Die Stimmen zum Endspiel der 28. HTT-Tour-Finals 2017 im UTC La Ville

Von Claus Lippert
Montag, 04.12.2017 | 10:21 Uhr
© Hobbytennistour

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88 Minuten Finaltennis absolviert, eine in dieser Form noch nie dagewesene “victory ceremony” genossen, beim Champions-Dinner in der Players-Lounge noch einmal Erlebtes Revue passieren lassen, stellten sich die beiden Protagonisten des Endspieles bei den 28. HTT-Tour-Finals im UTC La Ville am späten Samstag Abend auf der letzten Pressekonferenz des Turniers dann auch noch den Fragen von HTT-Star Moderator Matthias Wagner. Noch einmal voll des Lobes für eine mehr als geniale Woche, blickten die beiden HTT-Asse zurück auf ihre Masters-Performance, erinnerten sich an die schönsten Momente und formulierten auch schon ihre Ziele für die im Jänner beginnende neue HTT-Saison. Bericht von C.L

Matthias Wolf: “Ich hatte am Ende nicht mehr das Gefühl, diese Partie noch drehen zu können”

“Direkt nach dem Match war sicher eine gewisse Enttäuschung da. Das ist eh klar, weil man so ein Match natürlich gewinnen möchte. Aber sie hält sich in Grenzen, denn gegen den Luki kann man verlieren. Er hat eine tolle Leistung abgerufen. Ich bin froh, hier ins Finale gekommen zu sein. Das ist ein Riesenerfolg für mich. Ich bin sehr sehr zufrieden, und habe mein Saisonziel absolut erreicht. Vielleicht klappt es ja in den nächsten Jahren ja hier einmal mit dem Sieg”, antwortete der 29jährige auf die erste Frage des durch die PK führenden Moderators. Angesprochen nach einem möglichen Knackpunkt in dieser Partie als Wolf im zweiten Satz bei 2:0 und eigenem Aufschlag drei Doppelfehler zum Re-Break servierte, meinte der geschlagene Finalist: “Für mich war eher der Knackpunkt, als es im ersten Satz bei 4:4 sehr knapp geworden ist. Da bin ich leider zum 5:4 gebreakt worden, und dann war ich absolut dran im nächsten Game, wo ich drei Break-Möglichkeiten verhaut habe. Die waren unterirdisch gespielt, zwei Mal am Rahmen getroffen, einmal hat es mir die Sicherung rausgehängt, da konnte ich den Ball nicht einmal zurückspielen. Da war viel mehr drin um den Luki zum 5:5 zu breaken, und dann wieder on serve zu sein um ihm wirklich Paroli zu bieten. Dann war ich wieder 2:0 vorne, hatte einen Spielball zum 3:0, und als er mich zurückgebreakt hat, ist es mental richtig schwer für mich geworden. Man kann dann nicht mehr 100 Prozent geben, das Momentum ging dann in Lukis Richtung, und er hat mich dann super diktiert. Ich musste mehr Risiko gehen, konnte nicht mehr konstant lang Bälle spielen und auch die Sicherheit hat mir am Schluss total gefehlt. Ich hatte am Ende auch nicht mehr das Gefühl, diese Partie noch drehen zu können, und wenn du dieses Gefühl nicht mehr hast, dann ist es im Tennis eh schon vorbei”, betonte Wolf, der dann noch ein Turnier-Resümee zog.

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“Mit dem Einmarsch-Song von imagine dragons werde ich immer diese tollen Momente bei diesem Turnier verbinden”, so Matthias Wolf, der in Kürze einen HTT-Grand-Slam-Titel gewinnen möchte

“Das ich am Finaltag in dieser Position hier am Stuhl bei der Pressekonferenz sitzen werde, hätte ich vor einer Woche bei Turnierbeginn niemals gedacht, eher vielleicht als Zuschauer. Mein Resümee fällt durchwegs positiv aus. Vor einer Woche war mein Ziel einmal anzuschreiben, vielleicht ein Match zu gewinnen. Dann habe ich die Auslosung gesehen, da war ich krasser Außenseiter. Nach der Niederlage im ersten Match gegen Christoph Beutler hat eigentlich nicht mehr viel für mich gesprochen. Dann kam die Niederlage gegen den Luki, ok damit hatte ich gerechnet. Wobei da habe ich mit dem 4:6, 4:6 gut gespielt. Auch gegen den Christoph hatte ich eigentlich eine gute Leistung abgerufen, da habe ich vielleicht mental nicht alles umgesetzt. Dann war die schwierige Situation mit dem in 2 Sätzen gewinnen müssen gegen Alex Schager im letzten Gruppenspiel, wo ich im ersten Satz bei 1:3 einen Breakball abwehren musste. Das war auch schon ziemlich massiv. Dann die Draufgabe mit dem Halbfinale gegen den Vladi, wo ich wirklich eine gute Leistung abgerufen habe. Das Finale kann man verlieren. Mein Resümee ist also super. Auch das Ambiente rundherum ist ein Wahnsinn hier. Angefangen von der Players-Party, vom Foto-Shooting mit dem Pokal im Anzug, das war wirklich das absolute Saison-Highlight für mich. Ich habe mich sehr gefreut auf dieses Turnier, und es hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Ich möchte mich hier wie schon bei der Siegerehrung am Centercourt gesagt, beim Veranstalter und allen anderen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass hier alles super funktioniert hat, dass es eine Candybar in der Players Lounge gab, es immer Abendessen gab, Musik und eine Kühltruhe am Centercourt waren. Dieser Einmarsch immer, mit dem Lied von imagine dragons wo ich in Zukunft wenn ich dieses Lied höre immer an diese tollen Momente denken werde. Das sind Wahnsinns-Erinnerungen, und daher nochmals vielen Dank an euch”, philosophierte der Ranglisten-Vierte, der seinen Finaleinzug unter all seinen bisherigen Erfolgen ganz hoch einreiht. “Sicher der tollste Erfolg auf HTT-Ebene, wobei auch mein HTT-French-Open-Semifinaleinzug damals schon eine große Leistung war. Ich kann jetzt schon zufrieden in eine Winterpause gehen, und bin auch froh darüber, weil so ein Turnier spürt man körperlich natürlich schon. Mein Ziel für die Zukunft ist es, demnächst einmal einen Grand-Slam-Titel zu holen.

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Lukas Prüger: “Hier den Titel zu holen, hat einen enorm hohen Stellenwert für mich”

Masterssieger, Nummer 1 am Jahresende, wie klingt das für dich, wollte der Moderator zunächst einmal vom großen Sieger wissen. “Sehr sehr fein, das hätte ich mir im April nie gedacht. Da habe ich mir kurzzeitig schon Gedanken gemacht, wie ich das Ziel Mastersteilnahme erreichen soll wenn ich weiter so spiele. Im Nachhinein betrachtet und nach der ersten Saisonhälfte ist das wirklich unfassbar was ich gespielt habe. Hier den Titel zu holen hat einen sehr hohen Stellenwert für mich. Auch das ich am Jahresende Nummer 1 bin, ist ein echt cooles Gefühl”, so der 19jährige. Rein nach den nackten Zahlen, fiel Prügers Turniersieg äußerst souverän aus. So wollte es der 19jährige aber nicht sehen: “Es waren durchaus knappe Matches dabei. Gegen den Matthias in der Gruppe beim 4:4 hätte ich so wie heute auch durchaus einen Satz verlieren können. Wenn ich im Finale im ersten Satz das 5:5 kassiere, hätte ich wahrscheinlich eh die Nerven geschmissen. Es hätte auch leicht in die andere Richtung gehen können, und auch das Semifinale gegen den Kevin war ein knappes Match. Ohne Satzverlust, das schaut souveräner aus, als es in Wirklichkeit war”, betonte Prüger, der angesprochen auf seinen Fehlstart in dieses Finale folgendes meinte: “Ich war nicht nervös, bei mir herrschte extreme Vorfreude auf dieses Finale. Mit dem coolen Ambiente bei dem Entertaiment überwog wie gesagt die Vorfreude über die Nervosität. Der Matthias ist halt extrem gut in dieses Match gestartet. da hat er mich überrascht, während ich nur sehr schwer in das Match und zu meinem Spiel fand. Da waren echt viele Fehler am Anfang dabei”, so der 19jährige HTT-French-Open-Sieger.

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Lukas Prüger mit gefährlicher Drohung an die Konkurrenz: “Ich möchte im Jänner bei den HTT-Australian Open dort weitermachen, wo ich heute hier bei den HTT-Tour-Finals im Endspiel aufgehört habe”

“Ein unfassbar cooles Gefühl war die Siegerehrung mit dem Konfetti-Regen. Aber schon zuvor beim Matchball den ich mit einem Ass verwandelt habe, musste ich innerlich lachen. Die Siegerehrung war der Wahnsinn. Für einen Hobbyspieler ist das ganz einzigartig”. Die Frage die Moderator Mathias Wagner danach stellte, zielte auf Prügers geniale Saison 2017 mit 7 Turniersiegen ab, und ob so eine Bilanz 2018 überhaupt zu toppen ist. “Das zu toppen wird sehr schwierig. Da müsste ich schon eine ganze Saison nochmals so konstant spielen, und ob ich das schaffe, wage ich selbst zu bezweifeln. Aber schauen wir einmal was die nächste Saison bringt. Ich habe vor, kommendes Jahr bei allen vier Grand-Slam-Turnieren zu starten. Heuer habe ich ja nur zwei Majors gespielt”. Dann kam natürlich vom HTT-Veranstalter jene Fragen die kommen musste an einen Spieler, der ein Tennisjahr derart überlegen bei den prestigeträchtigen Events beherrschte. Ist der Grand-Slam, also der Triumph bei allen 4 Major-Turnieren innerhalb eines Jahres möglich? “Es ist eher unwahrscheinlich, aber nach so einer Saison wie der heurigen, darf ich mir zumindest über dieses Thema Gedanken machen. Es bleibt aber unwahrscheinlich, dass das jemand schaffen kann. Ich möchte aber meine Form beibehalten, und bei jedem der vier Grand-Slams um den Titel mitspielen. Auf Sand sollte es gut ausschauen, um meinen HTT-French-Open-Titel mit Erfolg zu verteidigen. Ich sehe mich persönlich nämlich auf Sand am stärksten. Jetzt freue ich mich aber einmal über die bevorstehende Pause, und dann werde ich im Jänner bei den HTT-Australian Open voll angreifen, und die Saison hoffentlich so stark beginnen, wie ich heute in der alten Saison aufgehört habe”, klang Prügers Antwort wie eine gefährliche Drohung an die Konkurrenz.

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Lukas Prüger: “Sowas wie hier in dieser Woche bei den HTT-Tour-Finals habe ich noch nie erlebt, und daraum steht dieser Erfolg über allen anderen meiner großarigen Siege”

HTT-French-Open, 1000 Euro OTC Open, HTT Erste Bank Open, HTT Tour Finals, 31 Matches in Serie gewonnen und damit einen neuen Rekord aufgestellt, bei 6 Turnieren in Folge triumphiert und damit einen Rekord eingestellt, Nummer 1 am Jahresende, die Erfoglsliste des Lukas Prüger für die abgelaufene Saison könnte nicht großartiger ausfallen. Doch wie sieht die persönliche Hitliste des 19jährigen eigentlich aus? “Ganz oben steht natürlich die ganze letzte Woche mit dem Turniersieg am Ende. Sowas habe ich noch nie erlebt. Mit Musik, mit dem stimmungsvollen Einmarsch, mit Nebel, mit Anmoderation, das ist einzigartig und taugt mir voll. Ich will unbedingt nächstes Jahr wieder hier dabei sein. Dann reihe ich gleichauf den Sieg bei den HTT-Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle und meinen Erfolg bei den HTT-French-Open wo ich einen fetten Fernseher gewonnen habe. Aber es sind alle Siege ein Hit, und das ich bei so vielen großen Veranstaltungen gewinnen durfte, ist echt beachtenswert finde ich”.

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