Favoriten mit mühsamen Auftaktsiegen bei den HTT-Tour-Finals

Von Claus Lippert
Sonntag, 27.11.2016 | 03:48 Uhr
© Hobbytennistour

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Nur mit großer Mühe und nach jeweils drei Sätzen haben sich am gestrigen Samstag die Favoriten der “roten Gruppe” zum Auftakt der HTT-Tour-Finals 2016 im UTC La Ville durchgesetzt. Zunächst schrammte der serbische Ranglisten-Zweite Vladimir Vukicevic in einem hochklassigen Spiel und im dritten Duell mit Alexander Schager binnen der letzten 14 Tage mit 4:6, 6:4, 6:3 nur knapp an einer weiteren “Masters-Enttäuschung” vorbei, und auch im zweiten Gruppenspiel des Eröffnungstages hatte der Favorit lange Zeit mit großen Problemen zu kämpfen. Der Ranglisten-Vierte Christoph Beutler zog sich erst im dritten Satz eines insgesamt eher matten Matches gegen den HTT-Tour-Finals-Finalisten von 2014 Renee Glatzl mit 4:6, 6:4, 6:1 aus der Misere, und sicherte sich in der Night Session am Samstag Abend eine gute Ausgangsposition im Kampf um eines der begehrten vier Halbfinal-Tickets. Ein Bericht von C.L

Alexander Schager gewinnt ersten Satz bei seinem HTT-Tour-Finals-Premieren-Match

Alexander Schager ist am Samstag Nachmittag im ersten Single-Match der mit 1500 Siegpunkten dotierten HTT-Tour-Finals im UTC La Ville für eine lange Zeit großartig ausgefallene Leistung und ein richtig couragiertes Masters-Debüt unbelohnt geblieben, und musste sich dem 2fachen HTT-Wimbledonsieger Vladimir Vukicevic nach exakt 120 gespielten Minuten mit 6:4, 4:6 und 3:6 beugen. Der 21jährige Steirer, der sich erst am vergangenen Wochenende als letzter Spieler für die 27. Auflage der HTT-Tour-Finals qualifiziert hatte, lieferte bei seinem Premieren-Match im Rahmen des Saisonfinales der Top 8 am Altmannsdorfer Ast vor großartiger Kulisse der favorisierten HTT Nr. 2 einen sehenswerten Schlagabtausch, der trotz 41 erzielten Winnern am Ende nicht mit dem erhofften Sieg und stattdessen mit der vierten Niederlage im fünften direkten Duell mit Vukicevic endete. Dabei hatte Schager einen traumhaften Einstand in seinem insgesamt 20. HTT-Karriere-Turnier hingelegt, und recht rasch die Anfangs-Nervosität bei diesem schillernden Event der Superlative abgelegt. Ein frühes Break zum 2:1 leistete dahingehend wertvolle Dienste, obwohl Vukicevic mit seinem Re-Break zum 3:3 postwendend zurückschlug. Die Entscheidung im ersten Satz fiel dann im Finish, als der steirische Debütant das Break zum 5:4 gelang, und er kurz darauf ein ganz starkes Aufschlagspiel zum Satzgewinn auf den Centercourt des UTC La Ville zauberte.

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Schager kurz einmal unachtsam, und Vukicevic feiert den 125. Einzelsieg seiner HTT-Karriere

In der Nachbetrachtung eines bemerkenswert hochklassigen Auftakt-Singles fällt auf, dass Schager an diesem Samstag Nachmittag am Centercourt des UTC La Ville ganz nahe dran war an einem Masters-Debüt-Erfolg, gleichzeitig aber auch die Erkenntnis vor Augen geführt bekam, dass man sich in einem Klassefeld wie jenem bei der 27. Ausgabe der HTT-Tour-Finals und auf diesem Niveau nicht den Moment einer Schwächephase erlauben kann. Schager servierte im zweiten Satz zwar stets hinterher, er tat das aber in famoser Manier, und brachte seine Aufschlagspiele weit lockerer durch als der prominente Gegner auf der anderen Seite des Netzes. Bei 4:5 wirkte dann allerdings schon eine gehörige Portion Druck auf den 21jährigen ein, und ein schlechter Volley sowie eine verzogene Vorhand, und schon war der Satz trotz 19:7 Winnern dahin. Im Entscheidungssatz konnte Schager dann gleich zwei Mal in Folge nicht den Vorteil eines frühen Breaks zu seinen Gunsten nutzen, und musste stattdessen in einem nachlässig ausgeführten Service-Game mit zwei Doppelfehlern schließlich das entscheidende Break zum 3:5 hinnehmen. Vukicevic bedankte sich artig, und servierte im Stile eines Klassemannes nach exakt 2:00 Stunden Spielzeit die mit Spannung erwartete Partie aus. 92:83 Punkte verhalfen dem 35jährige aus Sombor am Ende zum 125. Einzelsieg seiner HTT-Karriere und zum fünften Erfolg in seinem zehnten Masters-Match.

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Die Stimmen zum ersten Single bei den HTT-Tour-Finals 2016

“Ich bin froh dieses Match noch gedreht zu haben, und ich bin nicht ganz unglücklich zu diesem Erfolg gekommen”, war sich der Sieger in der anschließenden Pressekonferenz sicher. “Ich habe heute vorsichtiger und taktisch gespielt, und vorallem versucht wenige Fehler zu machen. Ich freue mich nicht unbedingt über die Art und Weise wie dieser Sieg zustande kam, aber doch über den Erfolg, der für mich sehr wichtig war”, so der serbische Topstar”. Mehrere Faktoren wollte derweil Alexander Schager für die verpasste Überraschung bei seinem insgesamt aber doch mehr als gelungenen Masters-Premierenspiel ins Treffen führen: “Im zweiten Satz habe ich es gegen Ende ein bißchen laufen lassen, das Break war komplett unnötig. Und im dritten Durchgang waren die Bälle aus meiner Sicht schon recht langsam. Ich habe dann auch ein paar Fehler mehr gemacht, hätte vielleicht auch öfters nachrücken müssen und habe dann in wichtigen Situationen die Punkte nicht konzentriert zu Ende gespielt. Das hat dann den Unterschied ausgemacht” so der enttäuschte Ranglisten-Achte aus der grünen Mark, der sich aber noch lange nicht im Aufstiegsrennen geschlagen geben möchte: “Ich muss jetzt wahrscheinlich die nächsten beiden Spiele gewinnen, zumindest aber ein Match in jedem Fall. Verloren ist noch lange nichts, ich werde versuchen die nächsten beiden Partien zu gewinnen”, so ein zuversichtlich wirkender Alexander Schager. Große Töne waren dann auch noch vom Sieger zu hören, der sich als Titelfavorit sieht, und unbedingt den Titel beim HTT-Saisonfinale holen möchte. “Ich glaube ich kann das schafffen, und ich hoffe in den nächsten Tagen mein bestes Tennis abrufen zu können”, so der 35jährige.

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Kurioser “Ruf” samt Doppelfehler kostet Christoph Beutler den ersten Satz im Duell mit Renee Glatzl

Über einen wenn auch mühsam gelungenen Einstand bei den heurigen HTT-Tour-Finals konnte sich im zweiten Spiel der “roten Gruppe” der Ranglisten-Vierte Christoph Beutler freuen. Der 32jährige vom Union TC Marswiese setzte sich zum Auftakt gegen den Mastersfinalisten von 2014 Renee Glatzl in exakt 90 Minuten mit 4:6, 6:4, 6:1 durch, und übernahm aufgrund des besseren Game-Verhältnisses gegenüber Schager-Bezwinger Vladimir Vukicevic die Führung in Gruppe B. Beutler profitierte in einer eher durchschnittlichen Partie von 49 unerzwungenen Glatzl-Fehlern, die angesichts der mangelnden Matchpraxis des HTT-Australian-Open-Champions von 2014 gar nicht so überraschend kamen. Dennoch war es der 22jährige, der in seinem 236. HTT-Karriere-Einzel den ersten Satz unter Dach und Fach bringen konnte. Ein einziger Moment der Unachtsamkeit kostete Beutler den ersten Durchgang und Überstunden. Denn während er selbst ohne Break-Chance im ersten Heat blieb, patzte der Olympia-Zweite bei der einzigen sich bietenden Glatzl-Möglichkeit zum Break mit einem ärgerlichen und kuriosen Doppelfehler. Weil unmittelbar vor seinem zweiten Service ein Ruf aus der Nebenhalle auf den Centercourt tönte, lag Beutler plötzlich aus dem Nichts 4:5 zurück. Glatzl servierte aus, und verlor mit der 1:0 Satzführung den Fokus im zweiten direkten Duell mit Beutler nach dem verloren gegangenen Premieren-Treffen im März 2014.

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Glatzls Spiel bricht im dritten Satz auseinander

Glatzl ballerte wie wild auf die kleinen gelben Filzkugeln, während Beutler zusehends an Sicherheit gewann, und mit seiner ersten Break-Chance und einer gesteigerten Service-Leistung rasch mit 3:0 davonziehen konnte. Womöglich wäre es noch viel rascher gegangen, wenn Beutler eine seiner drei Break-Möglichkeiten zum 4:0 genützt hätte. Am Ende konnte es sich der Olympia-Zweite aber sogar leisten, bei 5:3 und beim Versuch den Satz auszuservieren ein katastrophales Aufschlagspiel mit drei Doppelfehlern abzuliefern. Weil Glatzl seinerseits seinen Aufschlag zu Null abgab, und längst nur mehr “Alibi-Tennis” zu bieten hatte. Das Spiel des Team Donaufeld-Stars fiel nach frühem Break zum 1:0 und 40:15 Führung bei eigenem Service komplett auseinander. 24 Minuten später und nach weiteren 13 unerzwungenen Fehlern, hatte Glatzl sein 30. Saisonmatch entgültig vergeigt, und sich für den Rest der Gruppenphase selbst gewaltig unter Druck gesetzt. “Mir war klar, dass ich angesichts der wenigen Matches in den letzten Monaten mit Beutler einen schweren Brocken vor mir habe, vorallem wenn ich die Vorhand nicht wie gewünscht treffe. Im dritten Satz hat mich dann auch noch mein Aufschlag verlassen, so erklärt sich meine Niederlage. Ich war heute auch sehr nervös. Immerhin sind die HTT-Tour-Finals kein 08-15-Turnier. Der Veranstalter legt sein Herzblut in diese Veranstaltung, alle Spieler freuen sich, und so gibt man eben sein Bestes bei diesem Event”, so der Ranglisten-Sechste. “Der erste Ssatz war eigentlich ein Spiegelbild der vergangenen Wochen, wo ich oft große Schwierigkeiten hatte, zu meinem Spiel zu finden. Im zweiten Satz hatte ich mir vorgenommen, mich besser zu bewegen und den Ball reinzuspielen. Das ist am Ende aufgegangen”, zeigte sich Beutler am Ende mit seinem Auftaktsieg zufrieden.

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