Serbiens Topstar Vladimir Vukicevic erstmals HTT-Tour-Finals-Champion

Von Claus Lippert
Mittwoch, 07.12.2016 | 21:11 Uhr
© Hobbytennistour

Vladimir Vukicevic hat im Rahmen der 27. Auflage zu den HTT-Tour-Finals 2016 nach dem Vorjahrestrium...

Vladimir Vukicevic hat im Rahmen der 27. Auflage zu den HTT-Tour-Finals 2016 nach dem Vorjahrestriumph seines rumänischen Kumpels Damian Roman für den zweiten Masters-Erfolg eines internationalen Spielers in Serie gesorgt, und erstmals überhaupt den prestigeträchtigen Titel beim großen Saisonfinale der achten besten HTT-Einzelspieler im UTC La Ville gewonnen. Die Nummer 2 der Hobby-Tennis-Tour aus Serbien setzte sich am Samstag Abend im Endspiel gegen den steirischen Überraschungsmann und Jovanovic-Bezwinger Alexander Schager sicher in zwei Sätzen durch, und sorgte mit seinem dritten Turniersieg 2016 für einen höchst versöhnlichen Abschluss einer ansonsten recht durchwachsenen Saison. Der nach 1:38 Stunden Spielzeit fixierte 6:3, 7:5 Sieg in einem auf eher mäßigen spielerischen Niveau verlaufenden Match, bedeutete für Vukicevic nach vier in Folge verlorenen HTT-Endspielen den ersten Turniererfolg seit April 2016 und den insgesamt 12. Titelgewinn seiner HTT-Karriere. Ein Bericht von C.L

Vukicevic erster ungeschlagener Masterssieger seit 2011 und Schager mit der verpassten Chance als sechster Debütant der Geschichte die HTT-Tour-Finals zu gewinnen

Serbiens Ausnahmekönner Vladimir Vukicevic ist nach acht durchwachsenen und teils enttäuschenden Monaten zurück in der Erfolgsspur und erstmals in seiner Laufbahn Champion der über die Grenzen der HTT hinaus anerkannten und in der breiten Tennisöffentlichkeit massiv wahrgenommenen HTT-Tour-Finals im UTC La Ville. Der ehemalige Ranglisten-Erste aus Sombor wurde im Endspiel des mit 1500 Punkten dotierten und zum bereits 27. Mal ausgetragenen Indoor-Klassikers seiner Favoritenrolle gegen der Ranglisten-Achten Alexander Schager gerecht, und setzte am achten und letzten Spieltag des Saisonfinales der Top 8 am Altmannsdorfer Ast nach 98 großteils matten finalen Minuten mit 6:3, 7:5 den Schlusspunkt hinter ein bravourös und imposant gespieltes Mastersturnier. Vukicevic krönte sich in seinem 160. HTT-Karriere-Single zum ersten ungeschlagenen HTT-Tour-Finals-Gewinner seit 2011, als mit Lukas Planteu letztmalig ein HTT-Star die “Finals” ohne Niederlage gewinnen konnte. Der 35jährige landete zudem den 31. Titel für sein Heimatland Serbien, und markierte den 140sten internationalen Turniersieg der Open Ära. Als 16. Siegergesicht der Masters-Geschichte seit 1990, schliesst der 2fache HTT-Wimbledonsieger die Saison 2016 mit über 8000 Ranglistenpunkten auf dem hervorragenden zweiten Platz ab. Unbewohnt für eine sensationelle Turnierwoche mit sehenswerter Performance blieb derweil der unterlegene Alexander Schager, der betrübt und tief traurig bei der Siegerehrung stand, und sich mit einem Silberteller über die vergebene Chance hinweg trösten musste, sich als sechster Debütant der Geschichte in die Siegerliste dieses Top-Events einzutragen. Außerdem verpasste Schager die historische Möglichkeit, als erster Spieler überhaupt seinen Premieren-Titel auf der HTT ausgerechnet beim Masters zu feiern. Mit 3:2 Siegen, dem phantastischen Halbfinal-Triumph über HTT-US-Open-Champion Gabriel Jovanovic und 800 gewonnenen Ranglistenpunkten samt Vorstoß auf Position Nr. 6 der HTT-Computer-Rangliste, konnte aber auch Schager am Ende eine durchaus positive Bilanz ziehen.

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Schager als perfekter Werbeträger für das Produkt HTT

Vukicevic behielt im vierten Duell mit dem Ranglisten-Achten aus der Steiermark binnen drei Wochen am Ende auch deshalb die Oberhand, weil sich sein 21jähriges Gegenüber im finalen Showdown um die Masters-Krone nicht annähernd in jener Verfassung präsentierte, in der er 24 Stunden zuvor den für unschlagbar gehaltenen HTT-US-Open-Champion Gabriel Jovanovic aus Serbien düpierte, und ein ganzes Bundesland hinter dem Wechsel in helle Begeisterung versetzte. Schagers Auftritt im Konzert der HTT-Größen hatte für breite Wirkung außerhalb der Bundeshauptstadt gesorgt, und in der grünen Mark für einen kleinen Hobby-Tennis-Hype gesorgt. Allerspätestens mit dem fulminanten Gala-Auftritt des Masters-Newcomers aus Leoben im Semifinale, hatte die grüne Mark Notiz von den HTT-Tour-Finals im 160 Kilometer entfernten südlichen Wien genommen. Schager erspielte sich mit seinem glänzenden Vorrunden-Auftritt und der Jahrhundertleistung im Semi gegen Jovanovic nicht nur die ungeteilte Aufmerksamkeit der HTT-Community, sondern er machte über die Landesgrenzen hinaus Werbung für das Projekt Hobby-Tennis-Tour. Noch während der Tour-Finals gingen beim Veranstalter Anfragen steirischer Tennisvereine für eine Zusammenarbeit im Jahr 2017 ein. Schager avancierte also zum perfekten Werbeträger für das Hochglanzprodukt HTT. Am Ende musste Schager aber auch nach seinem fünften HTT-Karriere-Finale als Verlierer vom Platz und sich die fünfte Niederlage mit Vukicevic im sechsten direkten Vergleich eingestehen.

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Schager mit einer Unachtsamkeit und verlorem ersten Satz

Die Neuauflage des Eröffnung-Matches vor einer Woche zwischen Schager und Vukicevic hatte schon im Vorfeld enormes Interesse ausgelöst. Rekordzugriffe am Live-Ticker, dazu eine rappelvolle Halle am Dr. Karl Wall Weg, die HTT-Tour-Finals haben endgültig einen außerordentlichen Stellenwert im gesamten HTT-Circuit erlangt. Entsprechend groß und bemerkbar war die Nervosität der beiden Akteure, als sie am vergangenen Samstag um 17:15 Uhr von Moderator Mathias Wagner und DJ Seb in einer äußerst stimmungsvollen und genialen Eröffnung den Centercourt zum “Match des Jahres” betraten. Die allgemeinen Erwartungen für das allerletzte Spiel einer 117 Single-Turniere umfassenden Saison waren enorm und für beide Spieler wohl auch spürbar. Und diesen aus diesem Umstand zog Vukicevic vielleicht einen kleinen Vorteil als der routiniertere der beiden Protagonisten. Dem ersten Verfolger von HTT-Branchen-Primus Damian Roman gingen die ersten beiden Aufschlagspiele relativ locker von der Hand, während sich Schager in seinem zweiten Service-Game bereits die entscheidende Schwäche in diesem ersten Durchgang leistete. Wie schon im Eröffnungsspiel genügte eine kleine Unachtsamkeit, um sich am Centercourt des UTC La Ville in massive Schwierigkeiten zu bringen. Schager nahm zum Entsetzen seines Fanclubs am Netz postiert einen scheinbar weit ins Out fliegenden Passierball seines Gegners, schob den eigentlich überflüssigen Volley seinerseits in Out, und hatte sich aus dem Nichts heraus das erste und einzige Break des ersten Satzes zum 1:3 eingehandelt. Vukicevic brauchte in der Folge nur mehr “auszuservieren”, und er erledigte diesen Job ohne Zögern & Zittern sowie ohne zugelassener Breakchance seines Gegners nach exakt 40 Minuten mit 6:3.

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Zweiter Satz mit spannender Schlussphase – Vukicevic von Wechselpausen-Tamtam abgelenkt, und Schager mit vergebenem Satzball

Eine halbe Stunde später schien der finale Showdown am glänzend besuchten Centercourt so gut wie entschieden. Vukicevic hatte sich das frühe Break zum 2:1 gesichert, und in der Folge souverän seine Aufschlagspiele zu einer 4:3 Führung durchgebracht. Das der Ranglisten-Zweite an diesem Abend für einen selbst gar nicht in Bestform spielenden Schager zu knacken gewesen wäre, zeigte sich in den nachfolgenden Minuten einer eigentlich perfekt inszenierten Wechselpause, in der Vukicevic-Freund und Doppelpartner Damian Roman für seinen sensationellen Rekord von 61 Saisoneinzelsiegen mit einer Trophäe geehrt wurde. Wenn man sich als auf Titelkurs befindliche Nummer 2 der HTT von einem Pausen-Tamtam ablenken lässt, und fortan die Konzentration verliert, dann muss man die Schuld auf seine eigene Kappe nehmen und vor der eigenen Türe kehren. Was der spätere Sieger aber nicht tat, und stattdessen den unschuldigen Moderator nach Matchende mit Vorwürfen überschüttete. Diese Situation gegen Ende des Matches zeigte aber, unter welch großem Stress selbst Ausnahmekönner wie die aktuellen Top Ten Spieler der HTT in einem Tour-Finals-Endspiel stehen. Schager hingegen packte in diesem achten Game des zweiten Satzes endlich seine am Vorabend gesehenen Vorhand-Schüsse aus, und profitierte am Ende auch noch vom zweiten Doppelfehler seines Gegenübers, der Vukicevic just bei Schagers erster Break-Möglichkeit im gesamten Match unterlief. Plötzlich lagen die Nerven blank im 160. Karriere-Match des Vladimir V., der sich in der Folge bei 4:5 sogar mit der Abwehr eines Satzballes konfrontiert sah. Längst waren die Zuschauer im UTC La Ville mit einer dramatischen Schlussphase für ein über weite Strecken enttäuschendes Finale entschädigt worden, als sich Schager bei 5:5 den letzten Lapsus seines insgesamt mehr als grandiosen Masters-Debüts leistete. Der 21jährige Leobener machte in den abschließenden beiden Games nur mehr einen Punkt, kassierte das letztlich entscheidende Break zum 5:6, und musste nach produziertem 51sten unforced error als Verlierer den Gang ans Netz antreten.

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Mastersfinalist Alexander Schager in der abschließenden Pressekonferenz zur fünften HTT-Final-Niederlage in Serie und zur Motivationsfrage nach 1600 An- und Rückreise-Kilometern

Die Leistung vom glanzvollen Semifinalsieg gegen Jovanovic nicht annähernd erreicht, dazu das fünfte HTT-Karriere-Finale in Folge verloren, musste Schager dann auch noch die bombastisch aufgezogene Zeremonie der Siegerehrung über sich ergehen lassen, ehe er nach dem obligaten Champions-Dinner und mit einigem Abstand bei der Pressekonferenz zum verlorenen Endspiel und seiner geglückten Masters-Premiere Stellung bezog. “Es war heute von der Art her ein ganz anderes Match als das Halbfinale gegen Jovanovic. Die beiden spielen halt komplett anders. Während der Gabriel mit mehr Spin arbeitet, kamen Vladis Bälle heute mit viel mehr Slice daher. Ich tue mir mit dem Spiel von Vukicevic viel schwerer, während ich bei Jovanovic die Bälle immer in gleicher Höhe bekomme, und da auch entsprechend Rhythmus aufbauen kann. Das Match heute ist auch bitter verlaufen, speziell mit dem Satzball im zweiten Durchgang mit einem Netzroller, eine Szene, die mir letztlich das Genick gebrochen hat. Ich bin aber auch selber schuld. In einem dritten Satz wäre noch einmal alles möglich gewesen”, trauerte Schager dem ausgelassenen Satzball nach, ehe er ein abschließendes Turnier-Resümee zog: “Ich freue mich über meine Leistung hier beim Masters schon sehr. Ich denke doch, einige gute Matches gespielt zu haben, vorallem das Semifinale gegen Jovanovic war sicher eines meiner besten Spiele überhaupt. Von daher kann ich zufrieden sein. Es hat auch unheimlich viel Spass gemacht, in allen fünf Matches die so eng waren, und in denen nur Kleinigkeiten entschieden haben”, äußerte sich Schager, der auf dem Weg zum möglichen Titelgewinn immerhin 1600 Kilometer An- und Rückreise absolvierte. “Um beim Masters an den Start zu gehen und 1600 Kilometer auf sich zu nehmen, bedarf es keiner besonderen Motivation. Hier bringt jedes Match richtig gutes Tennis mit sich, und da ich so gerne Tennis spiele, und bei uns in der Gegend die Alternativen speziell im Winter beschränkt sind, ist die Anreise zur HTT keine Motivationsfrage”, so der neue Ranglisten-Sechste aus der Steiermark.

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Sieger Vukicevic: “Beim Masters habe ich meine big performance abgeliefert”

“Dieser Titel beim Masters ist in Verbindung mit meinen bisherigen Auftritten bei diesem Turnier wie ein Comeback für mich. Der Sieg heute bedeutet mir wirklich extrem viel. Ich konnte mir selber und der gesamten HTT-Familie beweisen, dass ich noch dabei bin und auch noch Turniere gewinnen kann. Ich wollte den Sieg bei diesem Turnier unbedingt. Es war heuer sehr schwer, Roman war extrem stark. Ich habe mich wirklich gewissenhaft vorbereitet, viel trainiert und wollte körperlich fit sein. Ich habe schon im Vorfeld gesagt, dass ich mich als Favorit sehe und alle Matches gewinnen werde. Ich habe wirklich daran geglaubt, und vielleicht war das am Ende ausschlaggebend für meinen Erfolg. Ich wusste, wenn ich mein bestes Tennis spiele, dann kann ich den Titel hier holen. Natürlich war die Konstellation des Finales überraschend, es haben wohl alle mit einem Endspiel zwischen Jovanovic und Roman gerechnet, aber ich bin stolz auf unsere Gruppe, die so gesehen sehr stark war”, so der HTT-Tour-Finals-Champion 2016 in einer ersten Reaktion”. Angesprochen auf den Schlüssel aus seiner Sicht zum Erfolg meinte der 35jährige: “Mein Fokus war heute genau auf Punkte und Sieg gerichtet. Das Ergebnis ging mir vor einem schönen Tennis heute. Damit hatte ich zuletzt immer große Probleme. Die letzten zwei, drei Turniere waren eine Super-Vorbereitung für mich, und hier beim Masters habe ich meine “big Performance” abgeliefert. Ich habe mich die ganze Woche wohl gefühlt, auch körperlich hatte ich keine Probleme, und das war sicher auf ein Mitgrund”, so der Ranglisten-Zweite aus Serbien, der auch seinem Finalgegner Respekt zollte. “Alex hat heute schöneres Tennis gespielt. Hut ab und großen Respekt auch vor seiner Leistung. Es ist Wahnsinn, täglich 320 Kilometer für ein Tennismatch zu fahren. Ich bin froh, dass er Teil der HTT ist und mit uns spielt. Und ich bin sicher, wir werden noch viele tolle Matches gegeneinander haben. Er wird sich ganz sicher steigern, das weiß ich. Heute habe ich die Chance genützt. Ich freue mich auf nächste Jahr”, so Vukicevic.

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