Samstag, 10.12.2016

TENNIS EUROPE JUNIOR MASTERS

Lukas Krainer gewinnt als erster Österreicher das Jugend-Masters

Das heimische Talent triumphiert in Reggio Calabria ohne einen einzigen Satzverlust in der Altersklasse U16.

© GEPA

So wie für die besten Herren die ATP World Tour Finals und für die Damen die WTA Finals ausgetragen werden, gibt's auch bei den Jugendlichen ein Abschlussturnier für die acht besten Spieler einer Saison. Seit 1996 veranstaltet, hatte es bislang weder bei den Burschen, noch bei den Mädchen sowie weder in der Altersklasse U14, noch in der Altersklasse U16, jemals auch nur einen rot-weiß-roten Finalisten oder eine rot-weiß-rote Finalistin gegeben. Dies hat Lukas Krainer nunmehr tatsächlich zu ändern vermocht, die österreichische Nachwuchshoffnung hat am Sonntag sensationell das Tennis Europe Junior Masters bei den Unter-16-Jährigen für sich entschieden. Der junge Kärntner setzte sich beim großen Finale in Reggio Calabria gegen den Serben Kristijan Juhas mit 6:4, 7:6 (5) durch.

Prominente Siegerliste: Nadal, Robredo,... und Krainer

Krainer hatte sich dank vier Turniersiegen in diesem Jahr und weiteren starken Leistungen für das Masters qualifiziert gehabt, obwohl er im Sommer wegen einer Ellbogenverletzung gleich neun Wochen Zwangspause einlegen hatte müssen. Vorm finalen Showdown der besten Acht hatte er sich gegenüber der "Kleine Zeitung" dennoch ziemlich optimistisch geäußert: "Gegen fünf von ihnen habe ich schon gewonnen, gegen die anderen zwei noch nicht gespielt, deshalb bin ich sehr zuversichtlich", hatte er gemeint, "aber es wird ein hartes Wochenende, denn hier spielen nun einmal die besten acht europäischen Spieler der Klasse U16." Doch durch ein 6:2, 6:4 über den topgesetzten Rumänen Cezar Cretu und ein 6:4, 6:1 gegen den drittpositionierten Ungarn Daniel Khin erreichte er zunächst das Endspiel.

Und auch dort blieb Krainer letztlich ohne Satzverlust, nach seiner 6:4,-4:2-Führung wurde es gegen Juhas nochmals knapp, im Tiebreak behielt er jedoch die Nerven. "Ich habe im zweiten Satz begonnen, übers Gewinnen nachzudenken, und das hat mein Timing beeinträchtigt. Aber jetzt bin ich dermaßen glücklich - ich kann das Gefühl nicht mal beschreiben", strahlte er laut tenniseurope.org. Krainer tritt somit in die Fußstapfen einiger prominenter Namen, die bei der Veranstaltung ebenfalls bereits triumphiert hatten, so etwa Rafael Nadal (2000, U14), Tommy Robredo (1996, U14), Alexander Zverev (2011, U14), Marcel Granollers (2002, U16), Filippo Volandri (1997, U16) und noch vieler weiterer ehemaliger oder derzeitiger ATP-Top-50- oder -Top-100-Spieler. Gemäß ÖTV-Informationen schließt er 2016 außerdem als Nummer eins in der Tennis-Europe-Rangliste ab und wird als Spieler des Jahres gekürt - mit der Übergabe der Auszeichnung bei den ATP World Tour Finals in London.

Connections nach Kroatien: "Dort gibt es keine Neider"

Krainer hatte bereits mit vier Jahren einst die Liebe zum Tennis entdeckt: "Meine Familie war schon immer tennisbegeistert - und das hat sich dann auf mich übertragen. Ich habe gleich die Bälle getroffen", erzählte er der "Kleine Zeitung" im letzten Jahr. Der Schüler des Schulsport-Leistungsmodells Kärnten (SSLK) wird seit sechs Jahren vom Kroaten Josko Skugor trainiert, Ex-Trainer des US-Open-Champions von 2014, Marin Cilic, und Vater von ATP-Profi Franko Skugor, Nummer 211 der Welt im Einzel und Nummer 96 im Doppel. Und 2003 ebenso U16-Sieger des Junior Masters. Immer wieder schlägt Krainer zu Trainingszwecken seine Zelte in Kroatien auf. Den Feinschliff fürs Tennis Europe Junior Masters hatte er sich in Porec geholt: "Hier habe ich die perfekten Bedingungen und Trainingspartner, die mich fordern. Man kann nur von den Besten lernen."

Der Einstellung und Herangehensweise südlich der Heimat kann Krainer dabei bloß Positives abgewinnen: "Mich beeindruckt, dass die Kroaten im Gegensatz zu den Österreichern immer zusammenhalten. Dort gibt es keine Neider. Zudem sind sie absolute Perfektionisten, was mir entgegenkommt." Sein Vorbild ist Borna Coric, der heuer mit 19 Jahren bis auf Position 33 in der Weltrangliste bei den Herren vorgedrungen ist. "Er ist körperlich so stark, gibt nie auf und ist selbstbewusst. Das taugt mir." Für Krainer wird es keine lange Verschnaufpause geben: Es geht schon bald auf der ITF-Tour weiter, wo er bei seinem erst zweiten Turnierstart überhaupt beim Heimturnier in Villach (Kategorie 2) im Mai auf Anhieb das Viertelfinale erreicht hatte, sich in der Jugend-Weltrangliste nach erst wenigen Einsätzen bereits auf Platz 827 geschoben hat und noch mehr als zwei Jahre spielberechtigt ist. Die Marschroute ist für ihn klar gesteckt: "Ein Ziel ist sicher, in ein, zwei Jahren bei den Jugend-Grand-Slams dabei zu sein und danach den Sprung auf die ATP-Tour zu schaffen."

Manuel Wachta

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