Tennis

Dominik Jaros mit Kraftakt über Bernhard Scheidl im Halbfinale des März-Masters

Von Claus Lippert
Montag, 09.04.2018 | 12:42 Uhr
© Hobbytennistour

Ein glänzendes Saison-Debüt liefert derzeit Dominik Jaros beim 23. März-Masters-Series-1000-Turnier ...

Ein glänzendes Saison-Debüt liefert derzeit Dominik Jaros beim 23. März-Masters-Series-1000-Turnier in der Südstadt ab. Die aktuelle Nummer 17 der HTT-Computer-Rangliste, hier beim traditionellen Hartplatz-Klassiker zum Outdoor-Auftakt 2018 an Vier gesetzt, erreichte am Sonntag Nachmittag nach einem wahren Kraftakt zum zweiten Mal nach den Kalksburg Open 2017 das Semifinale eines Masters-Series-1000-Turniers der HTT. Der 26jährige besiegte in einem von widrigen äußeren Verhältnissen geprägten Viertelfinal-Kracher den HTT-Australian-Open-Sieger von 2015 Bernhard Scheidl nach 3:16 Stunden Spielzeit mit 4:6, 7:6, 7:5, und könnte am Montag Abend im Duell mit Jungstar und Cash4Car-Cup-Finalist Maximillian Wild das erste HTT-Endspiel seiner Karriere fixieren. Der 17jährige blieb im abschließenden Viertelfinale am Sonntag Nachmittag gegen Köck-Bezwinger Josip Franijevic klar mit 6:1, 6:3 siegreich. In der oberen Tableauhälfte des 22. Saisonturniers gab es hingegen keine Überraschungen. Sowohl März-HTT-500-Sieger Martin Mayer als auch der überlegene Ranglisten-Erste Lukas Prüger buchten problemlos ihre Tickets für die Vorschluss-Runde des ersten Freiluftturniers der Saison. Ein Bericht von C.L

Dominik Jaros ringt Bernhard Scheidl in einer Windlotterie nach 3:16 Stunden nieder

Dominik Jaros vom Heeres TC ist nur noch einen Sieg vom ersten Finaleinzug seiner HTT-Karriere entfernt. Der 26jährige qualifizierte sich am gestrigen Sonntag mit einem schwer erkämpften Marathonerfolg über Serve & Volley-König Bernhard Scheidl für sein zweites Karriere-Semifinale auf Masters-Series-1000-Ebene und das dritte Halbfinale seiner Laufbahn. Allerdings hatte der an Nummer 4 gesetzte Wiener bei teils widrigen Bedingungen Schwerstarbeit zu verrichten, ehe er Berhard Scheidl an dessen zweiten Semifinal-Teilnahme beimn März-Masters-1000-Turnier nach 2016 hinderte. Vorangegangen war dem hauchdünnen Jaros-Sieg ein an “Games & Emotionen” reiches Duell, das sich im böigen Wind-Karussel fast dreieinhalb Stunden in beide Richtungen hin und her drehte. Das Match und jeder der drei Sätze hätte auch anders ausgehen können, ein Beweis wie grenzwertig die Situation mit den Windverhältnissen am Sonntag Nachmittag wirklich war. Schon der Auftakt verlief höchst kurios, zumal die beiden Aufschlag-Giganten Jaros und Scheidl sechs Games lang vergeblich versuchten, eines ihrer Aufschlagspiele mit Erfolg durchzubringen. 6 Breaks en suite sorgten auch bei den Akteuren trotz Windärgers für ein Schmunzeln und machten wohl beiden Akteuren klar, dass sie ein Duell mit vielen Unwegbarkeiten zu erwarten hätten. Und so kam es dann auch. Jaros war der Erste, der sein Service zum 4:3 durchbrachte, der erste Satz ging aber wenig später doch an Bernhard Scheidl, der im ersten direkten Duell mit Jaros seinen 85. HTT-Karriere-Einzelsieg anpeilte. Im zweiten Durchgang erwies sich dann zunächst Dominik Jaros als leichtfertiger Chancen-Vernebler. Bei 4:2 hatte der 26jährige zwei Möglichkeiten zum Doppel-Break auf 5:2, doch die blieben aus Sicht des 26jährigen genauso ungenützt, wie im weiteren Verlauf des Satzes seines Führungen bei 5:4 und 6:5. Erst im Tie-Break – den Jaros allerdings sicher und souverän mit 7:4 für sich entschied – machte Jaros den Satzgewinn perfekt. Im allesentscheidenden dritten Heat gelang dann Jaros das erste und lange Zeit auch entscheidend scheinende Break zum 2:1. Dieses transportierte er bis an Satzende, und erst als es bei 5:4 ans “Ausservieren” ging, kam der Aufschlag-Gigant vom Heeres TC wieder ins Straucheln. Scheidl schaffte das Re-Break zum 5:5 , musste gleich darauf aber ebenfalls sein Service abgeben, und bei 6:5 ließ sich Jaros dann kein zweites Mal bitten, und fixierte nach insgesamt 3:16 kraftraubenden und höchst intensiven Stunden mit 4:6, 7:6, 7:5 den Einzug ins Semifinale.

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“So viele enge Situationen – es war der Wahnsinn”

“Das war das in mentaler Hinsicht schwierigste Match meines Lebens”, stellte der Sieger nach dem gewonnenen Kraftakt gegen Bernhard Scheidl klar. “Mit dem Wind war es sehr schwer, und dann waren heute so viele enge Situatioen zu meistern, es war der Wahnsinn. So viele Spielbälle, Breakbälle, knappe Bälle und Netzroller, das machte es für den Kopf heute extrem schwer. Die Konzentration zu behalten – noch dazu bei dem Wind heute – das war schon eine herausfordernde Aufgabe”, betonte Jaros, der sich über sein gelungenes Saison-Debüt nach ausgeheilten “Wehwehchen” froh zeigte. “Ich bin glücklich, dass ich wieder schmerzfrei spielen kann. Ich habe doch über den Winter fast fünf Monate keinen Schläger in der Hand gehabt, und versucht, die kleinen körperlichen Probleme in den Griff zu bekommen. Alles was jetzt noch kommt ist Draufgabe. Mir ist egal wer in der nächsten Runde kommt. Ich muss sowieso mein Spiel spielen, und leichte Gegner gibt es hier bei diesem Turnier im Halbfinale ohnehin keine”, zeigte sich Jaros vor seinem dritten HTT-Karriere-Semifinale gelassen. Gegner dort wird also wie schon erwähnt Maximillian Wild sein, der sich im letzten Viertelfinale des Tages gegen Köck-Bezwinger Josip Franjicvevic keine Blöße gab, und seiner Favoritenrolle mit einem 6:1, 6:3 Erfolg klar gerecht wurde. Mehr Mühe mit dem müden Viertelfinalgegner hatte Wild da schon eine Runde zuvor im Achtelfinale, als er Daniel Kienegger mit 6:3, 7:5 niederkämpfen konnte. Vorallem im zweiten Satz entwickelte sich ein spannender und auch hochklassiger Schlagabtausch, in dem der Jungstar vom TC Stockerau am Ende sein drittes HTT-Karriere-Semifinale unter Dach und Fach brachte.

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Was ist los mit Kevin Köck – Rätselraten nach blutleerem Auftritt im Achtelfinale des März-Masters-Series-1000-Turniers

Sorgte Maximillian Wild also nach seinem Finaleinzug beim Cash4Car Cup erneut für positive Schlagzeilen, rätselt die HTT-Community über die aktuelle Performance, die ein gewisser Kevin Köck zur Zeit im Circuit abliefert. Blutleer wirkte der achtelfinale Auftritt jenes Mannes, der noch vor rund vier Monaten die Tennisszene faszinierte, Schlagzeilen ohne Ende produzierte, die Titelbilder auf der HTT-Webseite füllte, und von Erfolg zu Erfolg eilte. Mit dem Höhepunkt im November, als er beim letzten Masters-Series-1000-Turnier im Endspiel den gigantischen Siegeszug von Lukas Prüger stoppte, und in einem Jahrhundertmatch zu brillieren wusste. Vier Monate später ist von “Ruhm & Glanz” wenig über, der 20jährige WAT Landstrasse-Star ein Schatten seiner selbst, und von großen Leistungen und entsprechenden Resultaten meilenweit entfernt. Das 99. Einzel seiner Karriere am Sonntag Nachmittag am Centercourt der Südstadt wurde zum bitteren Abgesang eines noch vor kurzer Zeit gefeierten HTT-Top-Ten-Stars. Der Ranglisten-FÜnfte taummelte – genervt vom Wind und der Spielanlage seines Gegenübers – ohne Gegenwehr in ein widerstandsloses 3:6, 1:6 Debekal gegen November-HTT-250-Finalist Josip Franjicevic. Keine Körperspannung, keine Beinarbeit, keine Emotionen, keine Idee, kein Selbstvertrauen, kein Spielplan, kaum funktionierende Schläge, die Mängelliste im Köck’schen Spiel an diesem tristen Sonntag-Nachmittag wäre noch beliebig fortsetzbar. “Dabei war ich voll motiviert in die Südstadt gekommen um auf Hartplatz wieder aus der Krise zu kommen, und vielleicht sogar im Ranking einen Platz gutzumachen”, erzählte der November-Masters-Series-1000-Champion später. Bleibt zu hoffen, dass sich Köck rasch wieder seiner Stärken besinnt, und sobald wie möglich die Kurve bekommt.

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