Martin Mayer holt beim März-HTT-500-Turnier ersten HTT-Titel seit Mai 2014

Von Claus Lippert
Samstag, 17.03.2018 | 16:15 Uhr
© Hobbytennistour

Mit einem großartig gespielten zwanzigsten Karriere-Turnier und einer finalen Galavorstellung im End...

Mit einem großartig gespielten zwanzigsten Karriere-Turnier und einer finalen Galavorstellung im Endspiel des 15. März-HTT-500-Turniers im UTC La Ville, hat sich HTT-Altstar Martin Mayer am Mittwoch Abend nach einer fast vierjährigen Durststrecke auf Österreichs größter Breitensport-Tennisserie der Hobby-Tennis-Tour wieder in Erinnerung der breiten HTT-Öffentlichkeit gebracht. Der mittlerweile 36jährige HTT-Olympiasieger von 2014 dominierte das 17. HTT-Saisonfinale im Kampf um die Nachfolge von Alexander Sikanov als neuer März-HTT-500-Champion gegen den HTT-Australian-Open-Sieger von 2015 Bernhard Scheidl nach Belieben, und holte sich in gerade einmal 59 Minuten Spielzeit mit einem niemals gefährdeten 6:2, 6:2 Erfolg seinen ersten HTT-Turniersieg seit Mai 2014 und den insgesamt vierten HTT-Titel seiner Karriere. Für einen diesmal vorallem am Netz enttäuchend agierenden Bernhard Scheidl blieb nach einer finalen Lehrstunde in seinem sechsten Karriere-Endspiel zum fünften Mal in Folge nur ein “Silberteller” für den zweiten Platz. Damit muss der 32jährige weiter auf seinen ersten Titelgewinn seit Jänner 2015 warten. Ein Bericht von C.L

Martin Mayer so stark wie einst im Erfolgsjahr 2014

Die drei Jahre andauernde Serie internationaler Erfolge beim März-HTT-Turnier 500 im UTC La Ville ist durchbrochen. Martin Mayer vom TK Big Point Muckendorf sorgte am Mitttwoch Abend erstmals seit Christoph Beutler im Jahr 2014 wieder für einen rot-weiss-roten Titelgewinn beim dritten HTT-500-Turnier des Jahres, und katapultierte sich mit seinem 45. Einzelsieg im 60. HTT-Single seiner Laufbahn zurück in die HTT-Siegerlisten. Der an Nummer 7 gesetzte Niederösterreicher bestätigte im finalen Duell mit Bernhard Scheidl seine im Verlauf des Turniers gezeigte Hochform, und demonstrierte nach langer Zeit wieder einmal sein außergewöhnliches Können. Mayer agierte auf einem Niveau, mit dem er einst im Jahr 2014 die erste Saisonhälfte mit drei Turniersiegen en suite dominierte, und mit dem er auch vier Jahre später im Konzert der Allerbesten noch für Furore sorgen könnte. 34 Winner bei nur 14 unforced errors, eine 100prozentige Erfolgsquote bei seinen Netzangriffen, und eine famose Serviceleistung mit 88 Prozent an gewonnenen Punkten nach dem ersten Aufschlag und 4 Assen obendrauf als Zuckerguss, auch die Matchstatistik von hobbytennistour.at belegte am Ende der exakt 59 Minuten dauernden Final-Gala die Mayer’sche Überlegenheit an diesem Abend.

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Mayer und Scheidl halten Fahne der HTT-Routiniers in Zeiten der Jugend-Dominanz” hoch

Es war ein besonderes Finale, dieses siebzehnte der heurigen Saison. Der finale Showdown beim 310. im UTC La Ville ausgetragenen Single-Turnier der Geschichte und beim 306. HTT-500-Event der Open Ära war nämlich gleichzeitig auch einer jener selten Ausgaben, in der man vergeblich einen der unzähligen aufstrebenden Jungstars suchte. Mayer mit seinen 36 Jahren und Scheidl mit seinen 32 Lenzen, damit war das erst zweite Saisonfinale zweier +30-Spieler perfekt. Im vergangenen halben Jahr mit 35 großteils von der Jugend dominierten Turnieren gab es gerade einmal drei dieser “finalen Senioren-Duelle”. Das die ehemaligen HTT-Topstars aber noch nicht zum alten Eisen zählen, bekam man am Mittwoch Abend im März-HTT-500-Endspiel vor Augen geführt. Mayer legte wie von der Tarantel gestochen los, holte zu Null sein erstes Aufschlagspiel, und war auch wichtiger Weise gleich in seinem ersten Return-Game voll fokussiert bei der Sache. Denn ihm gegenüber stand der wohl beste “Serve & Volley-Spieler der HTT-Gegenwart”, der wie kein Zweiter im Circuit den kleinen gelben Filzball sowohl mit “Touch als auch mit Präzision” “volley” über das Netz zu befördern im Stande ist. Umso konzentrierter wirkte Mayer von Beginn weg bei den Service-Games seines Gegners, und das machte sich auch prompt bezahlt.

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Zwei Doppelfehler in Serie als Startschuss für finale “Mayer-Gala”

Denn Mayer gelang nach einem missglückten Half-Volley Scheidls das frühe Break zum 2:0. Noch wichtiger als die frühe zwischenzeitliche Führung war dieses erste Return-Game Mayers aber vorallem in mentaler Hinsicht für beide Spieler. Mayer hatte dem “Serve & Volley Gott” vom Neusiedler See gleich im ersten Returngame deutlich gemacht, was ihn bei seinen permanent vorgetragenen Netzattacken erwarten würde, und den Druck auf den aufschlagenden Burgenländer vom Start weg entsprechend erhöht. Zwar gelang Scheidl in der Folge rasch das Re-Break zum 1:2 und gleich darauf der Ausgleich, doch den an diesem Abend entschlossen wie schon lange nicht mehr wirkenden und agierenden Martin Mayer konnte er damit nicht beeindrucken. Der endgültige Weckruf aus Sicht des späteren Siegers dürften dann bei 2:2 wohl zwei Doppelfehler in Serie zum 0:30 gewesen sein, denn acht Minuten später, hatte ein großartig servierender und ein phantastisch returniernder Mayer ein 2:2, 0:30 in eine 6:2 Satzführung verwandelt.

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Scheidl ungewohnt fehlerhaft am Netz, während Mayer mit weiter makelloser Finalbilanz sein Comeback in den Top 30 des HTT-Rankings feiert

Die entscheidenden Szenen aus Sicht Scheidls dürften hingegen jene im zweiten Game des zweiten Satzes gewesen sein, als der 32jährige bei eigenem Aufschlag eine 40:0 Führung mit ungewohnt vielen und für seine Verhältnisse auch noch recht einfachen Volley-Fehlern verjuxte. Wie überhaupt das sonst als Spektakel geltende Offensiv-Spiel des ehemaligen HTT-Top-Ten-Stars an diesem Abend “lahmte”. 36 Mal tauchte der HTT-Australian-Open-Sieger von 2015 am Netz auf, und nur 14 dieser Netzangriffe konnte Scheidl auch mit einem Punktgewinn abschließen. Für den König des Flugballes eindeutig zu wenig! Mayer hingegen kontrollierte fortan bei eigenem Aufschlag die Partie, spielte das “zum 2:0 gewonnene Break” gekonnt bis ans Satzende, und “krönte” dort seinen grandiosen Auftritt am Ende mit einem letzten Break zum 6:2, 6:2 Erfolg über Bernhard Scheidl. Damit prolongierte Mayer auch sein perfekte Finalbilanz mit nunmehr 4 Siegen bei 4 Endspielteilnahmen auf der HTT. Und tags darauf stand dann auch noch sein Comeback in den Top 30 der HTT-Computer-Rangliste an. “Es tut gut, wieder einmal ein Turnier auf der HTT gewonnen zu haben, auch wenn man fairer Weise sagen muss, dass die Dichte an Topspielern diesmal nicht so groß war wie sonst immer. Die letzten Turniere habe ich nicht wirklich gut gespielt, aber vor zwei Wochen auf der HTT Seniors Tour habe ich gemerkt, dass ich die Bälle wieder besser treffe. Und auch an diesem Wochenende habe ich sehr gut gespielt. Vorallem die letzten beide Matches war sehr stark. Es waren mit Schager und Scheidl zwei komplett unterschiedliche Spielertypen, aber Gott sei Dank konnte ich in beiden Matches meinen taktischen Plan umsetzen. Jetzt freue ich mich auf die kommenden Turniere”, erklärte der frischgebackene März-HTT-500-Champion vom TK Big Point Muckendorf.

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