Tennis

Verpatztes Jubiläum: Alex Rieger mit Auftaktpleite beim 50. HTT-Karriere-Turnier

Von Claus Lippert
© Hobbytennistour

Nur 75 Stunden nach Lukas Prügers Triumphzug beim 23. März-Masters-Series-1000-Turnier, war die Süds...

Nur 75 Stunden nach Lukas Prügers Triumphzug beim 23. März-Masters-Series-1000-Turnier, war die Südstadt am gestrigen Freitag Nachmittag bei herrlichem Frühsommer-Wetter schon wieder im Fokus stehender Schauplatz eines HTT-Events. Eine Woche vor Beginn der Sandplatzsaison 2018 mit dem Clay-Court-Opening im UTC La Ville, beschließen die HTT-Stars aus der zweiten Reihe an diesem Weekend bei der 8. Auflage des April-HTT-150-Turniers die heuer nur zwei Veranstaltungen umfassende Hartplatz-Serie. Das 23. Saisonturnier mit sieben Mann aus den aktuellen Top 100 der HTT-Computer-Rangliste und ohne den rekonvaleszenten Titelverteidiger Lukas Schöggl ging am gestrigen Eröffnmungstag gleich mit vier interessanten Matches zur ersten Hauptrunde in Szene. Von einer echten Überraschung, und dem Auftritt zweier Debütanten(innen) berichtet aus der Südstadt C.L

Jungstar Alexander Rieger ausgerechnet beim Jubiläums-Auftritt mit seiner schwächsten Saisonleistung

Freitag der 13te, für Jungstar Alexander Rieger der berühmte Tag zum Vergessen! Die Fahrt mit der Badner Bahn an den südlichen Stadtrand Wiens war für den 17jährigen vom WAT Meidling am gestrigen Nachmittag in jedem Fall keine Reise wert. Denn ausgerechnet seinen Jubiläums-Aufritt setzte der amtierende HTT-Challenger-Tour-Finals-Champion in den Sand. Rieger verlor nämlich sein Auftaktspiel beim 8. April-HTT-150-Turnier gegen Routinier Sascha Rybak nach knapp über zwei Stunden Spielzeit mit 1:6, 6:4, 2:6, und hatte damit ausgerechnet bei seinem 50. Turnierstart keinen Grund zum Feiern. Ja, es waren auch am Eröffnungstag des 1.218 HTT-Single-Turniers der Open Ära ähnlich schwierige Windbedingungen wie vor einer Woche bei den Topstars der HTT, doch die Luftverwirbelungen auf den beiden Hartplätzen der Südstadt waren nicht der Hauptgrund, warum der erste Auftritt des als Nummer 5 gesetzten Alexander Rieger gleichzeitig auch schon sein letzter für dieses Wochenenende war. Mangelnde Beinarbeit, katastrophale Körpersprache und die fehlende Länge in seinen Grundschlägen, machten es seinem Gegenüber Sascha Rybak in vielen – und vorallem den entscheidenden – Phasen dieses Erstrunden-Treffens recht einfach, die nötigen Punkte und am Ende den verdienten Sieg davonzutragen.

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Routinier Sascha Rybak stellt im Head to Head gegen enttäuschend spielenden Alex Rieger auf 2:0

Besonders leicht machte es der von vielen HTT-Insidern als Mitfavorit gehandelte Rieger seinem Gegner im ersten Satz, den Rybak souverän mit einer 5:0 FÜhrung in Angriff nahm, und nach nur 25 Minuten mit 6:1 und ohne Aufschlagverlust sicher nach Hause spielte. Im zweiten Satz schien der Jubilar sich dann seiner Stärken zu besinnen, legte mächtig und mit einer 4:1 Führung los, ehe er zum 3:4 das Re-Break kassierte. In der Entscheidung bei 4:5 patzte dann aber der Gänserndorf-Challenger-Finalist mit einem zu Null abgegebenen Aufschlagspiel, und so musste das zweite direkte Duell zwischen Rieger und Rybak in einem dritten Durchgang entschieden werden. Dort behielt dann der Routinier mit 6:2 doch recht deutlich die Oberhand, womit nach 2:04 Stunden Spielzeit der Achtelfinaleinzug Sascha Rybaks mit 6:1 ,4:6, 6:2 feststand. Im Head to Head gegen Rieger auf 2:0 gestellt, zeigte sich der Sieger zufrieden: “Ich denke ich habe im dritten Satz den Sieg ein Stück weit mehr gewollt als mein Gegner, der vorallem zu Beginn große Probleme mit dem Wind hatte”, analysierte der 45jährige. “Nie wieder Südstadt”, polterte derweil der bereits im Auto zur Abfahrt bereit sitzende Rieger, der in seinem 50. Karriere-Turnier genau an jenem Ort ins Erstrunden-Aus stapfte, an dem er vor fast sieben Monaten bei den HTT-US-Open im Doppel auch schon in Runde 1 “vorgeführt” wurde. “Der Wind hat sich alle zwei Sekunden gedreht. Das war der niedrigste Leistungsstand meiner ganzen Tenniskarriere”, schimpfte der Unterlegene.

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Martin Spengler macht sich Vorwochen-Auftritt beim März-Masters-Sereis-1000-Turnier zunutze und besiegt Ulrich Prangl klar in zwei Sätzen

Die erste Überraschung des Tages lieferte aber Martin Spengler, der im Eröffnungsmatch den höher eingeschätzten Ulrich Prangl vom TC Top Serve in zwei Sätzen eine Abfuhr erteilte. Der 25jährige, heuer schon Sieger des März-Futures erwischte einen Traumstart samt 5:0 Führung, und ließ bei 30:40 einen Break und somit auch Satzball zum glatten 6:0 ungenützt. Prangl nützte dieses kurze Schwächeperiode seines Gegners, machte drei Games en suite, ehe Spengler mit eigenem Aufschlag zum 6:3 ausservierte. Im zweiten Heat hatte zunächst Prangl die besseren Ideen und die effektiveren Schläge, und sich damit eine 3:0 Führung herausgearbeitet. Zum Satzausgleich reichte es dennoch nicht, denn Spengler konterte mit seinem gewohnt sicher aufgezogenen Grundlinienspiel und 4 Games in Folge. Einmal noch konnte Prangl zum 4:4 nachsetzen, dann machte Spengler seinen 14. Saison- und 43. Karriere-Einzelsieg sowie sein Achtelfinal-Duell mit dem topgesetzten Robin Reich mit 6:1, 6:4 perfekt. “Der Wind war heute wieder ein starker Begleiter, aber der Belag hier in der Südstadt taugt mir extrem. Es war sicher auch von Vorteil für mich, dass ich letzte Woche beim März-Masters-Series-1000-Turnier schon am Start und daher mit den Bedingungen vertraut war”, erklärte Spengler, der nun im Achtelfinale auf die Nummer 1 des Turniers Robin Reich treffen wird. “Für dieses Match rechne ich mir nicht viel aus. Ich werde versuchen ein gutes Spiel und so wenig Fehler wie möglich zu machen, und ein brauchbares Resultat zu erzielen. Unmöglich ist aber nichts”, lächelte der 2fache HTT-Future-Champ.

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Dennis Weinzettl, 15jähriger Newcomer aus Phuket sorgt für ersten thailändischen HTT-Einzelsieg der Open Ära

Einen besonders exotischen Touch bekam die 8. Ausgabe des April-HTT-150-Turniers dann noch mit dem zweiten Single am “kleinen” Centercourt zwischen Dennis Weinzettl und Johannes Skoll. In Phuket zur Welt gekommen, im Königreich Thailand lebend, zur Schule gehend und Tennis trainierend, hat Dennis Weinzettl am späten Freitag Nachmittag für ein Novum und den ersten thailändischen HTT-Auftritt der Geschichte gesorgt. Für einen erfolgreichen obendrein, denn der 15jährige setzte sich bei seinem HTT-Debüt gegen Johannes Skoll vom TC Sitzenberg-Reidling nach drei hart umkämpften Sätzen und 2:18 Stunden Spielzeit mit 6:3, 5:7 und 6:2 durch. Einen in der Anfangsphase bis 3:3 völlig offenen ersten Satz holte sich der asiatische Newcomer mit einem Break zum 5:3 am Ende mit 6:3. Skoll konterte mit kluger und gekonnter Ballverteilung sowie immenser Laufarbeit mit 7:5 zum Satzausgleich, ehe der “Austro-Thai” seinen HTT-Premierensieg im allesentscheidenden dritten Heat mit 4 Games in Serie nach zwischenzeitlichem 2:2 fixierte. Als Belohnung geht es für den ersten thailändischen HTT-Einzelsieger der Open Ära am Samstag im Achtelfinale gegen den mit einem Freilos ausgestatteten und als Nummer 2 gesetzten Laurenz Rattasits. Und dort wartet auf die HTT-Community ein spannendes Duell zweier 15jähriger. Denn Weinzettl kann sicher mehr, als er bei seinem Debüt gezeigt hatte. Ein wenig nervös auf dem ungewohnten Bodenbelag agierend, “zeigte sich Dennis im Anschluss in seinem ersten Interview äußerst sympathisch. “Es war alles super. Der Belag ist interessant zu spielen, und der Wind war gewöhnungsbedürftig”, so der Newcomer.

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Werner Tröstl verhindert mit “Fitzelei” gegen Mama Natascha ein zweites gelungenes “Hoxha-Debüt” binnen einer Woche

Von einem fairen Match auf beiden Seiten sprach derweil der unterlegene Johannes Skoll, der trotz knapper Niederlage nicht unzufrieden bilanzierte: “Ich habe mein Bestes gegeben und gegen einen sehr guten Gegner verloren. Ich gratuliere dem Dennis recht herzlich, er hat verdient gewonnen” so der 23jährige Niederösterreicher. Das zweite Debüt des Tages ging hingegen knapp verloren. Natascha Hoxha musste sich Oldboy Werner Tröstl nach richtig engem zweiten Satz mit 2:6, 5:7 geschlagen geben. Hoxha? Da war doch was? Richtig, Sohnemann Elias Hoxha glänzte vor einer Woche als erster Qualifikant im Achtelfinale des März-Masters-Series-1000-Turniers seit 2013 und hievte sich mit dieser Glanztat gleich einmal auf Anhieb unter die Top 300 der HTT-Computer-Rangliste. Mama Natascha hatte am Freitag Abend weniger Glück. “Gegen einen “fitzelnden” Gegner wie sie es nannte, dazu mit dem böigen Wind, da hielt sich der Spaßfaktor deutlich in Grenzen. “Immerhin habe ich für die Meisterschaft ein Vorbereitungsspiel im Freien absolviert”, nahm die 42jährige Newcomerin ihr verpatztes HTT-Debüt gegen Werner Tröstl mit Humor.

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