Thiem kennt mit Doppelpartner keine Gnade

SID
Freitag, 19.02.2016 | 00:00 Uhr
Dominic Thiem erfolgreich in Buenos Aires
© getty

Die erste Südamerika-Tour seiner Profikarriere könnte bisher kaum besser anlaufen: Dominic Thiem hat bei den Argentina Open am Freitagabend nach MEZ auch sein drittes Einzelmatch erfolgreich absolviert.

Der fünftgesetzte Niederösterreicher (ATP 19) kannte im Viertelfinale der ATP-World-Tour-250-Sandplatzveranstaltung in Buenos Aires mit Doppelpartner Dusan Lajovic keine Gnade, fertigte den Serben (ATP 79) nach 79 Minuten Spielzeit mit 6:4, 6:2 ab und fixierte so seinen Platz unter den letzten Vier. Dort erwartet den 22-jährigen Jungstar nun am Samstag um 18:00 Uhr MEZ ein Duell mit dem besten Spieler der Geschichte auf diesem Belag: Rafael Nadal.

Der 14-fache Grand-Slam-Champion aus Spanien (ATP 5) besiegte den routinierten, 34 Jahre alten Italiener Paolo Lorenzi (ATP 52) mit 7:6 (3), 6:2.

Klassenunterschied auf dem Guillermo-Vilas-Platz

Thiem und Lajovic hatten am Donnerstag im Doppel im Viertelfinale eine knappe Niederlage gegen die Topgesetzten hinnehmen müssen. Tags zuvor hatten sie sich im Einzel-Achtelfinale jeweils nach Abwehr eines Matchballs durchgesetzt. Hatte sich Thiem dabei schwach gezeigt und den Sieg nur dem Kampfgeist zu verdanken gehabt, so präsentierte er sich gegen Lajovic wie ausgewechselt.

Der Lichtenwörther stand meistens viel näher zur Grundlinie, spielte trotz großer Hitze in Argentiniens Hauptstadt (32 Grad, nach gefühlter Temperatur sogar 39 Grad) weitaus aktiver und aggressiver als in der Runde davor. Nach zunächst völlig ausgeglichenem Auftakt mit sechs souveränen Aufschlagspielen tat sich auf dem seit heuer nach Argentiniens Tennislegende Guillermo Vilas benannten Centercourt ein Klassenunterschied auf.

Thiem verwertete im siebten Spiel seine ersten Breakchancen, darauf verlief das Spiel wie auf einer schiefen Ebene. Einen Satzball verspielte er bei 5:3 als Rückschläger noch, anschließend servierte er aber zur Satzführung aus, zu Beginn des zweiten Durchgangs verabsäumte er trotz einer Möglichkeit das Break, nur um von 0:1 auf 4:1 mit Doppelbreak davonzuziehen.

Gerade mal sechs Punkte gab Thiem bis dahin bei eigenem Aufschlag ab, ließ keine Breakbälle gegen sich zu - im sechsten Game waren es dann gleich fünf, doch nach 0:40-Rückstand sowie zwei weiteren Breakgelegenheiten für Lajovic und über insgesamt fünf Mal Einstand stellte er dann zur Vorentscheidung auf 5:1. Der Schützling von Günter Bresnik setzte sich hiermit also auch im zweiten Duell der beiden nach Umag im Juli 2015 (6:1, 3:1, Aufgabe Lajovic) durch.

Bricht Thiem seine Halbfinal-Niederlagen-Serie?

Für Thiem ist dies das achte ATP-Semifinale seiner Laufbahn nach Kitzbühel im August 2014 (Endspiel erreicht), Nizza im Mai 2015, Umag im Juli 2015, Gstaad im August 2015 (alle drei Mal Turniersieg), den Generali Open Kitzbühel im August 2015, St. Petersburg im September 2015 und Brisbane im Jänner 2016, er steht also schon zum zweiten Mal in der Saison 2016 in einer Vorschlussrunde, dort war für ihn die letzten drei Mal immerzu Endstation gewesen.

Die Gefahr, dass daraus ein viertes Mal wird, die ist gegen Nadal freilich nicht gering. Einmal hat Thiem bereits Bekanntschaft mit den so überragenden Sandplatz-Qualitäten des 29 Jahre alten Mallorquiners gemacht, 2014 setzte es in Runde zwei der French Open ein 2:6, 2:6, 3:6 - trotz einiger durchaus guter Ansätze bei der großen österreichischen Zukunftshoffnung.

"Eine recht solide Vorstellung heute, spielerisch kein Vergleich zu meinem letzten Match", so Thiem auf seiner offiziellen facebook-Fanseite zum Viertelfinal-Sieg, "der erste Satz war, von uns beiden, gut gespielt. Indem ich ihn das erste mal gebreaked habe, konnte ich die Kontrolle des Matches übernehmen. Die heutige Partie war meine stärkste hier in Buenos Aires bisher", schrieb er - "obwohl es immer etwas unangenehm ist gegen einen Freund und Doppelpartner anzutreten. Nichtsdestotrotz bin ich überglücklich, in das Semifinale einziehen zu dürfen, dort heißt es dann ‚alles geben'" - was gegen Nadal auch nötig sein wird.

Fehlt Nadal die Form?

Dieser ist aber ganz und gar nicht in Form. Im Viertelfinale gegen Lorenzi steigerte er sich immerhin, nach verspielten Führungen von 4:1 bzw. von im Tiebreak 3:0 mit zwei Minibreaks schnappte er sich Satz eins in der Kurzentscheidung mit vier Punkten in Serie. Den zweiten dominierte er mit Breaks zum 2:1 und 5:2, jeweils nach Breakball-Abwehr im folgenden Aufschlagspiel servierte er aus.

Als Titelverteidiger aus 2015 hat Nadal seine letzten sechs Matches in Buenos Aires gewonnen.

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