Prüger & Wolf – Top-Duo beim gemeinsamen HTT-Wimbledon-Debüt früh gescheitert

Von Claus Lippert
Montag, 09.07.2018 | 13:47 Uhr
© Hobbytennistour

Lukas Prüger der Konkurrenz in der Computer-Rangliste der Hobby-Tennis-Tour um Lichtjahre enteilt, s...

Lukas Prüger der Konkurrenz in der Computer-Rangliste der Hobby-Tennis-Tour um Lichtjahre enteilt, so oder so ähnlich fühlte sich in den letzten Wochen & Monaten der Blick auf das HTT-Ranking in Sachen Nummer 1 an. Fünfstellig prangte der Punktestand des letztjährigen Saisondominators zeitweise auf der Startseite der HTT-Homepage, dann wieder lag der 20jährige HTT-Superstar tausende von Punkten vor dem ersten Verfolger. Just vor dem dritten Grand-Slam-Turnier des Jahres, der 27. Auflage von HTT-Wimbledon, kam allerdings Bewegung in das fast schon eingefroren scheinende Rennen um die Spitzenposition der HTT-Entry-List. Nur 750 Punkte trennte unmittelbar vor dem ersten Aufschlag zum Rasenklassiker am Wasserpark das Spitzentrio mit den Herren Prüger, Wolf & Vukicevic. Sogar ein erstmaliger Führungswechsel an der Spitze der Rangliste in diesem Jahr war möglich, doch dann kam wieder einmal alles ganz anders! Das HTT-Wimbledon-Weekend im Rückblick von C.L

Matthias Wolf: Still und heimlich auf Platz 2 der HTT-Entry-List geschlichen und genauso schnell musste sich der 30jährige in Runde 1 von HTT-Wimbledon verabschieden

Mit seinem ersten Turniersieg auf Masters-Series-Ebene beim Juni-1000er am Wasserpark in Wien Floridsdorf unmittelbar vor dem dritten Grand-Slam des Jahres hatte sich SKVS Flötzersteig-Star Matthias Wolf still und heimlich auf Platz 2 der HTT-Computer-Rangliste geschlichen und bis auf 625 Punkte an Platzhirsch Lukas Prüger herangepirscht. Ein Führungswechsel, der 24ste in der HTT-Geschichte stand im Raum, doch dann schlich der 30jährige am letzten Freitag genauso still und heimlich vom Court, wie er sich in der ersten Saisonhälfte auf die Kronprinzen-Position gespielt hatte. Ohne großen Pomp & Glamour, wenig spektakulär und ohne großes Aufsehen, war der von vielen als Titelmitfavorit gehandelte Wolf schon am Eröffnungstag wieder am harten Boden der HTT-Realität gelandet, und das erhoffte Rennen um die Nummer 1 der HTT zu Ende bevor Branchen-Primus Lukas Prüger einen ersten Aufschlag abgefeuert hatte. Es war nicht der Tag des Matthias Wolf, der zunächst einmal mit Wolfgang Thiems Schützling Luka Matic den wohl stärksten ungesetzten Spieler vor die Nase gesetzt bekam, und dann auch noch während des Matches von Glücksgöttin Fortuna im Stich gelassen wurde.

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Matthias Wolf nach HTT-Wimbledon-Auftaktniederlage gegen Luka Matic mit bescheidener Grand-Slam-Jahresbilanz seiner eigentlich bislang besten HTT-Saison

Wolf hatte den ersten – ohne Break verlaufenden – Satz im Tie-Break für sich entschieden, und schien mit seiner Routine und dem Selbstvertrauen von drei errungenen Saisontiteln dem Topspin-Ansturm des 19jährigen Jungstars aus der Südstadt zu trotzen. Die bittere Wende aus Sicht des Ranglisten-Zweiten lieferte dann die Anfangsphase des zweiten Durchgangs, in der Wolf zwei Break-Chancen zum 2:0 ungenützt ließ, ehe Matic im Gegenzug das einzige und damit entscheidende Break des zweiten Satzes gelang. Im dritten Satz dann der Höhepunkt des für Wolf unglücklich laufenden HTT-Wimbledon-Turniers 2018, als er auf dem durch Nieselregen längst rutschigen Grün des Wasserparks den Halt verliert, und sich den Oberschenkel zerrt. Wolf bringt seine HTT-Wimbledon-Premieren-Vorstellung wie ein fairer Sportsmann zu Ende, muss aber letztlich sein 30. Saisonmatch mit 7:6, 4:6, 3:6 verloren geben. Damit war die Nummer 2 raus, das Rennen um die Nummer 1 frühzeitig entschieden, und Wolf auf der Heimreise wohl damit beschäftigt, über einen grottenschlechte Grand-Slam-Bilanz seiner sonst bislang besten Karriere-Saison zu grübeln. Zweimal Achtelfinale und einmal erste Runde, das sind major-technisch nicht jene Ergebnisse, mit der sich eine Nummer 2 der hochgejazzten HTT im Normalfall zufrieden gibt.

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HTT-Branchen-Primus Lukas Prüger scheitert im Viertelfinale von HTT-Wimbledon an Angstgegner Bernhard Scheidl

Die HTT-Wimbledon-Pleite des Matthias Wolf bleibt ranglistentechnisch allerdings ein Crash mit überschaubarem Schaden. Weil sich 48 Stunden später auch die Nummer 1 des Turniers Lukas Prüger viel zu früh und dennoch nicht unerwartet vom dritten Grand-Slam-Turnier des Jahres verabschieden musste, und der Rückstand von Wolf auf den Platz an der Sonne “nur” 895 Punkte beträgt. Was wiederum Lukas Prüger am gestrigen Abend herzlich “wurscht” gewesen sein wird. Der 20jährige hatte sich sein HTT-Wimbledon-Debüt mit Sicherheit ganz anders vorgestellt. In den ersten beiden Runden einen netten Spaziergang im Wasserpark mit lediglich fünf abgegebenen Games gegen die Herren Rosenmayer & Henke absolviert, galt es im Viertelfinale ausgerechnet Angstgegner Bernhard Scheidl als Hürde ins Semifinale zu überspringen. Bernhard Scheidl und Lukas Prüger, das war doch was heuer im März zum Auskang der Hallensaison beim Cash4Car Cup im UTC La Ville? Richtig, Scheidl hatte den Viertelfinal-Schlager damals über weite Strecken dominiert, und bei 6:2, 5:4 Matchbälle. Über einen dieser big points wird der 32jährige Burgenländer noch seinen Enkelkindern erzählen. Denn ein praktisch schon gewonnenes Match verhinderte wohl oder übel die Single-Stütze, die den eigentlich ins Out fliegenden Ball Prügers auf kurioseste Art und Weise vorbei an Scheidl ins Feld ablenkte. Die Partie nahm eine Wende, und Prüger rettete sich in drei Sätzen ins Semifinale.

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Bernhard Scheidl mit Karriere-Einzelsieg Nr. 100 ins Semifinale von HTT-Wimbledon und Lukas Prüger scheitert zum zweiten Mal in Serie nach den HTT-French-Open in einem HTT-Grand-Slam-Viertelfinale

“Ich kann gegen Scheidl nicht spielen, und mir fehlt auch jegliche Motivation in den Matches gegen ihn”, so lautete der Tenor des Ranglisten-Ersten vor dem Duell mit Scheidl und genauso auch nach dem Spiel mit dem Serve & Volley-König vom Neusiedler See. Das das Tennis des HTT-Australian-Open-Siegers von 2015 maßgeschneidert ist für die schnellen Courts am Wasserpark ist und war für die Konkurrenz kein Geheimnis, dass er aber die Nummer 1 am Ende doch deutlich aus dem Turnier werfen und so nebenbei seinen 100. Karriere-Einzelsieg feiern würde, kam dann für viele HTT-Insider doch überraschend. Und der unterlegene Lukas Prüger, im Achtelfinale noch mit seinem 20. Saisoneinzelsieg gegen Paul Henke, war nach seinem verlorenen 110. Karriere-Single doch ziemlich frustriert. “Was soll man machen, es war genauso wie ich es schon vor dem Spiel prognostiziert habe. Jetzt mache ich mal eine Pause und wir sehen uns wieder bei den 1000 Euro OTC Open”, so Prüger, der nach den HTT-French-Open zum zweiten Mal in Serie bei einem Grand-Slam-Turnier im Viertelfinale seine Sachen packen musste. Auch die im Vorjahr noch überlegene Nummer 1 der HTT ist also vor kleinen Major-Krisen nicht gefeit.

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