Tennis

Mayer mit heroischer Heldentat im Mai-Masters-Viertelfinale

Von Claus Lippert
© Hobbytennistour

Martin Mayer vom TK Big Point Muckendorf avancierte am Sonntag Nachmittag zum “man of the day&...

Martin Mayer vom TK Big Point Muckendorf avancierte am Sonntag Nachmittag zum “man of the day” des dritten Spieltages bei der 23. Auflage des Mai-Masters-Series-1000-Turniers im UTC La Ville. Der 36jährige Niederösterreicher spielte und kämpfte sich mit sechs absolvierten Sätzen in die Vorschluss-Runde des 640. Sandplatzturniers der Open Ära, und erteilte auf dem Weg in sein bereits drittes HTT-Saison-Semifinale so namhafter und spielstarker Konkurrenz wie Serbiens Superstar Vladimir Vukicevic und Sandplatzspezialist Andreas Szabados das Nachsehen. Besonders der mit großer Spannung erwartete achtelfinale Auftritt gegen den an Nummer 1 gesetzten Vladimir Vukicevic hielt allen Erwartungen stand, und wurde an einem weiteren sonnigen und frühsommerlichen HTT-Spieltag zum sehenswerten Hit. Ebenfalls bereits im Semifinale steht Alexander Schager, der sich gegen den wiedererstarkten Fabian Mayrhuber in einer weiteren Night-Session durchsetzte. Aus dem UTC La Ville berichtet C.L

Mayer bejubelt nächsten Geniestreich seiner bislang so tollen Saison und Vukicevic übt sich nach dritter Saisonpleite weiter in Durchhalteparolen und Geduld

TK Big Point Muckendorf-Star Martin Mayer hat am ersten Mai-Sonntag des Jahres wieder einmal seine außergewöhnliche Klasse aufblitzen lassen, und für das Highlight des dritten Spieltages beim 23. Mai-Masters-Series-1000-Turnier der HTT im UTC La Ville gesorgt. Der Routinier aus dem Tullnerfeld rang in einem megaspannenden und im Finish sogar hochdramatischen Achtelfinal-Schlager des dritten HTT-Masters-1000-Saisonturniers den topgesetzten 3fachen HTT-Wimbledonsieger Vladimir Vukicevic nach 2:22 Stunden Spielzeit mit 3:6, 6:1 ,7:6 nieder, unterstrich damit seine momentane Hochform und prolongierte so nebenbei auch noch die aktuelle Krise des 15fachen HTT-Titelträgers und Ranglisten-Zweiten Vladimir Vukicevic um ein weiteres Kapitel. Serbiens HTT-Superstar, der schon beim Sandplatz-Opening vor zwei Wochen den schlechtesten Saisonstart seiner Karriere zu beklagen hatte, ist damit heuer bei allen seinen drei Turnierstarts noch nie über das Viertelfinale hinausgekommen. “Ich bin derzeit körperlich noch nicht in der Lage mit den besten Spielern über die volle Distanz zu gehen, aber ich bin auch zuversichtlich, dass ich schon bald wieder der Alte bin”, übte sich der 36jährige WAT-Landstrasse-Star in Geduld, während Mayer 90 Minuten später und nach ingesamt vier Stunden Tennis auf höchstem Niveau einen weiteren Geniestreich seiner bislang so erfolgreichen Saison 2018 bejubeln durfte.

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Superduell mit fehlender Bühne und am Hinterhof entschieden

Es wurde der erwartet mitreißende und packende Achtelfinal-Kracher, dieses erstmalige Aufeinandertreffen des 3fachen HTT-Wimbledonsiegers Vladimir Vukicevic und des HTT-Olympiasiegers von 2014 Martin Mayer, dem am Ende nur die passende Bühne für ihren gigantischen Schlagabtausch fehlte. Ein quasi am “Hinterhof” in Szene gesetztes Super-Duell, dem damit wohl die abschließende Note “historisch” verwehrt blieb. Denn als kurz nach 16 Uhr neutrale Besucher des UTC La Ville und extra angereiste Spieler der HTT nach dem Gipfeltreffen der beiden HTT-Superstars am Centercourt nachfragten, mühten sich dort hundemüde Mädels in ihrem vierten Match eines schwerstens zu hinterfragenden neuen Jugendmeisterschafts-Austragsungsmodus über die rote Asche des Showcourts am Altmannsdorfer Ast. Statt Powertennis, Dramatik und Stimmung pur, stand der Centercourt dann zwischendurch immer mal wieder gähnend leer, während auf Court Nr. 5 die Post abging und sich die interessierten Schaulustigen am Zaun die Nasen platt drückten.

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Sätze 1 und 2 sorgen für dramatisches Finish der Extraklasse

Zu sehen bekamen sie im ersten Satz eine offene und ausgeglichene Startphase, in der beide Akteure ihre Aufschlagspiele bis 3:3 halten konnten. Dann gelang dem Mai-Masters-Series-1000-Champion von 2015 aus Serbien das erste Break zum 4:3, mit dem er letztlich die Weichen Richtung 1:0 Satzführung stellte. Im 215. Einzelmatch seiner HTT-Karriere hatte Vukicevic also den von Experten im Vorfeld für so wichtig erachteten ersten Satz für sich entschieden, und mit einem Bein scheinbar den Weg aus der Krise gefunden. Doch Durchgang Nr. 2 lief dann weniger günstig für den 3fachen HTT-Wimbledon-Champion, der mit muskulären Problemen und einer noch immer vorhandenen Unbeständgkeit in seinem sonst so grandiosen Spiel zu kämpfen hatte. Mayer indes hatte seine Rhythmus gefunden, von der Grundlinie eine extrem hohe Schlagsicherheit entwickelt, und mit nur einem abgegebenen Game souverän den Satzausgleich mit 6:1 fixiert.

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Mayer lässt bei 5:4 drei Matchbälle ungenützt, ein krönender Tie-Break zum Abschluss muss die Entscheidung bringen

Zwei konträr verlaufende Sätze wurden dann von einem megadramatischen Finish überschattet, wie man es sich für ein Schlagerspiel wie dieses nur wünschen und erhoffen kann. Zunächst hatte Mayer die besseren Karten in der Hand, als er bei einer 5:4 Führung und Aufschlag seines Gegners bei einer 0:40 Führung mit drei Matchbällen die große Chance hatte, die dritte Runde zu erreichen. Vukicevic rettete sich mit großem Können und der Routine seiner 36 Jahre aber zum 5:5 und wahrte damit seine Möglichkeiten, zum dritten Mal nach 2015 und 2016 für das Viertelfinale des Mai-Masters-Series-1000-Turniers zu erreichen. Ein Klassiker wie dieser musste dann fast in einem krönenden Tie-Break entschieden werden, und dort hatten Mayer & Vukicevic noch eine Steigerung für das Publikum zu bieten. Serbiens Superstars zog mit 4:1 scheinbar schon vorentscheidend davon, wirkte geduldiger und cooler, während Mayer aggressiver spielend den Erfolg suchte. Vier Punkte in Folge brachten Mayer das Comeback im Tie-Break zum 5:4, ehe Vukicevic bei 6:5 seinen ersten Matchball hatte. Mayer im Glück und mit einem Netzroller, es wurden bei 6:6 die Seiten gewechselt, ehe der Dramatik noch nicht genug, die letzten spannenden Szenen am 5er-Court des UTC La Ville anstanden.

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Smash vergeigt, von einem Doppelfehler seines Gegners profitiert, zog Mayer ins Viertel- und 90 Minuten später sogar ins Semifinale des Mai-Masters-1000-Turniers ein

Mayer verließ als Erster die “geschützte Zone” an der Grundlinie, brachte sich mit einem zielgenauen Angriffsball perfekt in Stellung für einen abschließenden Smash, ehe er einen Überkopfball versemmelte. Einen, den wohl seine Schüler bei den Trainerstunden in Muckendorf in 1000 Versuchen nicht so kläglich verschlagen haben wie der spätere Sieger. Völlig aus der Balance geraten, jagte der 36jährige den Smash zum möglichen vierten Matchball ins Netz, und war bei 6:7 plötzlich von der Gnade seines Gegners abhängig, der seinerseits seinen zweiten Matchball mit einem kaum zu glaubenden Doppelfehler vergeigte. Ein abschließender Vorhand-Winner Mayers und ein letzter – wenn gleich auch kapitaler – Vorhandfehler von Vukicevic, und Mayer stand im Viertelfinale des Mai-Masters-1000-Turniers im UTC La Ville. Einen großen Sieg in eine echte Heldentat verwandelt, das hatte Mayer dann weitere 90 Minuten später vollbracht, als er im ersten Viertelfinale des dritten HTT-Masters-1000-Saison-Events am Centercourt den ausgewiesenen Sandplatzspezialisten und Wagner-Bezwinger Andreas Szabados in die Knie zwang, und in neuerlich drei Sätzen siegreich blieb.

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