Tennis

Haas überrollt Youzhny

SID
© Jürgen Hasenkopf

Der 35-Jährige fertigte den Russen in drei schnellen Sätzen ab und zog ins Viertelfinale ein.

Phänomen Tommy Haas steht erstmals in seiner Karriere im Viertelfinale der French Open. Der 35-Jährige besiegte den Russen Mikhail Youzhny am Montag in Paris überraschend glatt 6:1, 6:1, 6:3. Der 14. der Weltrangliste trifft am Mittwoch auf den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic aus Serbien, der Haas' Landsmann Philipp Kohlschreiber mit 4:6, 6:3, 6:4, 6:4 bezwang. Haas hat nun bei jedem der vier Grand-Slam-Turniere die Runde der besten Acht erreicht. Dies war als einzigen deutschen Profis zuvor nur Boris Becker und Michael Stich gelungen. Die bislang letzten deutschen Viertelfinalisten in Roland Garros hießen Stich und Bernd Karbacher, das ist 17 Jahre her.

An einem kühlen und windigen Vormittag begann Haas mit einem Doppelfehler und gab sofort seinen Aufschlag ab. Danach machte fast nur noch Youzhny die Fehler. Haas musste nicht einmal alles zeigen und hatte nach nur 22 Minuten den ersten Satz in der Tasche. Kurz zuvor machte Youzhny mit einem Urschrei seinem Frust erstmals Luft. Das Bild änderte sich im zweiten Durchgang nicht. Beim Seitenwechsel nach dem nächsten Haas-Break zum 3:0 drosch Youzhny mit seinem Schläger so lange auf seine Spielerbank ein, bis das geschundene Racket endlich kaputt war. Das brachte ihm Buhrufe von den mäßig besetzten Rängen des Court Suzanne Lenglen ein.

Der zweite Matchball sitzt bereits

Der 31. der Weltrangliste gab auch diesen Satz schnell ab. Es waren erst 50 Minuten gespielt, was Haas zwei Tage nach der nervenaufreibenden Viereinhalb-Stunden-Tortur gegen John Isner sehr entgegen kam. Haas verlor sein Service zu Beginn des dritten Satzes zu null. Direkt danach nahm er dem 30-Jährigen aber wieder das Service ab. Die Entscheidung nahte, als der Wahl-Amerikaner gegen den sich noch einmal wehrenden Youzhny zwei Breakchancen zum 2:3 vereitelte und danach selbst zum 4:2 zuschlug. Sein russischer Kontrahent riskierte nun alles, doch Haas überstand zwei weitere Breakmöglichkeiten und machte das Spiel zum 5:2.

Nach nur 1:24 Stunden gelang Haas – diesmal schon mit dem zweiten Matchball, nicht erst wie gegen Isner mit dem 13. – die Revanche für die jüngste, klare Niederlage in Rom und der vierte Erfolg im achten Vergleich über Youzhny. Danach reckte er strahlend die Faust in Richtung des wolkigen Himmels. Er ist nun der älteste Viertelfinalist bei den French Open seit 1971 und der älteste bei einem Grand-Slam-Turnier seit Andre Agassi bei den US Open 2005.

Djokovic wahrt Chance auf Titelpremiere

Djokovic war mit einer 2:1-Führung im Head-to-head ins Spiel gegen Kohlschreiber gegangen, das einzige Duell auf Sand und zugleich in Paris hatte er jedoch 2009 in der dritten Runde 4:6, 4:6, 4:6 verloren. Vier Jahre später konnte er sich dafür nun rehabilitieren. Zwar kassierte er nach dem Aufschlagverlust zum 2:3 und zwei vergebenen Breakchancen im letzten Game seinen ersten Satzverlust im Turnier, danach übernahm er aber allmählich das Kommando. Ein Break zum 3:1 reichte ihm im zweiten Durchgang, weil Kohlschreiber alle fünf Bälle aufs Rebreak ausließ.

Ein ähnliches Bild war es im dritten Satz: Djokovic holte sich das Break zum 2:1, Kohlschreiber konnte die zwei sofortigen Chancen zum Rebreak nicht nützen und zog mit 4:6 den Kürzeren. Im vierten Durchgang wehrte "Nole" im ersten Game einen Breakball ab, zog dann von 2:2 auf 5:2 mit Doppelbreak davon. Zwar kam Kohlschreiber nochmal auf 5:4 aus Sicht von Djokovic heran, doch im zweiten Anlauf servierte Letzterer aus. Der 26-Jährige wahrte damit seine Chancen auf den ersten Titel-Coup in Roland Garros. (Text: dpa/MaWa; Foto: Jürgen Hasenkopf)

Hier die aktuellen Ergebnisse aus Paris: Qualifikation , Hauptbewerb , Doppel , Mixed .

Hier der aktuelle Spielplan.

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