Tennis

French-Open-Finale 2018 - Was für Dominic Thiem spricht, was für Rafael Nadal

Dominic Thiem hat sich auf dem Court Philippe Chatrier eingelebt
© GEPA

Dominic Thiem ist 2018, wie auch schon im vergangenen Jahr, der einzige Spieler, der Rafael Nadal auf Sand bezwungen hat. Im Endspiel der French Open ist der Österreicher dennoch Außenseiter.

So. 14 Tage haben Dominic Thiem und Rafael Nadal auf das Endspiel hingearbeitet, am Sonntag (15 Uhr im LIVETICKER) soll es so weit sein: Entweder reiht Nadal seinen elften Titel an die ohnehin schon unglaubliche Liste an Erfolgen in Roland Garros, oder Dominic Thiem holt als zweiter Österreicher den Triumph bei einem der vier größten Turniere im Tennissport.

Thiem und Nadal haben in diesem Jahr zweimal gegeneinander gespielt, die Bilanz 2018 ist ausgeglichen. Insgesamt führt der Spanier mit 6:3-Siegen.

Was spricht für Dominic Thiem?

  • Die Erfahrung: Bis zum laufenden Turnier hatte Thiem exakt zwei Matches auf dem Court Philippe Chatrier absolviert. Beide gegen Nadal, beide ohne Chance. 2018 stehen nun drei Siege zu Buche, gegen Kei Nishikori, Alexander Zverev und Marco Cecchinato. Thiem findet sich deutlich besser zurecht, Überraschungen wird es keine mehr geben.
  • Das letzte Match: In Madrid hat Thiem einen Weg gefunden, Nadal nicht nur dessen Rhythmus zu nehmen, sondern auch in den richtigen Momenten aggressiv zu Punkten zu kommen. Kleine Einschränkung: Die Bedingungen in Madrid sind mit jenen in Paris nicht vergleichbar.
  • Apropos Bedingungen: Für den Sonntag ist in Paris Niederschlag angekündigt. Das könnte Thiem in die Karten spielen. Weniger Hitze bedeutet weniger hoher Absprung der Bälle von Nadal. Aber halt auch jener Thiems.
  • Die körperliche Verfassung: Bis jetzt hat Nadal darauf bauen können, dass seine Gegner mit Fortdauer der Matches immer weiter abbauen. Das wird mit Thiem nicht passieren. Beim Training am Samstag war es der Lichtenwörther, der immer weiter üben wollte. Pausen brauchte eher sein Hitting Partner.

Was spricht für Rafael Nadal?

  • Die Serie: Zehnmal hat Rafael Nadal das Finale der French Open erreicht, ebenso oft hat er den Siegerpokal mit nach Hause genommen. Bilanz in Halbfinali und Finali in Roland Garros: 21:0.
  • Der Court Philippe Chatrier: Thiem mag sein Spiel nicht extra an den riesigen Auslauf auf Court Philippe Chatrier anpassen, der Spanier nutzt die Weite des Raumes dagegen vortrefflich aus. Nimmt dabei etwa Return-Positionen ein, die in Madrid gar nicht möglich gewesen wären.
  • Das Publikum: Wir sind hier schließlich nicht in Wimbledon, wo generell dem Underdog mehr Sympathien zufliegen. Die französischen Zuschauer lieben ihren zehnfachen Champion und lassen ihn dies auch wissen und spüren. Dass dies in unfaires Verhalten umschlagen wird, ist nicht zu erwarten.
  • Das Best-of-Five-Format: Um gegen Nadal überhaupt eine Chance zu haben, müssen seine Gegner unerhörtes Risiko eingehen. Dass über drei Gewinnsätze alle Bälle exakt dort landen, wo sie hingehören, dagegen sprechen die Gesetze der Wahrscheinlichkeit.

Hier alle Matches zwischen Rafael Nadal und Dominic Thiem

TurnierSiegerErgebnis
Madrid 2018 (Sand)Dominic Thiem7:5, 6:3
Monte Carlo 2018 (Sand)Rafael Nadal6:0, 6:2
Roland Garros 2017 (Sand)Rafael Nadal6:4, 6:3, 6:0
Rom 2017 (Sand)Dominic Thiem6:4, 6:3
Madrid 2017 (Sand)Rafael Nadal7:6 (8), 6:4
Barcelona 2017 (Sand)Rafael Nadal6:4, 6:1
Monte Carlo 2016 (Sand)Rafael Nadal7:5, 6:3
Buenos Aires 2016 (Sand)Dominic Thiem6:4, 4:6, 7:6 (4)
Roland Garros 2014 (Sand)Rafael Nadal6:2, 6:2, 6:3
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