Tennis

Jungstar Nicolas Moser schrammt knapp am HTT-Australian-Open-Semifinale vorbei

Von Claus Lippert
Dienstag, 23.01.2018 | 19:11 Uhr
© Hobbytennistour

Der unter norwegischer Flagge spielende Maximilian Berger hat sich im Viertelfinale der HTT-Australi...

Der unter norwegischer Flagge spielende Maximilian Berger hat sich im Viertelfinale der HTT-Australian Open 2018 mit viel Kampfgeist und jeder Menge Glück über einen lange Zeit famos spielenden Nicolas Moser in die Vorschlussrunde des ersten HTT-Saison-Major-Events gerettet, und mit einem 3:6, 6:4, 7:5 Erfolg erstmals in seiner Karriere das Semifinale eines HTT-Grand-Slam-Turniers erreicht. Der 21jährige vom Hietzinger TV war über weite Strecken des insgesamt 2:21 Stunden dauernden Krimis spielerisch in der Defensive und ergebnistechnisch im Hintertreffen, ehe er im Finish auch von der mangelnden Routinie seines 15jährigen Gegners profitierte. Auch die Statistik liefert am Ende den Beweis, dass Berger einen kuriosen und glücklichen Erfolg landen konnte. 96 Punkte holte Berger in einem hoch intensiven Tennisfight, und damit sogar einen Punkt weniger als der unterlegene Nicolas Moser. Ein Bericht von C.L

Famos aufspielender Nicolas Moser holt sich ersten Durchgang des Live-Viertelfinales gegen Maximilian Berger nach 40 Minuten mit 6:3

Mit einem glatten Zweisatzsieg von Maximilian Berger hatte die HTT-Community im Facebook-Tippspiel zum Match des Tages gegen Nicolas Moser gerechnet, und die Favoritenrolle damit klar verteilt. Erst recht, nachdem sich Berger am Vorabend in blendender Spiellaune zeigte, und im Achtelfinale für die klarste Grand-Slam-Niederlage des Ranglisten-Zweiten und HTT-Australian-Open-Siegers von 2016 Vladimir Vukicevic sorgte. Doch Berger stolperte binnen 24 Tagen Stunden von einer exklusiven Galavorstellung mitten hinein in einen an Krampf und Fehlern kaum überbietbaren Stotter-Auftritt gegen die Nr. 61 der HTT-Computer-Rangliste. Was auch mit den Qualitäten zutun hatte, die sein 15jähriges Gegenüber in das Live-Spiel des Abends einbrachte. Moser ging von Beginn an konsequent und druckvoll zu Werke, hatte bald auch den nötigen Rückenwind durch eine zwei Breaks beinhaltende 3:0 Führung, und den arrivierten Gegner auf der anderen Seite des Netzes die Schneid abgekauft. Auch der erste Aufschlagverlust zum 1:3 warf Moser nicht aus der Bahn, denn der WAC-Jungstar zeigte sich in der Folge bei seinen eigenen Service-Games höchst effizient, und erhöhte damit auch den Druck auf Berger bei dessen Aufschlagspielen. Bei 3:5 zeigte der 21jährige dann auch Wirkung, lieferte ein völlig verpatztes Service-Game ab, und musste nach exakt 40 Minuten und nach 20 sogenanten unforced errors den ersten Satz mit 3:6 abgeben.

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Viel Flugbahn wenig Risiko – Moser muss zweiten Satz nach 4:2 Führung abgeben

Dem zweiten Satz wird Moser in der Nachbetrachtung dann wohl noch sehr lange nachtrauern, denn eigentlich hätte der 15jährige in diesen 45 Minuten dauernden 10 Games den Sack zumachen, und die Entscheidung zu seinen Gunsten herbeiführen müssen. Zunächst war angesichts der Fahrlässigkeit mit der Moser mit seinen Chancen umging, noch nicht viel passiert. Der Next-Gen-Finals-Semifinalist hatte bei 1:0 Führung eine Break-Gelegenheit ausgelassen, als er ungeduldiger Weise eine Rückhand ins Netz drosch. Bei 2:1 blieben aus Sicht Mosers abermals zwei Break-Möglichkeiten ungenützt, ehe er gegen einen längst angezählten Gegner einen schweren taktischen Fehler beging. Als Moser nämlich im dritten Versuch das erste Break zum 4:2 gelang, nahm er in der Folge das Tempo aus dem Spiel, agierte mit viel Flugbahn und wenig Mut zum Risiko und wurde prompt dafür bestraft. 4 Games in Serie gingen an Berger, der mit 6:4 zum Satzausgleich kam, und das Duell um einen Semifinalplatz bei den HTT-Australian-Open in einen spannungsgeladenen dritten Durchgang hievte.

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Breakorgie und Hochspannung im dritten Satz

Dort hatte zunächst wieder Moser den besseren Start. Der 15jährige spielte bei 1:0 ein exzellentes Return-Game, krallte sich das Break zum 2:0 und demonstrierte in den ersten Minuten der Entscheidung wozu er spielerisch fähig ist. Die ganz große Moser-Show kündigte sich bei Spielball zum 3:0 an, ehe der WAC-Jungstar mit einem Rückhand-Patzer auffällig wurde, und eine wahre Break-Orgie der beiden Protagonisten mit sechs Aufschlagverlusten in Serie einleitete. Im an Spannung kaum überbietbaren Finish servierte zunächst Berger bei 5:4 erstmals auf den Sieg, ehe der lange Zeit domnierende Moser doch noch auf die Siegerstrasse einzubiegen schien. Nach dem Re-Break zum 5:5 führte Moser bei eigenem Aufchlag 40:0, doch mit fünf in Folge abgegebenen Punkten, ebnete Moser schließlich seinem Gegner den Weg ins Semifinale des ersten Saison-Majors. Berger bedankte sich artig, profitierte bei Breakball Mosers von einem misslungenen Lob-Versuch seines 15jährigen Gegners, ehe er nach 2:21 Stunden Spielzeit und einer verschlagenen Moser-Rückhand den Arbeitssieg und Aufstieg ins Halbfinale der HTT-Australian-Open genießen durfte. “Wie habe ich denn dieses Match gewonnen”, zeigte sich Berger unmittelbar nach dem Matchende ungläubig, während Moser im Finish auch ob seines jungen Alters ein wenig Opfer mangelnder Routine wurde. Alles in allem bekam man als Zuschauer aber einen Tennisleckerbissen zu später Stunde geboten, der keinen Verlierer verdient hatte.

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