Tennis

HTT-French-Open-Titelverteidiger im Viertelfinale ohne Chance

Von Claus Lippert
© Hobbytennistour

Nichts wurde es für Topfavorit und Vorjahressieger Lukas Prüger mit einer erfolgreichen Titelverteid...

Nichts wurde es für Topfavorit und Vorjahressieger Lukas Prüger mit einer erfolgreichen Titelverteidigung bei den HTT-French-Open im UTC La Ville. Der 20jährige Niederösterreicher scheiterte am Dienstag Abend im Viertelfinale des zweiten HTT-Saison-Grand-Slam-Turniers am sicher und solide spielenden Heeres TC Star Dominik Negrin nach 1:44 Stunden Spielzeit und seinem eigenen Unvermögen von letztlich 61 unforced errors. Negrin zog bei seinem HTT-Major-Debüt mit 6:1, 7:6 in sein fünftes HTT-Karriere-Semifinale ein, während Prüger nicht nur die fünfte erfolgreiche HTT-French-Open-Titelverteidigung der Geschichte nach Klaus Hofer, Martin Kova, Bernhard Nagl und Peter Klager verpasste, sondern sich nach 21 Siegen auf Sandplatz in Serie erstmals seit August 2014 wieder auf roter Asche geschlagen geben musste. Negrin kann hingegen weiter vom vierten Titel seiner Karriere träumen, und bekommt es nun in der Vorschlussrunde mit seinem Clubkollegen Christoph Niedhart zu tun, der gegen Jungstar Markus Klaus in drei Sätzen sein HTT-French-Open-Semifinalticket buchte. Ebenfalls im Semifinale steht HTT-Australian-Open-Finalist Philipp Jahn nach einem gewonnenen Viertelfinal-Krimi gegen Bernd Steiner. Aus dem UTC La Ville berichtet für hobbytennistour.at C.L

Prüger verliert Duell der HTT-Erste Bank Open Sieger von 2014 und 2017, womit der Rekord für die längste Siegesserie auf Sand mit 26 Erfolgen in Besitz von Klaus Hofer bleibt

Die zweitlängste Sandplatz-Siegesserie der HTT-Geschichte ist am Dienstag Abend um exakt 21:32 Uhr zu Ende gegangen. 21 Matches auf roter Asche hatte HTT-Branchen-Primus Lukas Prüger bis zum gestrigen Abend gewonnen, damit vier Sandplatztitel en suite errungen, und sich u.a. zum HTT-French-Open-Sieger 2017 gekürt. Am Abend des 4. Juni 2018 fand der nicht in Hochform agierende Ranglisten-Erste auf dem Weg zur Titelverteidung allerdings im Viertelfinale seinen Meister in der Person von Dominik Negrin. Der Heeres TC-Star rang in einem Duell der HTT-Erste Bank Open Sieger von 2014 und 2017 den topgesetzten Niederösterreicher in 1:44 Stunden mit 6:1, 7:6 nieder, und zog bei seinem Grand-Slam-Debüt in sein fünftes HTT-Karriere-Semifinale ein. Prüger scheiterte indes beim Versuch, den Rekord der längsten Siegesserie auf Sand zu brechen. Die bleibt in Besitz des 4fachen HTT-French-Open-Siegers der 90iger Jahre Klaus Hofer, der einst 26 Mal in Folge auf Sand ungeschlagen blieb und sechs Sandplatz-Turniersiege in Folge feierte.

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Prüger mit katastrophaler Vorstellung im ersten Satz gegen einen solide und sicher spielenden Negrin

Das der Vorjahressieger nicht in jener Form die Mission Titelverteidigung bei den HTT-French-Open 2018 in Angriff nahm, mit der er die ihm zugedachte Rolle als Topfavorit erfüllen konnte, bekam man schon am Freitag Abend im Erstrundenmatch Prügers gegen die Nr. 246 der HTT-Computer-Rangliste Daniel Pfeifer zu sehen. Dort musste die Nummer 1 Satzbälle abwehren, ein Unterfangen, das eine Runde später gegen Andreas Szabados im ersten Durchgang bereits schief ging. Der klare Sieg im Achtelfinale über Scheidl-Bezwinger Benedikt Schlederer täuschte dann ein wenig über die aktuelle Form des 11fachen Turniersiegers hinweg, ehe der erste Satz seines Viertelfinal-Auftritts gegen Dominik Negrin zur Offenbarung und zum Fiasko avancierte. In gerade einmal 25 Minuten hatte Prüger 22 unerzwungene Fehler begangenen, drei Doppelfehler serviert, sich keinen Breakball erkämpft, drei Breaks kassiert und am Ende Null Chance gegen einen solide spielenden und auf Fehler wartenden Negrin auch nur annähernd zu reüssieren.

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78 Minuten dauernder zweiter Satz endet mit Tie-Break-Krimi und Erfolg Negrins nach vier abgewehrten Matchbällen von Lukas Prüger

Für eine dürftige Darbietung am Centercourt wurde man als Zuschauer dann im zweiten Satz aber entschädigt. Dort gab es 78 Minuten lang jenen Fight auf Augenhöhe zu sehen, den man sich im Vorfeld von diesem Viertelfinal-Hit versprochen hatte. Längst als Night-Session unter Flutlicht am Centercourt des UTC La Ville laufend, nahm die Partie Fahrt auf. Prüger fand zumindest ansatzweise zu seinem besten Tennis, und doch profitierte der Ranglisten-Leader auch von einer kurzen Schwächephase Negrins, der sich im zweiten Satz bei 1:1, 40:0 und eigenem Aufschlag eine kurze Auszeit leistete, und mit fünf verlorenen Punkten in Folge das erste Break gegen sich kassierte. Damit war Prüger vom Gefühl her im Match, und das Duell der beiden HTT-Stars niveaumäßig im Steigflug begriffen. Zwar musste der 20jährige zwischenzeitlich eine 3:1 Führung aus der Hand geben, und Negrin mit vier Games in Folge zum 3:5 ziehen lassen, doch dann entwickelte Prüger am Centercourt kämpferische Qualitäten vom Allerfeinsten. Bei 3:5 wehrte der später entthronte Titelverteidiger zwei Matchbälle als Rückschläger ab, bei 4:5 wendete Prüger mit einem Vorhand-Kracher und abgewehrtem Matchball Nr. 3 das Schlimmste ab, ehe die Entscheidung im Tie-Break fiel, wo Negrin nach vergebenem Matchball Nr. 4 am Ende im fünften Versuch und nach einem Vorhand-Patzer seines Gegners den Viertelfinalerfolg über den topgesetzten Prüger perfekt machte.

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Christoph Niedhart ringt auf dem Weg in sein ersts HTT-Grand-Slam-Semifinale Jungstar Markus Klaus in drei Sätzen nieder

Im Semifinale trifft Negrin nun auf seinen Heeres-TC Clubkollegen Christoph Niedhart, der sich am “Stars for You Court” des UTC La Ville in drei Sätzen durch sein Viertelfinal-Duell mit Jungstar Markus Klaus mühte. Dabei schien der 34jährige das Geschehen am Centercourt mit dem aufstrebenden 19jährigen unter Kontrolle zu haben. Bei eigenem Aufschlag ungefährdet, von der Grundlinie solide spielend, wartete er mit der Routine seiner 34 Lenze auf die Fehler seines jugendlichen und ungestümen Gegenübers, und die kamen wie so sicher wie das Amen in der Kirche. 6:1 war das Resultat daraus, ehe Klaus in Durchgang Nr. 2 endlich seine Klasse demonstrieren konnte. Ein Break zum 3:2 nützte der junge Niederösterreicher zum Satzausgleich, ehe er sich wohl im falschen Film wähnte. Fünf Games in Serie holte der nun druckvoller spielende Niedhart in Folge, damit war die Basis für sein drittes HTT-Karriere-Semifinale gelegt. “Ich bin überrascht über meinen Semifinal-Einzug bei diesem großartig besetzten Turnier. Immerhin fehlt mir ja komplett die Matchpraxis. Eigentlich hatte ich schon mit dem Ausscheiden gegen Alex Schager gerechnet. Der Junge spielt und trainiert viel, er müsste mich schlagen”, freute sich Niedhart über seinen unerwarteten Erfolg.

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Philipp Jahn gewinnt Viertelfinal-Krimi gegen Bernd Steiner und steht zum zweiten Mal im Jahr 2018 im Semifinale eines HTT-Grand-Slam-Turniers

Für viele Insider ebenfalls unerwartet kam der Semifinaleinzug von CTP Pötzleinsdorf-Star Philipp Jahn. Der 26jährige rang in einem 2:49 Stunden dauernden Viertelfinal-Krimi am 3er-Court des UTC La Ville den dritten Heeres-TC-Star des Abends Bernd Steiner mit 7:5, 2:6, 7:5 nieder, und fixierte in seinem 20. HTT-Saisonmatch den zweiten Semifinaleinzug auf Grand-Slam-Ebene im Jahr 2018. Eine zu Beginn von Breaks geprägte Partie sah zunächst den HTT-Australian-Open-Sieger in der besseren Position. Jahn holte sich Durchgang 1 mit einem Break zum 7:5, und sah bei 2:0 im zweiten Satz schon wie der sichere Sieger aus. Mit sechs Games in Folge kam Steiner aber retour und mit 6:2 zum hochverdienten Satzausgleich. In der Entscheidung führte Jahn mit 4:2, ehe Steiner seine bekannten Qualitäten ausspielte, und sowohl spielerisch als auch kämpferisch auf höchstem Niveau agierte. Drei Games in Folge zum 5:4 reichten Steiner aber am Ende doch nicht, weil Jahn ein megalanges Game zum 5:5 machte, weil Steiner in dieser Phase drei Matchbälle ungenützt ließ, ehe er das Break kassierte, weil das elfte Spiel zum 5:6 aus Sicht des 28jährigen zu schnell über die Bühne ging, und dem unterlegenen Heeres-TC Star am Ende im Vergleich zu Jahn auch die nötige Coolness im Finish fehlte. “Der Bernd hätte den Sieg genauso verdient. Ich hatte eigentlich nur dann eine Chance, wenn er in seinen Schlägen zu kurz wurde”, analysierte der Sieger.

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