Neuhauser deklassiert Schager im Mai-Masters-Series-1000-Finale

Von Claus Lippert
Freitag, 11.05.2018 | 13:35 Uhr
© Hobbytennistour

HTT-Australian-Open-Sieger Markus Neuhauser ist am Dienstag Abend im Endspiel des 23. Mai-Masters-Se...

HTT-Australian-Open-Sieger Markus Neuhauser ist am Dienstag Abend im Endspiel des 23. Mai-Masters-Series-1000-Turniers im UTC La Ville seiner Favoritenrolle gerecht geworden, und hat sich in unerwartet souveräner Manier den ersten HTT-1000er-Titel seiner Karriere gesichert. Der 24jährige von der Tennisspielgemeinschaft St. Pölten deklassierte im Finale des 640. Sandplatzturniers der Open Ära den steirischen Mayer-Bezwinger Alexander Schager in lediglich 66 Minuten mit 6:3, 6:0, und avancierte damit zum ersten 3fach-Titelträger der heurigen Saison. Mit Saison- und Karriereturniersieg Nummer 3 hat sich Neuhauser auch in die Auslage für die Ende des Monats stattfindenden HTT-French-Open gespielt, für die er nun gemeinsam mit dem Ranglisten-Ersten Lukas Prüger und April-HTT-500-Sieger Matthias Haubner als Topfavorit gilt. Aus dem UTC La Ville berichtet C.L

Markus Neuhauser im Semifinale eigentlich schon ausgeschieden, als Adrian Vorhemus mit der bittersten Niederlage seiner Karriere mithalf, den HTT-Australian-Open-Sieger ins Finale zu hieven

Es war ein arbeitsintensiver Dienstag, an dem Markus Neuhauser kurz nach 20:30 Uhr nach über viereinhalb Stunden auf und neben dem Centercout des UTC La Ville das Endspiel der 23. Auflage des Mai-Masters-Series-1000-Turniers erreicht hatte. Alleine 3:04 Stunden benötigte der 24jährige um Jungstar Adrian Vorhemus den Einzug in sein zweites Mai-Masters-1000-Endspiel in Folge zu verwehren, den Rest der Zeit musste er aufgrund der ersten Regenunterbrechung der heurigen Sandplatzsaison mit Zuwarten verbringen. Und eigentlich war der HTT-Australian-Open-Champion im dritten Satz eines an Intensität kaum überbietbaren, spielerisch aber überschaubaren semifnalen Schlagabtausches gegen die “doppelte Vorhand” aus dem Waldviertel schon ausgeschieden, als Vorhemus höchst persönlich mithalf, den amtierenden Jänner-Grand-Slam-Sieger ins Endspiel zu hieven. 5:3 führte der 16jährige, hatte bei 5:4 die Gelegenheit in sein drittes HTT-Karriere-Finale mit eigenem Aufschlag einzuziehen, ehe er sich bei 5:6 zum vermeintlich letzten Service-Game vor dem anstehenden Tie-Break bereit machte. Ein Service-Game, das Vorhemus lange Zeit nicht mehr vergessen wird, eines, das es so in dieser Form in 28 Jahren HTT noch nie gegegeben hat, und eines, das die aktuelle Schwäche des Adrian Vorhemus gnadenlos aufdeckte.

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Vorhemus mit vier Doppelfehlern am Stück und Neuhauser mit Überstunden an der Bespannmaschine des La-Ville-Shops

Es folgten eineinhalb Minuten des Grauens aus Sicht des Vorhemus-Clans, denn der Vorjahresfinalist servierte auf dem Weg in den sportlichen Abgrund doch in der Tat vier Doppelfehler am Stück. Dort wo im Vorjahr der Stern des 16jährigen mit seinem Halbfinal-Triumph über Dominik Negrin aufging, schlitterte Vorhemus in die bislang bitterste Niederlage seiner Karriere. Neuhauser hatte vier Games in Folge verbucht und irgendwie keinen Schimmer, wie er gerade noch den Kopf aus der Schlinge mitten hinein in sein drittes HTT-Karriere-Finale bekommen hatte. Das war kurz darauf auch kein Thema mehr, vielmehr beschäftigte den 24jährigen, ob er genug Rackets für den finalen Showdown gegen Schager in der Tasche hatte, und so musste er kurz vor dem Treffen mit dem Oktober-HTT-500-Sieger aus Leoben noch selbst Hand an der Bespannmaschine des UTC La Ville Tennisshops anlegen.

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Neuhauser mit ähnlich klarer Finalvorstellung wie Damian Roman bei seinem Sieg und Sprung auf die “Eins” im Jahr 2016

Aus der Maschine holte er scheinbar ein Zauber-Racket, mit der er für einen ähnlich klaren Finalverlauf wie bei der Ausgabe im Jahr 2016 sorgte, als Rumäniens Ausnahmekönner Damian Roman mit einem 6:0, 6:4 Erfolg über Vladimir Vukicevic im direkten Duell die Nummer 1 Position der HTT-Computer-Rangliste eroberte. Das Finale der 23. Ausgabe des Mai-Masters-1000-Turniers am Dienstag Abend – aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit in die Halle verlegt – hatte zwar keinen Führungswechsel im Ranking zu bieten, immerhin tauschten Neuhauser und Schager aber nach dem ersten direkten Duell auf HTT-Ebene ihre Positionen in der neuesten Ausgabe des HTT-Entry-Rankings. Das Match selbst offenbarte freilich einen größeren Leistungsunterschied als nur “den einen Platz im Ranking”.

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Schager legt mächtig los, lässt ganz stark nach und hält nun bei einer desaströsen 1:6 Final-Bilanz auf der HTT

Obwohl Schager in seinem siebenten Karriere-Finale richtig stark loslegte, und ihm gegen den zu Beginn eigentlich mächtig aufschlagenden Neuhauser früh das erste Break gelang. Noch dazu nach einer 40:0 Führung seines Gegners, Schager schien also heiß auf seinen zweiten HTT-Karriere-Turniersieg zu sein. Mit eigenem Aufschlag 3:1 voran, dazu ein 0:30 im Folgegame gegen den nachdenklich wirkenden Neuhauser, der Tour-Finals-Finalist von 2016 hatte sich also perfekte Voraussetzungen zumindest für die 1:0 Satzführung im Endspiel des dritten HTT-Masters-1000-Saisonturniers geschaffen. Doch dann kam die Maschinerie des Markus Neuhauser ins Rollen, und Schager unter die Räder. Der 22jährige sollte an diesem Abend kein Game mehr machen, im zweiten – nur 31 Minuten dauernden – Satz gar nur mehr 5 Winner schießen und 21 unerzwungene Fehler begehen. Damit prolongierte der steirische Tennisexport Nummer 1 seine katastrophale Finalbilanz auf der HTT, die nun nach sieben absolvierten Endspielen 1:6 lautet.

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