Patrick Wiesmühler mit Comeback-Sieg nach 1.816 Tagen Tour-Finals-Pause

Von Claus Lippert
Sonntag, 26.11.2017 | 01:21 Uhr
© Hobbytennistour

Der amtierende HTT-US-Open-Sieger Patrick Wiesmühler ist nach fünf Jahren Masters-Absenz am Samstag ...

Der amtierende HTT-US-Open-Sieger Patrick Wiesmühler ist nach fünf Jahren Masters-Absenz am Samstag Nachmittag mit einem Sieg auf den Centercourt des UTC La Ville zurückgekehrt. Exakt 1.816 Tage nach seinem letzten Auftritt bei den HTT-Tour-Finals, als er im Endspiel der 2012er-Auflage als großer Favorit einen finalen 4:6, 2:6 Bauchfleck gegen Franz Mayrhuber fabrizierte, gestaltete der 24jährige Ranglisten-Dritte vom Team Donaufeld seinen Comeback-Auftritt zwar noch nicht wirklich überzeugend, am Ende aber mit zwei gewonnenen Sätzen doch erfolgreich. Der 10fache HTT-Titelträger hielt im Auftakt-Match der Gruppe B seinen Teamkollegen vom TC Donaufeld Filip Markovic in Schach, und bezwang den keineswegs enttäuschenden Masters-Debütanten in exakt 83 Minuten mit 6:4 und 6:4. Wiesmühler ist damit auf Vorrunden-Masters-Ebene nach seinem vierten Sieg im vierten Match noch ungeschlagen, und hat prächtige Chancen sich so wie vor fünf Jahren für das Semifinale der HTT-Tour-Finals zu qualifizieren. Ein Bericht von C.L

Wiesmühler holt ersten Satz nach insgesamt 5 Breaks mit 6:4

Am Ende das für alle Spieler so wichtige Auftakt-Match gewonnen, leistungstechnisch aber noch mit jeder Menge Luft nach oben, so oder so ähnlich kann man Patrick Wiesmühlers Auftakterfolg bei den HTT-Tour-Finals gegen seinen beim Masters debütierenden Clubkollegen Filip Markovic resümieren. Der HTT-US-Open-Sieger hatte in einem von insgesamt fünf Breaks geprägten ersten Satz nach 43 Minuten drei Fehler weniger und drei Punkte mehr als sein Gegenüber gemacht, und nach einer zwischenzeitlichen 5:2 Führung unerwartet knapp den ersten Durchgang unter Dach und Fach gebracht. Das Wiesmühler am Samstag Nachmittag noch nicht am Zenit seines Könnens agierte, offenbarte Durchgang Nr. 2, in welchem er sich zwischenzeitlich mit einem 2:4 Rückstand konfrontiert sah. In dieser Phase, in der Wiesmühler alles andere als sattelfest wirkte, und sein sonst so druckvolles Spiel von der Grundlinie wirkungslos blieb, patzte Markovic mehrmals am Return. Statt sich mit 5:2 vielleicht schon entscheidend abzusetzen, ließ er Wiesmühler auf 3:4 herankommen, und verbockte kurz darauf auch noch sein folgendes Aufschlagspiel, welches er zu Null zum 4:4 abgeben musste. Am Ende nach exakt 83 Minuten hatte Markovic sogar vier Games in Serie verloren, und sein Debüt-Single bei den HTT-Tour-Finals nach einem abschließenden Rückhand-Fehler mit 4:6, 4:6 abgegeben.

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Filip Markovic: “Der Patrick war in den entscheidenden Momenten einfach der bessere Spieler”

Der größte Unterschied bei der Analyse des ersten Single-Matches der 28. HTT-Tour-Finals war wohl beim Service auszumachen. Da ist die serbische Nummer 2 noch nicht effizient genug, und auch in Sachen Wucht und Präzision hinter seinen Gegnern bei den “Finals” zu reihen. Markovic hatte zwar 20 Prozent mehr erste Aufschläge im Feld als Wiesmühler, aber die nützen relativ wenig, wenn die Quote an gewonnenen Punkten nach erstem und zweitem Aufschlag unter der 50 Prozent-Marke liegen. Die fehlende Effizienz wird dann zum Problem, wenn auf der anderen Seite des Netzes ein brillanter Rückschläger wie Wiesmühler steht, und daraus Kapital zu schlagen im Stande ist. “Der Patrick ist nicht umsonst unsere Nummer 1 im Verein, und er war in den entscheidenden Momenten einfach der bessere Spieler. Ich bin aber ehrlich gesagt schon zufrieden, denn ich habe heute phasenweise ganz gut gespielt. Es waren einige dumme Fehler dabei, und mit meinem Service war ich nicht zufrieden. Aber das kann ich vielleicht noch in den nächsten zwei Gruppenspielen verbessern”, äußerte sich Markovic in einem ersten Statement nach seinem knapp verlorenen Masters-Debüt, ehe auch er sich noch beeindruckt vom Saisonfinale der HTT im UTC La Ville zeigte: “Das Drumherum hier ist der Wahnsinn. Wir haben Gratis-Getränke, Gratis-Essen, Buffet und eine Players-Lounge, wir bekommen Handtücher und Jacken, da muss man dem HTT-Veranstalter danken. Ich war schon vor zwei Jahren beim Doppel einmal dabei, aber ich freue mich natürlich sehr jetzt auch erstmals im Einzel mit von der Partie zu sein. Und ich freue mich auf die nächsten beiden Spiele”, so der 23jährige Ranglisten-Achte vom Team Donaufeld.

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Patrick Wiesmühler: “Es war wichtig einen guten Start ins Turnier zu haben”

“Es war das erwartet schwere Spiel. Der Filip spielt sehr solide, und ist auf diesem Platz sehr ungut zu spielen, weil der Court doch langsamer ist als er früher war, was nicht unbedingt zu meinem Vorteil ist. Die Bälle lassen mit der Zeit nach, und wenn man durchgehend gegen ihn am Drücker bleibt, dann kann es sehr leicht passieren, dass man als Verlierer vom Platz geht. Er spielt den Ball einfach sehr konstant rein, und darum spiele ich gegen den Filip auch immer ein wenig defensiver und lasse ihn das Match machen. So ist auch meine heutige Taktik erklärt”, betonte der HTT-US-Open-Sieger, der aber selbst auch noch Steigerungspotential sieht. “Hauptproblem war heute, dass ich den Schläger nicht laufen ließ und den Schwung immer wieder abgebremst habe. Ich habe mich sehr bescheiden bewegt und extrem viele dumme Fehler gemacht. Der Filip hat sich aber auch taktisch gut auf mich eingestellt. Am Ende waren glückliche, teilweise aber auch sensationell gespielte Punkte dabei”, resümierte Wiesmühler. “Ich würde mal sagen das es wichtig war, einen guten Start ins Turnier zu haben, ansonsten kann es hier recht schnell eng werden und man muss dann auch schon mit Druck spielen. In der aktuellen Position weiterzuspielen ist natürlich angenehmer. Ich schaue wie es weitergeht, möchte locker drauf los spielen, obwohl die nächsten beiden Partien mit Sicherheit nicht leichter werden. Beide spielen zur Zeit recht stark, und vorallemder Kevin wird auf diesem Belag keine leicht zu knackende Nuss sein. Und der Vladi hat immer ein tolles Grundniveau. Mal schauen wie es weitergeht. Es kann in beide Richtungen gehen. Ich werde mein Bestes geben”, beendete Wiesmühler seine erste Pressekonferenz im Rahmen der heurigen HTT-Tour-Finals im UTC La Ville.

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