontinen war bei den US Open schon in Runde zwei gegen Fabrice Martin und Jeremy Chardy Schluss. Andererseits: Auch Oliver Marach musste sich aus New York nach nur einem Doppel-Match mit Mate Pavic verabschieden.

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