Tennis

Reister schafft bei US-Open-Quali seltenes Kunststück

SID
© Jürgen Hasenkopf

Der 27-jährige Deutsche gewann in der ersten Runde gegen Landsmann Tim Pütz und machte im dritten Satz alle möglichen Punkte.

Julian Reister hat das deutsche Duell gegen Tim Pütz in der ersten Quali-Runde der US Open mit 6:7 (3), 6:4, 6:0 gewonnen. Aus internationaler Sicht wäre dieses Ergebnis nicht mal eine Randnotiz gewesen. Doch das Duell zwischen den beiden Deutschen hatte eine historische Bedeutung. Denn Reister hat etwas geschafft, was im Profitennis eine echte Rarität ist. Dem Reinbeker gelang im dritten Satz ein „Golden Set“, er gewann alle 24 Punkte gegen Pütz. Der dritte Satz dauerte dabei 22 Minuten. Bis zum Stand von 4:4 im zweiten Satz war es ein ausgeglichenes Match. Doch dann zog Reister davon und machte 29 Punkte in Folge, inklusive des „Golden Sets“ im dritten Satz.

Im Herrentennis gab es Aufzeichnungen zufolge bislang nur einen „Golden Set“. Bill Scanlon (USA) schlug 1983 beim Turnier im US-amerikanischen Delray Beach den Brasilianer Marcos Hocevar mit 6:2, 6:0 und gab im zweiten Satz keinen Punkt ab. Zudem soll sich 2012 ein weiterer „Golden Set“ im Herrentennis ereignet haben. Der Kolumbianer Felipe Escobar besiegte in der ersten Quali-Runde des Challengers in Panama City den 15-jährigen Lokalmatador Luis Nieves mit 6:0, 6:0 und soll im zweiten Satz einen „Golden Set“ geschafft haben.

Shvedova legt goldenes Ei in Wimbledon

Der „Golden Set“ wurde 2012 in Wimbledon zu einer Berühmtheit. Im Drittrunden-Match zwischen der Kasachin Yaroslava Shvedova und der Italienerin Sara Errani spielte Shvedova im ersten Satz einen blitzsauberen Satz und machte alle 24 Punkte. Shvedova war die erste Frau, der dieses Kunststück nach Einführung der Open Era im Jahre 1968 gelungen ist – und das ausgerechnet in Wimbledon, auf der größten Tennisbühne der Welt. Der erste und zuvor einzige notierte „Golden Set“ im Damentennis ereignete sich 1943 beim Turnier im Cincinnati (USA). Die US-Amerikanerin Pauline May Betz Addie schlug ihre Landsmännin Catherine Wolf mit 6:0, 6:2 und gewann dabei im ersten Satz alle Punkte.

Kurioserweise war Shvedova bereits 2006 ganz kurz vor einem „Golden Set“. Beim WTA-Turnier in Memphis machte die Kasachin im Achtelfinale gegen Amy Frazier (USA) 23 Punkte am Stück. Sie scheiterte dann aber am finalen Punkt zum „Golden Set“, weil sie einen Doppelfehler servierte. Shvedova konnte sich von dem „Schock“ nicht mehr wirklich erholen. Sie gewann zwar den Satz mit 6:1, gab dann aber die Sätze zwei und drei sang- und klanglos jeweils mit 0:6 ab. (Text: cab; Foto: Jürgen Hasenkopf)

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