Tennis

Der Mann mit den 110 Matches

SID
© GEPA pictures

Der 22-jährige Spanier ist mit 92 Siegen und elf Titeln der Aufsteiger des Jahres.

Wer hat 2013 die meisten Siege auf der Tennis-Tour eingefahren? Nein, es ist nicht Rafael Nadal mit 75 Saisonsiegen oder Serena Williams, die dieses Jahr 78 Siege feierte. Es ist Pablo Carreno Busta mit 92 Siegen in insgesamt 110 Matches. Mehr als 100 Matches spielten in den letzten 13 Jahren nur fünf Männer. Der Spanier war bis zu diesem Jahr wohl nur Tennis-Insidern ein Begriff. Carreno Busta stand im Dezember 2012 noch auf Platz 715. Ein Jahr später ist er nach seiner fulminanten Saison auf Platz 64 angekommen – seiner bisherigen Karriere-Bestmarke.

39 Siege in Folge

Für sein Fabeljahr wurde Carreno Busta folgerichtig mit dem ATP World Tour Award als meistverbesserter Spieler ausgezeichnet. Wahrscheinlich hätte sich der 22-Jährige auch noch die Auszeichnung als Newcomer des Jahres geschnappt, wenn die ATP diesen Preis nicht mittlerweile an den jüngsten Spieler in den Top 100 vergibt. Carreno Busta spielte 2008 sein erstes Profiturnier. Im November 2011 stand der Spanier bereits auf Platz 133. Eine siebenmonatige verletzungsbedingte Auszeit wegen Rückenproblemen ließ ihn in der Weltrangliste aber weit zurückfallen.

2013 lief es bei Carreno Busta wie aus einem Guss. Nach einer Finalteilnahme bei einem ITF-Future in der Türkei gewann er sieben Futures in Serie. Es folgte die erfolgreiche Qualifikation für sein erstes ATP-Turnier, und zwar in Casablanca, wo er nach drei Siegen in der Qualifikation auch sein Auftaktmatch gewinnen konnte. Nach 39 Siegen in Serie innerhalb von 77 Tagen beendete der Südafrikaner Kevin Anderson schließlich den Erfolgslauf. Carreno Busta legte damit die längste Siegesserie in diesem Jahr vor Serena Williams (34 Siege), Novak Djokovic (24 Siege) und Rafael Nadal (22 Siege) hin.

Im ersten Grand-Slam-Match gegen Federer

In Oeiras zog er als Qualifikant ins Halbfinale ein. Bei den French Open qualifizierte er sich zum ersten Mal für das Hauptfeld bei einem Grand-Slam-Turnier. Er durfte auf dem Court Philippe Chatrier ran und in seinem ersten Grand-Slam-Match gegen Roger Federer spielen. Gegen den 17-fachen Grand-Slam-Sieger zahlte der Spanier jedoch Lehrgeld und kassierte eine klare Niederlage. Für Carreno Busta ging die Ochsentour auf dem Weg nach oben weiter, vorwiegend nun auf der Challenger-Ebene.

Vier Challenger-Turniere, davon drei in Serie, brachten den 22-Jährigen schließlich in die Top 100. Zum Saisonende war Carreno Busta dann so gut platziert, dass er direkt im Hauptfeld von ATP-Turnieren oder in der Qualifikation stand. Dass es noch ein weiter Weg nach ganz oben ist, zeigen seine Niederlagen gegen Jungstars wie Jerzy Janowicz und Bernard Tomic sowie gegen Routiniers wie Dmitry Tursunov. „Mir fehlte die Stärke und Frische, die ich in den ersten Monaten des Jahres hatte“, sagte er gegenüber „Forbes“. Das ist aber auch mehr als verständlich nach über 100 Saisonmatches.

70 Siege und acht Titel auf Sand

Carreno Busta ist sicherlich ein Spieler, den man 2014 auf dem Radar haben sollte, vor allem auf Sand. Acht seiner elf Titel und 70 seiner 92 Saisonsiege in diesem Jahr holte er – wie es sich für einen Spanier gehört – auf der roten Asche. Sein Erfolgsjahr hat sich auch finanziell gelohnt. Carreno Busta spielte 2013 182.192 US-Dollar Preisgeld ein. Das ist mehr als doppelt so viel, was er in den Jahren zuvor an Preisgeld gewonnen hatte. „Sponsoren haben mir durch die schweren Zeiten enorm geholfen“, sagte der Spanier gegenüber „Forbes“.

Carreno Busta wird 2014 solch eine Serie mit so vielen Spielen und Siegen wie in diesem Jahr sicherlich nicht wiederholen. Aber er hätte bestimmt nichts dagegen, wenn es dafür in der Weltrangliste weiter nach oben geht. Der 22-jährige Spanier ist nun im Kreis derjenigen angekommen, die Woche für Woche bei den ATP-Turnieren spielen dürfen und direkt im Hauptfeld der Grand-Slam-Turniere stehen. (Text: cab; Foto: GEPA pictures)

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