ITF Larnaka

Neil Oberleitner mit 2 Finalteilnahmen – „Er wird mal besser als sein Vater“

SID
Sonntag, 11.09.2016 | 15:01 Uhr
Neil Oberleitner
© GEPA pictures/ Mario Kneisl
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Ex-Davis-Cup-Spieler Michael "Elch" Oberleitner freut sich über die tolle Entwicklung seines Sohnes.

Im Februar hatte er in Guatemala City sein erstes ITF-Juniorenfinale erreicht - ein Erfolg, den Neil Oberleitner in dieser Woche in Larnaka nicht bloß wiederholt hat, sondern der ihm dieses Mal außerdem auch im Doppelbewerb geglückt ist. Die rot-weiß-rote Nachwuchshoffnung hat das ITF-Kategorie-4-Hartplatzevent auf Zypern am Samstag als zweimaliger Finalist beendet. Der 17-Jährige bezwang nach zwei 6:2,-6:4-Siegen über die nicht ITF-gereihten Qualifikanten Shahar Gabay (Israel) und Paris Pentousis (Griechenland) den Fünftgesetzten, James Roelofse (ITF 456) aus Südafrika, mit 6:2, 2:6, 6:1 und den viertgereihten Zyprer Eleftherios Neos (ITF 420) mit 6:4, 3:6, 6:2. Erst darauf musste sich der zweitgelistete Wiener (ITF 366) dem Briten Joshua Goodger (ITF 774) mit 2:6, 1:6 geschlagen geben. Dieser hatte zum Auftakt schon den achtpositionierten Moritz Thiem (ITF 658), den jüngeren Bruder von Österreichs Shootingstar Dominic Thiem , mit 6:1, 6:3 geschlagen. Luka Matic (ITF 801), vor zwei Wochen in Larnaka Premierensieger bei einem internationalen U18-Turnier , war in der ersten Runde glatt mit 0:6, 3:6 am topgelisteten Zyprer Constandinos Christoforou (ITF 356) gescheitert. Im Doppel kam Oberleitner mit dem gerade einmal 14-jährigen Deutschen Moritz Stöger mit zwei Zwei-Satz-Siegen und dazwischen noch einem Drei-Satz-Erfolg ins Endspiel, wo gegen die topgesetzten Hausherren Nicholas Campbell und Neos schließlich mit 3:6, 4:6 Schluss war.

"Sein Spiel ist eben besser für Hardcourt geeignet"

Zwei Niederlagen am Ende also, doch unterm Strich steht für Oberleitner ein sehr erfreuliches Abschneiden. "Er hat ganz gut angefangen zu arbeiten, hatte am Sommeranfang noch nicht so die guten Ergebnisse. Nichts, das ihn im Ranking nach vorne bringt", erzählte Michael "Elch" Oberleitner, Headcoach und Vater von Neil, tennisnet.com. "Wobei es mich nicht wundert, da sein Spiel eben besser für Hardcourt geeignet ist. Aber er hat auf Sand begonnen, erstmals bei den Österreichischen U18-Meisterschaften richtig gut gespielt, 5:1 im dritten Satz, Matchball gegen Gregor Ramskogler gehabt und zwar noch verloren, doch es war im zweiten und dritten Satz eine Weltpartie von ihm. Danach ging es auf Hardcourt, wo er auch den restlichen Herbst spielen wird, und dort hat er bereits letzte Woche (Viertelfinale Einzel und Doppel in Nikosia; Anmerkung) ganz gut gespielt", befand Österreichs Ex-Davis-Cup-Spieler. Und daran knüpfte der Junior in der zweiten Woche an. Speziell im Viertel- und Semifinale seien es "richtig gute Leistungen" gewesen, bei denen sein Sohnemann präsent gewesen sei, als es wichtig gewesen war. Bis zum Endspiel. "Der Engländer war ein Wahnsinn, hat gut serviert, jeden Ball geil auf dem Schläger gehabt - da war eben nichts zu holen", so Michael Oberleitner. "Seine Leistung war okay. Es ist natürlich enttäuschend, zwei Finals zu verlieren, die ganze Woche war jedoch in Summe absolut gut", freute sich der 50-Jährige über diese Fortschritte.

"Lieber viel Potenzial und noch nicht die Konstanz"

Neil Oberleitner werden sehr schnelle Schläge nachgesagt, die allerdings nicht immer so recht sicher ihr Ziel finden - ein Eindruck, den der Vater und Trainer prinzipiell bestätigt, "aber das ist mir lieber. Einen mit viel Potenzial und noch nicht der Konstanz sehe ich lieber als jemand mit wenig Potential und großer Konstanz. Wenn das Potenzial hoch ist, dann ist es interessant, die Konstanz zu erhöhen - man kann nicht beides am Anfang haben", so Michael Oberleitner. Seinen Sohn beschreibt er als "einen langen Schlacks - 1,89 Meter groß, aber körperlich noch nicht kompakt. Er hat gute Hebel, wird monsterschnell spielen und servieren können. Noch ist er ein bisserl eine Wundertüte. Mal ist er beim Satz spielen mit Lenny Hampel (ATP-Nummer 553 und ebenfalls Oberleitner-Schützling; Anmerkung) voll dabei, dann fragt man sich wieder ‚Was ist jetzt los?'." Es sei und werde auch "eine reizvolle und interessante Aufgabe", Neil an ein noch höheres Niveau heranzuführen. Dabei dürfte das gute Umfeld in der Tennisakademie von Oberleitner sicher sehr behilflich sein, trainieren dort doch etwa auch Österreichs Doppel-Asse Alexander Peya und Julian Knowle . "Das sind Figuren, mit denen Neil sich identifiziert, die auch ihn und seine Entwicklung verfolgen, das gibt ihm immerzu Auftrieb." Für genügend starke Sparringpartner ist auf der mitbenützten Tennisanlage, dem Sportcenter Cumberland im 14. Wiener Gemeindebezirk, also auf jeden Fall gesorgt.

Jugend-Grand-Slams 2017 fest im Visier

Wie es fürs heimische Nachwuchstalent weitergeht? "Er wird noch zwei Wochen in Südafrika und nochmal drei Wochen in Asien spielen, auch beim Kategorie-A-Turnier in Osaka - wo er, bei einer guten Auslosung, vielleicht auch gute Punkte machen könnte." Weitere Turnierstarts könnten noch hinzukommen. Das glasklare Ziel für die nächste Saison, die dann letzte bei den Junioren, seien die Jugend-Grand-Slams ("notfalls auch, wenn es die Qualifikation ist"), wohl bis auf die Australian Open. Mit seinen Siegen in Zypern dürfte sich Neil Oberleitner im ITF-Ranking um etwa 50 Positionen auf einen Rang um 315 verbessern. Das heißt, "bei normalem Verlauf im Herbst wäre Melbourne also noch kein Thema." Das seien dafür die größeren ITF-Jugendturniere in Mittel- und Südamerika Anfang 2017: "Dort ist die Dichte nicht so groß, da kannst du einen Punkteschub machen, wenn du zwei gute Turniere spielst - und das kann fürs ganze Jahr einen Unterschied machen", sagte Michael Oberleitner. Der sich vollster Hoffnung gab: "Der Bursche wird seinen Weg machen, denke ich. Es ist immer schwierig, jemanden als Trainer und Vater nüchtern und rational zu betrachten. Doch wenn seine Arbeit so weitergeht, dann wird es interessant." Von einer Sache sei der Senior, der seinerzeit bevorzugt Serve-and-Volley gespielt und stets den Weg zum Netz gesucht hatte, überzeugt: "Er wird mal besser als sein Vater..."

Hier die Ergebnisse und Spielpläne aus Larnaka.

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