Tennis

Future-Star Spengler schrammt haarscharf an einer Sensation gegen die Nr. 1 vorbei

Von Claus Lippert
© Hobbytennistour

Die 8. Auflage des April-HTT-150-Turniers in Maria Enzersdorf avanciert nach nur zwei Spieltagen imm...

Die 8. Auflage des April-HTT-150-Turniers in Maria Enzersdorf avanciert nach nur zwei Spieltagen immer mehr zum einem an Überraschungen und Sensationen reichen Event. Die gesetzten Stars des 23. Saisonturniers purzeln aus dem 32er-Tableau wie reife Äpfel von der Bäumen, kein noch so großer Favorit kann sich eines zu erwartenden Sieges sicher sein, und selbst ITN-Werte scheinen an diesem herrlichen Frühsommer-Wochenende in der Südstadt komplett außer Kraft gesetzt. Stattdessen sorgten am gestrigen Samstag die Future-Asse Trivun Djumic, Dmitriy Zikanov und Martin Spengler für die Schlagzeilen zum zweiten Spieltag. Ein Bericht von C.L

Djumic mit Doppelschlag – Serbiens Future-Star kämpft die Nr. 6 des Turniers Oliver Fischer nieder, und holt sich gegen Jungstar Manuel Ali sein Ticket für das Viertelfinale des April-HTT-150-Turniers

Normal stehen sie im Schatten der großen HTT-Stars und nur dann im Blickpunkt des Geschehens, wenn Punkte & Pokale auf HTT-Future-Ebene vergeben werden. Am gestrigen Samstag aber drängten Serbiens Trivun Djumic, der Russe Dmitriy Zikanov und Martin Spengler mit Topleistungen und überraschenden Resultaten in den medialen Vordergrund. Den Auftakt des Reigens an Überraschungen machte am Vormittag der serbische März-Future-Chanpion Trivun Djumic. Der 35jährige bejubelte nach über zweieinhalb Stunden aufopfernden Kampfes einen 5:7, 7:6, 6:4 Erfolg über den an Nummer 6 gesetzten Oliver Fischer, und verhindert damit, dass sein neun Jahre älteres Gegenüber mit seinem möglichen 50. HTT-Karriere-Einzelsieg zum dritten Mal in Folge das Achtelfinale des April-HTT-150-Turniers erreicht hätte. Dabei hatte der 44jährige vom TK Eden fast eineinhalb Stunden Kurs in Richtung zweiter Runde gehalten. Bei 6:5 im ersten Satz gelang Fischer das Break zum 7:5, und auch in Durchgang Nr. 2 stand sein Gegner bei 5:6 mit dem Rücken zur Wand. Diesmal freilich behielt Djumic die Nerven, rettete sich in den Tie-Break und von dort sogar in einen dritten Heat. 4:1 zog Djumic dann zunächst von der Euphorie des Satzausgleiches getragen in der Entscheidung davon, Fischers Konter mit drei in Serie gewonnenen Games zum 4:4 blieb aber nicht aus. Das letzte Break dieser abwechslungsreichen Partie gelang dann Trivun Djumic zum 5:4, ehe der Serbe ausservierte, und sich sein Achtelfinal-Ticket gegen Fiala-Bezwinger Manuel Ali sicherte. Den Jungstar vernaschte Djumic dann in einer knappen Stunde mit 6:1, 6:1, und damit stand der 3fache Titelträger als erster Spieler im Viertelfinale des April-HTT-150-Turniers.

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Jungstar Noah Grossmann wirft HTT-Legende Markus Hobiger bei seinem 339. Karriere-Turnierstart aus dem Bewerb

Schon am Eröffnungstag hatte sich ja mit Alexander Rieger die Nummer 5 des Turniers frühzeitig in Runde 1 verabschiedet, und dem 17jährigen HTT-Challenger-Tour-Finals-Gewinner folgten am Tag darauf neben Oliver Fischer auch noch Markus Hobiger und Lukas Kalny. Damit waren schon nach Runde 1 sämtliche im Einsatz gewesenen Gesetzten gescheitert. Wer hätte für möglich gehalten, dass sich die Nummer 7 Lukas Kalny mit fast 1,5 Punkten an besserem ITN gegen Russlands Bringer Dmitriy Zikanov geschlagen geben muss. Und auch für die Acht des zweiten Hartplatz-Saisonturniers in der Südstadt Markus Hobiger war nach Runde 1 Schluss. Allerdings musste sich der HTT-Rekordteilnehmer einem mächtig stark spielenden jungen Mann namens Noah Grossmann geschlagen geben. Der 13jährige, der sonst bei ÖTV-Jugendturnieren seine Sporen verdient, und auch schon Erfahrungen auf internationalen Jugendturnieren in Spanien, Holland, Island, Tschechien und Slowenien sammelte, legte ein vielversprechendes HTT-Debüt bei seinem “halben Heimturnier” hin. Grossmann trainiert in der Südstadt bei Thiem-Papa Wolfgang, und versucht dort 5x die Woche seinen Traum vom Tennisprofi wahr werden zu lassen. Zuvor heißen die Gegner aber noch Thomas Lung oder wie eben am Samstag Vormittag beim Premieren-Auftritt Markus Hobiger. Und mit der HTT-Legend machte der Junior in Runde 1 kurzen Prozess. Die Routinie von 339 Turnierstarts nützte dem 41jährigen Guntramsdorfer nichts, denn Grossmann war von Beginn an bemüht, sein aggressives Spiel von der Grundlinie kompromisslos durchzuziehen. Ein frühes 5:0 münzte der 13jährige zum Gewinn des ersten Satzes mit 6:2 um, und auch im zweiten Satz war Hobigers Aufholjagd nach 2:5 Rückstand eher dem Umstand geschuldet, dass Grossmann ein wenig die Konzentration verlor. Hobiger verlor zum vierten Mal in Serie sein Auftakt-Single beim April-HTT-150-Turnier und muss weiter auf den 210. Einzelsieg seiner 10 Jahre andauernden HTT-Laufbahn warten. “Ich bin sehr enttäuscht, weil ich mir so viel vorgenommen hatte, aber Grossmann war ein sehr starker Gegner, der verdient gewonnen hat, und dem ich hier auch den Titelgewinn zutraue”, erklärte der unterlegene Niederösterreicher.

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Der topgesetzte Robin Reich verhindert mit Mühe eine totale Blamage, und die Nr. 2 des Turniers Laurenz Rattasits gewinnt Topspiel im Achtelfinale gegen Thailands Jungstar Dennis Weinzettl

Mit einem blauen Auge ist derweil die Nummer 1 des Turniers Robin Reich in seinem ersten Auftritt beim April-HTT-150-Turnier davon gekommen. Der topgesetzte 22jährige – mit einem Freilos ausgestattet – schrammte am Samstag Vormittag im Achtelfinal-Duell mit Außenseiter Martin Spengler nur haarscharf an einer totalen Blamage und der wohl größten Pleite seiner Tenniskarriere vorbei. Der Ex-La-Ville-Star, der heuer für ASVÖ Wien auf Punktejagd in der Manschaftsmeisterchaft gehen wird, feierte nach zwei Stunden einen ruhmlosen 4:6, 7:6, 6:1 Erfolg und damit den 35. Einzelsieg seiner Karriere. Davor freilich bot Reich eine überschaubare Leistung, fernab seiner Stärken und am Rande des Absturzes. Es war mächtig Zittern angesagt bei der Nummer 1 des Turniers, und das gegen einen limitiert Tennis spielenden Gegner, der sonst nur auf HTT-Future-Ebene für Furore sorgt. Am Nachmittag des 14. April 2018 hätte Underdog Martin Spengler aber berühmt werden können. Gleich zwei Mal fehlte dem 2fachen Future-Champion im zweiten Satz bei 6:4, 5:4 nur je ein Punkt zur Sensation, ehe er nach verlorenem Tie-Break im dritten Satz mit 1:6 unter die Räder kam. Die Sensation aus Sicht Spenglers und die totale Blamage aus Sicht Reichs war also ausgeblieben, doch beim Comeback-Auftritt des 22jährigen Wieners hätte man sich viel mehr erwartet. Womöglich hatte Ronin den Future-Star zu Beginn der Partie nicht wirklich ernst genommen, als die Lage im zweiten Satz bei 4:6, 2:4 aber ernst wurde, und Spengler nur ein Punkt zum 5:2 fehlte, ging beim großen Favoriten spielerisch gar nichts mehr. Spengler hatte seinen Gegner auf “Future-Niveau” hinabgezogen, und trotzte dem topgesetzten Reich einen zweistündigen Schlagabtausch ab. Nach zuletzt drei Erstrundenniederlagen in Serie feierte Reich am Ende dann aber doch noch seinen ersten Sieg seit Kitzbühel 2017, und den Aufstieg ins Viertelfinale. Dort unter den letzten Acht steht auch die Nummer 2 des Turniers Laurenz Rattasits, der im besten Match des Tages gegen Thailands HTT-Star Dennis Weinzettl größte Mühe hatte, um sich mit 6:4, 3:6, 6:2 ins Viertelfinale zu kämpfen. Die Wende in einem zwei Stunden lang höchst ausgeglichenen Matches hin zu Rattasits brachte die Anfangsphase des dritten Satzes. Mit vier Breaks en suite stand es 2:2, ehe Rattasits sein bis dahin aufgezogenes Spiel mit viel Topspin aufgab, und mit mehr Druck auf den Ball sein Gegenüber überraschte. Vier Games in Folge hievten Rattasists im hochklassigen Duell der beiden 15jährigen schließlich ins Viertelfinale.

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