WTA GENERALI LADIES LINZ

Nick Bollettieri auf Besuch und baff – „Novak Djokovic hat keine Schwächen“

Von Presseaussendung / MaWa
Freitag, 14.10.2016 | 00:00 Uhr
Nick Bollettieri
© (c) cityfoto.at
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Der US-Trainer-Guru ist auch mit 85 noch kein bisschen leise und schwärmt neben dem "Djoker" von Barbara Haas und Dominic Thiem.

Auf dem "härtesten Spielplatz der Welt", wie es damals in der Eigenwerbung hieß, hat Nick Bollettieri aus hochbegabten Talenten Weltklasse-Spielerinnen und Spieler geformt - unter anderem Andre Agassi, Jim Courier, Tommy Haas, Monica Seles, Anna Kournikova, Maria Sharapova, Sabine Lisicki. Kurzzeitig war Bollettieri auch der Trainer von Boris Becker.

Mit 85 Jahren ist der Trainer-Guru, den man stets braungebrannt sieht, noch kein bisschen leise. Im Gegenteil: Am heutigen Freitag war Bollettieri auf Einladung von Turnierdirektorin Sandra Reichel zu Gast bei den Generali Ladies Linz! Bei einem Turnier, das ihm wohlbekannt ist. "Ja, das Turnier in Linz ist ein bemerkenswertes Event auf der WTA-Tour. Ich weiß, dass es 1991 ins Leben gerufen worden ist, dass Top-Spielerinnen wie Lindsay Davenport, Jana Novotna, Justine Henin, Amélie Mauresmo, Ana Ivanovic, Petra Kvitova, Victoria Azarenka, um nur einige zu nennen, in Linz gespielt haben. Und meine Schützlinge Mary Pierce (deren Karriere hier 2006 unglücklich zu Ende gegangen war; Anmerkung) und Maria Sharapova. Ich freue mich, dabei zu sein mit all den Fans."

"Ältere Spielerinnen haben es heute schwerer"

Nachdem er sich ein paar Games der jungen US-Amerikanerin Madison Keys gegen die Französin Océane Dodin angesehen hatte, stellte sich Bollettieri den Fragen der Journalistinnen und Journalisten. Wen hält er für den perfektesten Spieler? "Novak Djokovic. In 60 Jahren als Tenniscoach habe ich noch nie gesehen, dass jemand keine Schwächen hat. Djokovic hat keine Schwächen."

Die WTA, meint Bollettieri, habe viele gute Talente. "Heute ist das Problem, dass die Top-Player nicht mehr zwei bis drei freie Runden bekommen, heute ist die Konkurrenz stärker. Und es gibt viele Talente mit viel Tiefe, in den 70er-, 80er-Jahren waren die Top-Spielerinnen unangefochten. Heutzutage kann man sich auch die Top 40 und Top 50 anschauen, und die haben alle Talent und sind auch sehr jung. Ältere Spielerinnen haben es heute schwerer, weil die Reflexe nachlassen und man anfängt, an sich zu zweifeln. Dann ist es wichtig, mental stark zu sein und dass man nicht aufgibt."

Bollettieri "sehr beeindruckt von Barbara Haas"

Und wie intensiv verfolgt Nick Bollettieri das österreichische Damentennis? "Im Moment bin ich sehr beeindruckt von Barbara Haas. Sie ist mit 20 Jahren noch sehr jung, zeigt für ihr Alter schon ein sehr reifes Spiel. Ihr Grundlinien-Spiel ist sehr solide, sie bewegt sich sehr gut, hat ein Kämpferherz. Sie hat das Jahr auf WTA-Position 230 gestartet und sich auf Platz 130 vorgekämpft, ihr Karriere-Highlight. Ich bin überzeugt, dass sie sich kontinuierlich weiter entwickeln wird. Barbara Haas hat viel Potenzial." Beeindruckt ist Bollettieri auch von Dominic Thiem. "Er ist exzellent. Aber Talent reicht nicht, jetzt spielt er mit den großen Jungs. Thiem muss verstehen, dass jetzt jeder erwartet, dass er großartig spielt, und zwar jedes Mal. Er wird eine gute Zukunft haben."

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