Tag der Melzer-Brüder bei den Australian Open beginnt mit bitterem Aus für Gerald

Gerald Melzer verspielt Premierensieg

Montag, 16.01.2017 | 05:30 Uhr
Gerald Melzer verliert sein Erstrunden-Match im Melbourne Park in fünf Sätzen
© GEPA
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Kein Meilenstein für Gerald Melzer: Österreichs derzeitige Nummer zwei scheitert beim Grand-Slam-Turnier in Melbourne trotz Matchball an einem erst 17-jährigen Talent.

Erstmals stehen sie beide in einem Grand-Slam-Hauptbewerb und sind am ersten Spieltag der Australian Open 2017 auch sofort im Einsatz. Es ist ein besonderer Tag für die Melzer-Brüder Jürgen und Gerald - und er hätte nicht sehr viel bitterer beginnen können, denn Gerald Melzer hat in Melbourne am heutigen Montag seinen ersten Hauptfeld-Matchsieg bei einem "Major"-Turnier vergeben. Der Niederösterreicher (ATP 87) unterlag dem 17 Jahre alten, australischen Wildcard-Besitzer Alex De Minaur (ATP 301) nach rund 3:42-stündigem Kampf mit 7:5, 3:6, 6:2, 6:7 (2), 1:6. Der 26-Jährige verpasste dadurch, bei seinem zweiten Auftritt im Main Draw eines Grand Slams nach den French Open 2016, gleich eine Chance, sogar unter die letzten 32 einzuziehen. Der Schützling der Tennis-Zone International (von Werner Eschauer und Roland Berger) hätte am Mittwoch in der zweiten Runde gegen den vorletzten, gerade noch gesetzten Vertreter gespielt und mit dem auf 31 gelisteten US-Amerikaner Sam Querrey (ATP 32), dem Wimbledon-Bezwinger von Novak Djokovic des Vorjahres, eine nicht unlösbare Aufgabe vor sich gehabt. Geralds älterer Bruder Jürgen ist in der zweiten Partie nach 9:00 Uhr MEZ, in der Nightsession der Rod Laver Arena, im Einsatz (im TV live auf "Eurosport", auf tennisnet.com im Liveticker und in den Livescores). Den heimischen Routinier (ATP 300) erwartet im Duell der 35-Jährigen der 17-fache Grand-Slam-Sieger Roger Federer (ATP 17) aus der Schweiz.

Nur ein Punkt fehlte zum Sieg

Gerald Melzer sah sich in der auf Show Court 3 angesetzten Erstrunden-Begegnung mit einer mächtigen Stimmung zu Gunsten des Lokalmatadors und mit der erwartet starken Gegenwehr des Teenager-Supertalents De Minaur konfrontiert. Keine große Überraschung, hatte dieser in seinem jungen Alter zu Saisonbeginn doch schon ein paar gestandene ATP-Profis bezwungen, Ende 2016 beim ATP-Challenger in Eckental auch Jürgen Melzer knapp mit 6:4, 6:7 (3), 6:4. Der erste Durchgang wurde zu einem Geduldspiel. Melzer musste nur bei 2:3 zwei Breakbälle abwehren, gab seinerseits als Rückschläger im ersten Spiel, bei 3:3 und 4:4 gesamt gleich drei Mal ein 15:40 aus der Hand, bei der sechsten Breakchance unglücklich durch einen Netzroller von De Minaur. Zum 6:5 gelang ihm dann jedoch durch einen Vorhand-Fehler seines Gegners das so erlösende Break. In den zweiten Satz startete er mit einem Break, daraus wurde schnell ein 1:3-Rückstand, den er noch egalisierte. Ein nach aufgeholtem 0:40 ausgelassener Spielball zum 4:4 wurde ihm dafür zum Verhängnis: Den neuerlichen Aufschlagverlust zum 3:5 konnte er nicht mehr wettmachen. Melzer meldete sich im dritten Abschnitt prompt zurück, holte sich die 3:0-Führung, ließ sich durch ein vermeidbares Rebreak zum 3:2 nicht beirren und konterte sofort wieder, mit drei Spielgewinnen zur 2:1-Satzführung.

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Als Österreichs derzeit zweitbester Spieler im vierten Satz bei 1:1 zuerst ein 0:40 bei eigenem Service drehte und daraufhin seinerseits zum 3:1 breakte, schien die Vorentscheidung gefallen - just beim Ausservieren zum Sieg setzte es jedoch das Break zum 5:4. Sogar einen Matchball hatte Melzer im nächsten Spiel, den machte De Minaur allerdings durch einen Service-Winner trocken zunichte. Das Unheil nahm so seinen Lauf: Im Tiebreak war Melzer ohne Chance und sah sich als weit aktiverer, aggressiverer, aber auch fehleranfälligerer Akteur plötzlich doch in einem fünften Satz. Der rot-weiß-rote Daviscupper verschwand in der Pause in der Garderobe - auch diese kleine Nachdenkgelegenheit half nicht mehr, nichts mehr lief bei ihm zusammen, in Windeseile hieß es 4:0 und 40:0 für De Minaur. Dieser schien bei diesem Spielstand, in der für ihn ersten Best-of-five-Partie in seiner Laufbahn, leichte Krämpfe zu bekommen, servierte zwei Doppelfehler am Stück, ließ sich dadurch aber nicht mehr bremsen, machte den Sack am Ende zu und durfte bei 5:1 nach dem ersten Matchball jubeln. Melzer muss hiermit auf seinen ersten Hauptbewerbs-Matchsieg auf dieser Ebene weiter warten. Eine Premiere gibt es für ihn dennoch: einen ersten Antritt in einem Grand-Slam-Doppelbewerb. Er trifft mit dem Ukrainer Alexandr Dolgopolov zum Beginn allerdings auf die fünftgesetzten, spanischen Namensvetter Feliciano Lopez und Marc Lopez, die amtierenden French-Open-Sieger.

Abschied aus Top 100: Melzer trauert Chance nach

Während De Minaur über seinen Debüterfolg jubelte, herrschte bei Melzer naturgemäß riesige Enttäuschung. "Ich habe nicht daran geglaubt, dass ich es noch verliere", sagte er laut "Austria Presse Agentur - APA" über die verspielte Führung gegen seinen zähen Kontrahenten. "Er ist gelaufen, und ich habe es nicht zu Ende spielen können", wie er zugab. "Ein viel besseres Los hätte ich nicht bekommen können. Es tut halt weh, dass man mit Matchball verliert", bekannte er. "Ich habe leichte Fehler gemacht, ich habe es nicht geschafft, den Punkt zu beenden." Dass das Spiel so lange dauerte, habe zudem sein Scherflein beitragen. "Es wird ab einem gewissen Punkt körperlich, und da habe ich mich im vierten und fünften Satz jetzt auch nicht sonderlich wohlgefühlt." Nach seinem Doppel-Antritt wolle er "heimfliegen, weiterarbeiten und schauen, dass es besser wird. Ich kann mitnehmen, dass es noch einiges zu trainieren gibt." Weil ihm in der nächsten Woche nochmal 90 Punkte für den ATP-Challenger-Turniersieg in Bucaramanga (Kolumbien) 2016 aus der Wertung fallen, wird Melzer am 30. Jänner dann nicht mehr zu den Top 100 zählen und mindestens auf Platz 106 zurückfliegen. "Die 45 Punkte hier hätten schon gutgetan", trauerte er der vergebenen Chance in Down Under umso mehr nach. Doch dies soll sich im Rahmen seiner Südamerika-Sandplatz-Tournee wieder ändern: Er will der Reihe nach bei den ATP-Veranstaltungen in Quito, Buenos Aires, Rio de Janeiro und Sao Paulo auftreten. "Ich glaube, dass ich gut genug für die Top 100 bin. Das ist sicher das Ziel", erklärte er.

Hier die Auslosungen und Ergebnisse der Australian Open: Einzel, Doppel, Einzel-Qualifikation.

Hier der Spielplan.

Gerald Melzer im Steckbrief

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