Matthias Haubner siegt in beeindruckender Manier beim April-HTT-500-Turnier

Von Claus Lippert
Mittwoch, 25.04.2018 | 14:11 Uhr
© Hobbytennistour

HTT-Newcomer Matthias Haubner hat am Dienstag Nachmittag bei seinem erst zweiten Turnierstart seinen...

HTT-Newcomer Matthias Haubner hat am Dienstag Nachmittag bei seinem erst zweiten Turnierstart seinen ersten Titel auf der HTT gewonnen, und sich mit einer bemerkenswerten Vorstellung in den engeren Kreis der Favoriten für die von 31. Mai bis 6. Juni 2018 stattfindenden HTT-French-Open gespielt. Der 23jährige Niederösterreicher deklassierte im Finale des 27. April-HTT-500-Turniers die Nummer 2 der Setztliste Kevin Köck in nur 51 Minuten mit 6:2, 6:1, und trat damit die Nachfolge von Patrick Dobesch als neuer Champion des Sandplatz-Openings der HTT am Altmannsdorfer Ast an. Ohne Satzverlust und mit nur 13 abgegebenen Games in fünf Partien holte Haubner den Sandplatz-Klassiker zum Aufakt der Sandplatzsaison im UTC La Ville in einer derart imposanten Manier, wie es in der 27jährigen Geschichte dieses Turniers noch keinem Spieler jemals zuvor gelungen war. Kevin Köck musste sich hingegen in seinem siebenten Karriere-Finale zum fünften Mal mit einem Silberteller begnügen, das erstmalige Erreichen eines HTT-Finales im Jahr 2018 stellte den 20jährigen WAT Landstrasse Star nach einem eher mäßigen Saisonstart aber dennoch zufrieden. Ein Bericht von C.L

Haubner mit Minimalistentennis zum ersten großen Triumph, während sich Köck mit 52 Fehlern zielsicher in die fünfte Finalniederlage seiner Karriere manövrierte

Matthias Haubner vom UTC Gedersdorf hat nach einem grandios gespielten Turnierwochenende mit fünf Siegen ohne Satzverlust und Erfolgen über Serbiens HTT-Superstar Vladimir Vukicevic und dem HTT-Australian-Open-Sieger Bernhard Scheidl auch im Finale seine aktuelle Hochform unter Beweis gestellt, und dem Ranglisten-Fünften Kevin Köck in einem einseitigen Match und nach nur 51 Minuten Spielzeit beendeten Endspiel nicht den Hauch einer Chance gelassen. Allerdings hatte Haubner den drei Jahre jüngeren November-Masters-Series-1000-Champion nicht vom Centercourt geschossen, sondern in einer unnachahmlichen Art und Weise mürbe gemacht. Sicher und solide mit einer gesunden Länge in seinen Grundschlägen, wartete Haubner unaufgeregt spielend auf die Fehler seines ungestüm attackierenden Gegners, der sich mit 47 unerzwungenen Fehlern von der Grundlinie und 5 Doppelfehlern zielsicher in die fünfte Finalniederlage seiner HTT-Karriere manövrierte. Haubner hingegen kam mit 12 unforced errors aus, und trug sich als 21. Spieler in die Siegerliste des Saison eröffnenden Sandplatzklassikers im UTC La Ville ein. Zudem avancierte der frischgebackene April-HTT-500-Sieger zum 451. Siegergesicht der Open Ära.

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Köck mit dem besseren Start, Haubner mit unaufgeregtem Konter und souverän gewonnenem ersten Satz

Dabei hielt das 25. HTT-Saisonfinale 2018 den besseren Start für Kevin Köck parat, der mit einem frühen Break zum 1:0 in seiner Entscheidung beim Münzwurf sich für Rückschlag zu entscheiden, bestätigt wurde. Allerdings ließ der Konter Haubners nicht lange auf sich warten, konnte der 23jährige mit seiner zweiten Break-Chance doch postwendend zum 1:1 ausgleichen. Acht spannende Minuten der Ausgeglichenheit auf dem wieder einmal sonnenüberfluteten Centercourt waren damit vorüber, ehe das Haubner-Solo seinen Anfang nahm. Zu Null kassierte Köck das 1:3 in einer Phase, in der sein Gegenüber 9:0 Punkte holte, und der Ranglisten-Fünfte von WAT Landstrasse die Weichen in Richtung Sieg seines Gegners “mitstellte”. Denn Haubner machte angesichts der losgetretenen Fehler-Lawine Köcks erwartungsgemäß keine Anstalten, das Match selbst aktiv zu gestalten. Warum auch? Köck machte weiter Druck von der Grundlinie und massigst Fehler, die Haubner in die Karten spielten und nach nur 15 Minuten zu einer 4:1 Führung verhalfen. Die Höchststrafe in Durchgang 1 fasste Köck dann im sechsten Spiel aus, als er eine 40:0 Führung bei eigenem Aufschlag nicht nützen konnte, und Haubner mit 5 Punkten in Serie sein zweites Break zum 5:1 verbuchen konnte. Haubner konnte sich gleich darauf sogar einen zweiten Aufschlagverlust im ersten Satz leisten, denn Köck vollbrachte im letzten Game doch tatsächlich das Kunststück, bei eigenem Aufschlag abermals eine 40:15 Führung auszulassen, und so den ersten Heat mit 2:6 zu abzugeben.

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Zum dritten Mal in Folge endet das April-HTT-500-Finale mit dem Score von 6:2, 6:1

Die Vorentscheidung im 27. Endspiel des April-HTT-500-Turniers am Centercourt des UTC La Ville fiel dann im zweiten Game des zweiten Satzes, als sich Köck abermals zu Null das vierte Break in Serie einhandelte, und Haubner mit 2:0 in Führung ging. Eine Führung, die der 23jährige logischer Weise nicht mehr aus der Hand gab, und die er nur 10 Minuten später bereits auf 5:0 ausgebaut hatte. Dann war dem bemitleidenswerten Gegner noch ein Ehrengame gegönnt, in dem er seine Klasse kurz einmal aufblitzen ließ. Haubner sorgte aber gleich darauf unbeeindruckt servierend für sein persönliches Happy End und zu Null für seinen 6:2 ,6:1 Finalerfolg und den ersten HTT-Titelgewinn seiner Karriere beim 1.220 Single-Turnier der HTT-Geschichte seit 1990. Kuriosum am Rande: Zum dritten Mal in Folge setzte sich der Sieger des April-HTT-500-Turniers im Endspiel mit dem Score von 6:2 und 6:1 durch. In der am Mittwoch Abend erscheinenden neuesten Ausgabe der HTT-Computer-Rangliste wird sich der siegreiche Gedersdorfer zudem erstmals unter die Top 40 katapultieren.

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Haubner über Premieren-Titel auf der HTT glücklich und mit einer Kampfansage an Lukas Prüger für die HTT-French-Open

“Das war ein Super-Turnier für mich. Ich bin von Runde zu Runde immer besser reingekommen. Am Anfang musste ich mich noch an die Bälle und Bedingungen hier gewöhnen, bin aber dann von Match zu Match stärker geworden, und ab dem Viertelfinale gegen Vukicevic habe ich dann schon richtig gutes Tennis gespielt. Sand ist mein Lieblingsbelag, und ich spiele immer so wie an diesem Wochenende. Ich stehe hinten drinnen, und warte auf die Fehler des Gegners.Darum funktioniert mein Spiel natürlich im Freien auf Sand viel besser als auf schnellen Belägen in der Halle”, analysierte der Sieger, der schon sein nächstes Ziel ausgemacht hat. “Die HTT-French-Open werde ich sofern es sich terminlich ausgeht sicher spielen, und dort dann den Lukas Prüger auseinandernehmen”, lächelte Haubner nach seiner angekündigten Kampfansage. Neben Prüger muss Haubner aber auch noch gegen die Statistik ankämpfen, wenn er am 6. Juni den Pokal für den HTT-French-Open-Sieger in Empfang nehmen möchte. Denn der Sieger des April-HTT-500-Turniers hat es in der langen Geschichte der Hobby-Tennis-Tour erst drei Mal auch zu Titelehren beim wichtigsten Sandplatzturnier der Szene gebracht. 1994 Klaus Hofer, 2005 Bernhard Nagl, und 2010 Franz Mayrhuber, nur diesen drei Spielern gelang in einer Saison der Triumph bei diesen beiden Sandplatz-Klassikern.

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Kevin Köck blickt Sandplatzsaison positiv entgegen

“Nach den letzten so enttäuschenden Wochen fällt mein Resümee zum April-HTT-500-Turnier eigentlich positiv aus. Ich habe mich an diesem Wochenende nicht ins Finale gespielt sondern ins Endspiel gekämpft. Die spielerische Leistung war vielleicht mit Ausnahme des Matches gegen Paul Henke im Viertelfinale nicht so wie gewohnt und wie ich im Herbst agiert habe. Ich nehme aber viel Positives mit aus diesem Turnier, wie beispielsweise meinen gezeigten Kampfgeist, den ich diesmal anders als noch in der Südstadt in die Waagschale geworfen habe. Damit ist hoffentlich auch die öffentliche Kritik widerlegt. Ich freue mich jetzt auf die nächsten Turniere”, so der 20jährige WAT Landstrasse-Star, der sich für die anstehende Sandplatzsaison aber keine großen Heldentaten seinerseits erwartet. “Das Finale gibt mit zwar viel Auftrieb, aber ich erwarte eine schwere Saison auf roter Asche, weil ich eigentlich kein Sandplatzspieler bin. Das sieht man dann gegen Spieler wie Haubner am heutigen Tag. Ich blicke der Sandplatz-Saison dennoch positiv entgegen und möchte eigentlich mehr Turniere bestreiten als im letzten Jahr”, so Köck

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