Tennis

ITF-Supervisor – „Was bei diesem Match passiert ist, ist unglaublich“

Von tennisnet
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Ivana Martinich schlug beim ITF-Damenturnier in Manzanillo noch mehr Doppelfehler als bisher bekannt.

Unfassbare 31 Doppelfehler hatte Tennis-Pin-up Anna Kournikova einst in der zweiten Runde der Australian Open in Melbourne 1999 gegen die Japanerin Miho Saeki serviert und dennoch mit 1:6, 6:4, 10:8 gewonnen . Damit hält die Russin die offizielle Doppelfehler-Bestmarke auf der WTA-Tour. Am Dienstag hatten wir euch auf tennisnet.com berichtet, dass dieser ohnehin schon unglaubliche Negativrekord auf der ITF-Tour am Montag sogar noch überboten worden ist. Nicht weniger als 32 doppelte Aufschlagfehler verzeichnete die Chilenin Ivania Martinich beim 10.000-US-Dollar-Turnier in Manzanillo (Mexiko) beim 6:7-(3),-6:1,-6:4-Sieg über die mexikanische Wildcard-Besitzerin Paulina Rotaeche laut der offiziellen Statistik auf der ITF-Website. Doch die 19-Jährige verbuchte gar noch mehr Doppelfehler als bis dato bekannt.

Nicht selten weisen die offiziellen, im Internet einzusehenden ITF-Statistiken Fehler auf. Und so ist dem auch diesmal. Mit den Worten "Was bei diesem Match passiert ist, ist unglaublich" übermittelte Jaime Chavez, ITF-Supervisor des Turniers, auf Anfrage die offizielle Scorecard des Matches, die tennisnet.com also vorliegt. Diese führt bei Ivanich, wie von Chavez betont, sage und schreibe 35 Doppelfehler, nicht "nur" 32. Alleine 24 davon unterliefen der Nummer 766 des WTA-Rankings im ersten Satz, bloß drei im zweiten und acht weitere im dritten und letzten Durchgang. Wie es Rotaeche gelang, den ersten Abschnitt trotz der massiven Mithilfe ihrer Kontrahentin erst im Tiebreak zu gewinnen, das ist nicht überliefert. Für eine besonders ausgeprägte Returnstärke der 17-Jährigen dürfte dieses Kunststück jedenfalls nicht sprechen.

Sechs Doppelfehler in einem (gewonnenen) Spiel

Zwei echte "Schmankerl" weist die Scorecard, die der Stuhlschiedsrichter (in diesem Fall Jose Luis Gonzalez Guerrero) führt, übrigens noch auf: Als Martinich bei 5:4 und 40:0 vor der 1:0-Satzführung stand, fabrizierte sie fünf Doppelfehler in Folge, kassierte so den Ausgleich zum 5:5. Bei 6:5 und 30:0 folgten zudem vier Doppelfehler in Serie. Lässt sich nicht mehr toppen? Doch! Bei 3:2 im dritten Durchgang servierte Martinich dann gar sechs Doppelfehler in einem Spiel - und gewann dieses dennoch. Nach 3:07 Stunden beendete sie ihre Doppelfehler-Orgie trotzdem siegreich, und dies natürlich standesgemäß: Bei 40:30 beim Ausservieren musste sie wegen zwei Doppelfehlern in Folge noch einen Breakball abwehren, ehe sie schließlich ihren dritten Matchball verwertete. Was eine noch höhere Doppelfehler-Anzahl wohl verhinderte.

Immerhin: Eine solch exorbitante Anzahl doppelter Servicefehler scheint bei Martinich nicht Standard zu sein. Beim 3:6, 1:6 im Achtelfinale gegen die Italienerin Gaia Sanesi brachte sie darauf vergleichsweise bescheidene sechs Doppelfehler unter. Zum Sieg reichte es dieses Mal dennoch nicht. Kein Wunder bei nur zwei gewonnenen Aufschlagspielen. Fest steht: Sollte es die noch ziemlich junge Martinich eines Tages auf die WTA-Tour schaffen, muss Kournikova womöglich um ihren Rekord auf höchster Ebene bangen.

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