Wie Phönix aus der Asche

Mittwoch, 27.04.2011 | 11:11 Uhr
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tennisnet.com präsentiert in einer Top-10-Liste die Spieler mit den größten Erfolgen auf der roten Asche.

Von Christian Albrecht Barschel

Die Sandplatzsaison ist in vollem Gange und die French Open stehen unmittelbar vor der Tür. tennisnet.com kürt daher die zehn besten Sandplatzspieler aller Zeiten seit Beginn der Open Era im Jahre 1968, in der sowohl Profis als auch Amateure bei den Grand-Slam-Turnieren teilnehmen dürfen.

10. Jim Courier

James Spencer Courier wurde in der Tenniswelt berühmt unter seinem Spitznamen "Jim". Schnell erkannte man den US-Amerikaner auf dem Tennisplatz durch seine meistens weiße Baseballkappe, die er bei jedem Spiel trug und durch seine Rückhand, welche bei der Ausführung an einen Schlag beim Baseball erinnerte. Neben Pete Sampras, Andre Agassi und Michael Chang gehörte Courier zu der goldenen Generation der amerikanischen Tennisspieler in den Neunzigern. Der große Durchbruch gelang dem rothaarigen Rechtshänder bei den French Open. 1991 gewann Courier sein erstes Grand-Slam-Turnier in Paris im Finale gegen Agassi.

Ein Jahr später konnte die ehemalige Nummer eins der Welt seinen Triumph wiederholen und sich zum zweiten Mal die Trophäe in Roland Garros sichern. Im nächsten Jahr zog er erneut ins Finale ein, doch ein dritter Triumph blieb ihm verwehrt. Gegen Sergi Bruguera verlor er in einem epischen Fünfsatz-Match. Auch abseits des Platzes gehörte Courier zu den Kultfiguren, der den Spitznamen "The Rock" verpasst bekam, weil zu seiner besten Zeit die Gegner wie Gischt an einem Meeresfelsen abprallten.

"Ich habe die ganze Zeit darüber gelesen, dass ich kein Talent habe. Es gibt viele Arten von Talent neben dem Schlagen eines Tennisballs. Courage auf dem Platz zu haben, ist ein Talent. Verlangen zu haben, ist ein Talent. Mut zu haben, bei 0:40 einen Schuss zu wagen, ist ein Talent" verteidigte sich Courier über seine oft kritisierte Spielweise. Bekannt wurde er auch dafür, dass er in den Pausen beim Seitenwechsel zur Entspannung in Büchern las. Nach seinem Karriere-Ende blieb Courier wie viele andere Spieler auch dem Tennissport erhalten. Besonders als Kommentator bei den Grand Slam-Turnieren für das Fernsehen hat er sich einen Namen gemacht und genießt eine große Popularität in der Tennisszene.

9. Roger Federer

Roger Federer ist eigentlich kein Sandplatzspezialist, aber natürlich darf der "Maestro" in dieser Liste bei seinen Erfolgen auf der roten Asche (bislang neun Turniersiege) nicht fehlen. Wahrscheinlich wäre der Schweizer noch viel weiter vorne gelandet, hätte er in Rafael Nadal nicht immer wieder seinen Meister auf Sandplätzen gefunden. Federer stand bislang 20-mal in seiner Karriere im Finale eines Sandplatzturniers. Neun Titeln stehen elf Endspielniederlagen gegenüber. Neun von elf Finals gingen dabei gegen seinen Widersacher Nadal verloren.

Der Spanier besiegte Federer bei den Masters-Turnieren von Monte Carlo (dreimal), Rom, Hamburg und Madrid. Viel schmerzlicher waren aber die vier Niederlagen bei den French Open für den Schweizer. Von 2005 bis 2008 scheiterte Federer zunächst im Halbfinale und dann dreimal im Finale an Nadal, der bei der Vollendung des großen Traums "Karriere-Grand-Slam" von Federer immer im Weg stand. Doch der Maestro wäre nicht der Maestro, wenn er es nicht immer wieder versucht hätte, den fehlenden Grand-Slam-Sieg in Paris zu erreichen.

Bei den French Open 2009 war nach dem Achtelfinal-Aus von Nadal gegen Robin Söderling die Tür weit offen für Federer, der diese einmalige Chance auch nutzte. Im Finale gegen den Nadal-Bezwinger holte er seinen ersten Titel in Roland Garros und wurde zu dem Zeitpunkt der sechste Spieler, der alle vier Grand-Slam-Turniere gewinnen konnte. "Das ist unbeschreiblich und vielleicht mein größter Sieg. Ich habe keine Worte dafür", sagte Federer in der Siegerehrung. Dass der Schweizer auch Nadal auf der roten Asche besiegen kann, bewies Federer bei seinem vierten Titel beim Masters Turnier in Hamburg, als er den Spanier mit 2:6, 6:2, 6:0 demolierte und Nadals Sandplatzserie von 81 Siegen in Folge beendete. Zudem schlug Federer den Spanier im Finale des Masters-Turniers in Madrid.

8. Sergi Bruguera

Sergi Bruguera kann man als Pionier des spanischen Tennis bezeichnen. Der Spanier war mit seinen Erfolgen bei den French Open Vorbild für die spätere Generation spanischer Tennisspieler und legte den Grundstein für die Erfolge von Rafael Nadal, Juan Carlos Ferrero, Carlos Moya und Co. 14 Turniersiege gelangen dem Katalanen auf der ATP-Tour, darunter 13 Turniersiege auf seinem geliebten Sandboden. Zudem stand er 16-mal im Finale von Sandplatzturnieren.

Mit seinem Finalsieg über Jim Courier bei den French Open 1993 wurde Bruguera der erste Spanier seit Andrés Gimeno 1972, der in Paris triumphierte. Im folgenden Jahr gelang es dem Spanier, seinen Titel bei den French Open 1994 zu verteidigen. Sein Vorhaben, das Triple in Paris zu gewinnen, scheiterte 1995 im Halbfinale gegen Michael Chang. 1997 spielte sich Bruguera nach einigen Verletzungspausen erneut ins Finale vor, verlor dort aber gegen Gustavo Kuerten.

Bis zum Ende seiner Karriere stand Bruguera unter dem Einfluss seines Vaters Luis Bruguera, der ihn über seine gesamt Zeit auch trainierte. Als Fan der Los Angeles Lakers ist sein Auftritt in der Halbzeitpause beim Basketballspiel zwischen Miami Heat und den Lakers im Jahre 1997 legendär, als er drei Würfe verwandelte (Korbleger, Freiwurf, Zweipunktewurf) und dafür 500 Dollar bekam und diese der ATP-Charity spendete.

7. Thomas Muster

Thomas Muster hat es trotz seiner 40 Turniersiege auf der roten Asche, die bislang nur von einem Spieler übertroffen worden sind, nur auf Platz sieben geschafft. Muster feierte 422 seiner 622 Toursiege auf Sandplätzen, was ihm den Spitznamen "The King of Clay" einbrachte. Für eine höhere Platzierung des Österreichers fehlten jedoch weitaus bessere Resultate bei den French Open, die eben das Salz in der Suppe bei Sandplatzturnieren sind.

In Roland Garros spielte Muster selten sein bestes Tennis und der Triumph in Paris blieb ihm lange verwehrt. Bis zum Jahre 1995 stand nur eine Halbfinalteilnahme für Muster zu Buche. Doch dann gelang dem Österreicher im zehnten Anlauf endlich der große Coup. In seiner besten Saison gewann er 40 Spiele in Folge auf seinem geliebten Sandplatz und schließlich auch die French Open im Finale gegen Michael Chang.

Muster hat für den Tennissport gelebt und in jedem Match seinen großen Siegeswillen und sein Kämpferherz gezeigt. Nachdem er das Finale beim Masters Turnier in Miami gegen Ivan Lendl erreicht hatte, wurde er in der Nacht vor dem Finale von einem betrunkenen Autofahrer angefahren und so schwer verletzt, dass einige Bänder im linken Knie rissen. Zum Finale konnte er nicht antreten und eine Rückkehr auf den Tennisplatz lag in den Sternen.

Doch nach seiner Operation am lädierten Knie arbeitete Muster mit unbändigem Willen an seinem Comeback. Mit der Hilfe eines speziellen Rollstuhls trainierte er wie ein Besessener und schlug schon Tennisbälle, während sein Knie sich von der Operation erholte. Legendär ist auch Musters Auftritt beim Turnier in Monte Carlo 1995. Nach dem Halbfinalsieg gegen Andrea Gaudenzi brach er zusammen, spielte aber am nächsten Tag das Finale gegen Boris Becker. Nach 0:2-Satzrückstand und der Abwehr von zwei Matchbällen vermasselte der "Alpen-Boris" dem deutschen Boris den ersten Sandplatzsieg seiner Karriere.

6. Gustavo Kuerten

Gustavo Kuerten gehört neben den Fußballspielern und dem verstorbenen Formel 1-Fahrer Ayrton Senna zu den bekanntesten Sportlern in Brasilien. Der schlaksige Brasilianer, der meistens mit einem Stirnband seine Lockenmähne auf dem Tennisplatz bändigte, war vor allem bekannt durch sein exzessives Stöhnen auf dem Platz. Kuerten, der von allen nur "Guga" genannt wurde, genoss im Laufe seiner Tenniskarriere den Status eines Publikumslieblings weltweit und gewann 14 Turniere auf Sand.

Wie Phönix aus der Asche stieg Kuerten bei den French Open 1997 hervor. An Position 66 in der Weltrangliste geführt, gelang ihm in Paris der große Wurf. Als erster Brasilianer in der Tennisgeschichte gewann er ein Grand-Slam-Turnier und errang seinen ersten Turniersieg gleich bei einem "Major". Das Besondere dabei war, dass es nicht irgendwelche Spieler waren, die Kuerten auf dem Weg zum French-Open-Sieg besiegte, sondern ehemalige French-Open-Gewinner. In der dritten Runde schlug Kuerten Thomas Muster (Sieger 1995) und im Viertelfinale den Titelverteidiger Jewgeny Kafelnikov. Im Finale ließ er dann dem zweifachen French-Open-Sieger Sergi Brugera keine Chance.

Zwei weitere Male triumphierte Kuerten noch in Paris. 2000 und 2001 sicherte er sich die Trophäe in Roland Garros. Unvergessen bleibt eine Szene aus dem Jahr 2001. Im Achtelfinale gegen Michael Russell aus den USA stand der Brasilianer kurz vor dem Aus und musste einen Matchball abwehren. Doch er gewann das Spiel noch und malte nach seinem Sieg ein großes Herz in die Asche des Court Central und legte sich in jenes hinein. Spätestens dort hatten die Franzosen "Guga" in ihr Herz geschlossen. Kurioserweise gewann Kuerten bei allen drei Siegen bei den French Open im Viertelfinale immer gegen Kafelnikov.

2008 war für den Brasilianer die Tenniskarriere vorbei. Noch einmal durfte er auf seinem geliebten Court Central in Paris antreten. In dem gleichen Dress, welches er bei seinem ersten Sieg 1997 trug, verlor er jedoch in der ersten Runde sein letztes Karriere-Match. Kuerten zeichnete sich auf und neben dem Tennisplatz als fairer Sportsmann aus. Seit 2000 leitet der Brasilianer das "Institute Guga Kuerten", die sich um die Bedürfnisse von Benachteiligten kümmert. Sein Engagement für wohltätige Zwecke brachte ihm die Trophäe "Arthur Ashe Humanitarian of the Year 2003" der ATP ein.

5. Guillermo Vilas

Guillermo Vilas ist ein Volksheld in Argentinien und war eine der größten Sympathieträger im Tennis. Der "Young Bull of the Pampas", wie er liebevoll genannt wurde, war bekannt für seine Fairness auf dem Platz und der Sensibilität eines Poeten. Die Erfolge von Vilas führten zu einem Tennisboom in ganz Südamerika. Spätere Weltklassespieler wie Guillermo Canas und Guillermo Coria wurden nach ihm benannt.

Der Sandplatz war der Wohlfühlort für den Linkshänder. Seine 46 Turniersiege und seine 632 gewonnenen Spiele auf Sandplätzen sind bis heute von keinem Spieler übertroffen worden. Mit 53 Siegen in Folge im Jahr 1977 hielt der Argentinier für Jahrzehnte die längste Siegesserie auf der roten Asche, bis Rafael Nadal kam. "Du kannst vielleicht ein Match spielen, dass viele als bestes aller Zeiten bezeichnen. Aber im nächsten Jahr ist es vergessen. Ein Tennisspieler muss die Mona Lisa zwei oder dreimal im Jahr zeichnen" sagte Vilas. Zwei Grand-Slam-Siege errang er 1977 auf Sandplätzen. Bei den French Open gewann er seinen ersten von vier Grand-Slam-Titeln.

Den zweiten Sieg erreichte er im gleichen Jahr bei den US Open, die zu dem Zeitpunkt noch auf Sand ausgetragen wurden. Bei den French Open stand Vilas zudem drei weitere Male im Finale. 1975, 1978 und 1982 scheiterte er aber an der schwedischen Übermacht. Zweimal Björn Borg und einmal Mats Wilander waren im Endspiel zu stark für den Argentinier. Heute ist der ehemalige Playboy des Tenniszirkus, dem eine Affäre zu Prinzessein Caroline nachgesagt wurde, als Buchautor für Gedichte und Musiker aktiv und genießt das Leben in seinem Wohnort Monte Carlo.

4. Mats Wilander

Mats Wilander war der Mann, der in die Fußstapfen von Björn Borg trat und als zweiter Schwede auf der Tennistour für Furore sorgte. Zwar wurde er nie so erfolgreich wie sein Landsmann, trotzdem gelangen Wilander in seiner langen Karriere 33 Turniersiege (20 davon auf Sandplätzen). Darunter siegte er bei sieben Grand-Slam-Turnieren, gewann mit Schweden dreimal den Davis Cup und schaffte den Sprung an die Spitze der Weltrangliste.

Doch all das stelle Wilander nicht wirklich zufrieden: "Meine ganze Karriere habe ich davon geträumt, Nummer eins zu sein. Aber als ich es schließlich erreicht habe und die anfängliche Begeisterung vorbei war, habe ich gar nichts gefühlt. Ich hatte kein Gefühl von Freude oder Stolz. Ich war ein Weltchampion, aber was soll´s? Es führte zu der Phase, in der ich mehr Zufriedenheit aus dem Schneiden des Rasens zog als durch das Tennisspielen."

Bei den French Open 1982 schaffte der Schwede den großen Durchbruch. Als ungesetzter Spieler kämpfte er sich ins Finale vor und gewann gegen Guillermo Vilas seinen ersten Grand-Slam-Titel und zudem sein erstes Turnier überhaupt. Mit seinen 17 Jahren und neun Monaten war er bis dahin der jüngste Sieger bei einem Grand-Slam-Turnier. Dieser Rekord wurde später von Boris Becker und Michael Chang gebrochen.

Die French Open waren das Lieblingsturnier von Wilander. Neben seinem Sieg 1982 konnte er auch 1985 gegen Ivan Lendl und 1988 gegen Henri Leconte auf der Pariser Asche triumphieren. 1983 und 1987 stand er zudem in Finale in Roland Garros. Trauriger Höhepunkt seiner Karriere war seine positive Dopingprobe bei den French Open 1995, wo er positiv auf Kokain getestet wurde. Dieses hatte jedoch keine Sperre für Wilander zur Folge und er durfte weiter spielen. Ende 1996 beendete er dann seine aktive Laufbahn als Tennisspieler. Heute ist Wilander das Aushängeschild bei den Tennisübertragungen von Eurosport, wo er als Kommentator und Experte tätig ist.

3. Ivan Lendl

Er galt als "Ivan der Schreckliche" und war einer der dominierenden Spieler in den Achtzigern. Ivan Lendl gewann von seinen acht Grand-Slam-Siegen dreimal die French Open und stand zweimal im Finale. Von seinen 94 Turniersiegen schaffte der gebürtige Tschechoslowake, der im Verlauf seiner Karriere US-amerikanischer Staatsbürger wurde, 29 Turniersiege auf Sand. Mit seinen 1070 Siegen während seiner Profikarriere liegt er auf Platz zwei der ewigen Bestenliste. Nur Jimmy Connors konnte als Tennisspieler mehr Spiele gewinnen.

Auf den ersten Grand-Slam-Sieg musste Lendl allerdings einige Zeit warten. Nachdem er die ersten vier Finals bei Grand-Slam-Turnieren verloren hatte, gewann er erst im Alter von 24 bei den French Open 1984 seinen ersten großen Titel. Im Finale gegen John McEnroe konnte er einen 0:2-Satzrückstand noch in einen Sieg drehen. 1986 und 1987 siegte Lendl erneut in Paris. "Wisst ihr, was der Name Lendl für mich bedeutet? Hingabe, harte Arbeit, alle zu überwinden, obwohl er nicht das Talent der anderen Spieler gehabt hatte. Ich bewundere ihn ungemein", sagte Pete Sampras über das Phänomen Lendl.

In Erinnerung an Lendl bleibt die lange Zeit bis er seinen Aufschlag ausführte. Schier endlos tickte der Sekundenzeiger der Uhr, wenn Lendl in die Tasche griff, um eine Handvoll Sägespäne hervorzukramen, den Ball etliche Male gegen den Boden tippte, sich schließlich an den Wimpern zupfte und den Ball meterhoch in die Luft war, um seinen Aufschlag ins gegnerische Feld zu befördern. Legendär bleibt auch Lendls Match bei den French Open 1989 im Achtelfinale gegen Michael Chang. Als haushoher Favorit verlor Ivan Lendl noch nach einer 2:0-Satzführung gegen den damals 17-jährigen Chang, der Lendl mit Mondbällen und Aufschlägen von unten völlig aus dem Rhythmus brachte und zur Weißglut trieb.

2. Björn Borg

Der "Iceborg" hat den Spitzenplatz als bester Sandplatzspieler aller Zeiten knapp verpasst. Wahrscheinlich wäre für Björn Borg in seiner Karriere noch viel mehr möglich gewesen, wenn er nicht schon im Alter von 26 Jahren recht früh zurückgetreten wäre. Der kühle Schwede hat den Tennissport revolutioniert und zudem dafür gesorgt, dass dieser einen regelrechten Boom erfuhr. Doch so still und cool wie sich Borg auf dem Platz war er in Wirklichkeit nicht. "Ich war nie so kalt wie es schien. Das war nur Schauspielerei. Ein Schauspiel, das ich perfekt spielte. Es war Teil meiner Waffenkammer. Ich dachte, wenn meine Gegner nicht wissen, wie ich mich richtig fühlte im Inneren, dann wäre ich unbesiegbar", gestand Borg nach seiner Karriere.

Von seinen 63 Turniersiegen errang Borg 30 Titel auf der roten Asche. Allein sechsmal war der Schwede mit den langen Haaren bei den French Open siegreich. In den Jahren 1974, 1975 und von 1978 bis 1981 schaffte Borg den Triumph beim größten Sandplatzturnier der Welt. Nur zwei Niederlagen musste Borg in Paris einstecken - beide Male unterlag er dem Italiener Adriano Panatta.

Borg gab dem Tennis eine neue Richtung. Er war einer der ersten Spieler, der die Rückhand beidhändig schlug. Mit einer neuen Griffart legte er die Grundlage für das heutige moderne Tennis. Im Alter von 34 Jahren versuchte sich Borg noch einmal an einem Comeback und scheiterte kläglich. Bei zwölf Turnieren verlor er jeweils immer in der erste Runde. Durch sein hohes Alter und das Festhalten an seinem veralteten Holzschläger war er nicht mehr konkurrenzfähig und beendete dann schließlich 1993 endgültig seine Karriere.

1. Rafael Nadal

Für tennisnet.com ist Rafael Nadal das Maß aller Dinge auf den Sandplätzen dieser Welt. Dass der Spanier, der wohl gerade erst in der Mitte seiner Karriere steht, an der Spitze der besten Sandplatzspieler aller Zeiten steht, zeigt seine ganze Klasse. Bislang gewann der Linkshänder 31 Turniere auf Sand, darunter fünfmal die French Open und 14 Masters-Turniere. Zwischen 2005 bis heute kassierte Nadal nur sechs Niederlagen auf Sand. 2006 und 2010 blieb er sogar ungeschlagen.

Gleich bei seiner ersten Teilnahme bei den French Open 2005 holte er die Trophäe in Roland Garros. Vier weitere Siege in Paris (2006, 2007, 2008 und 2010) sollten folgen für den "Stier aus Manacor". Mit 81 Siegen in Folge auf Sand zwischen 2005 und 2007 hat Nadal zudem den damaligen Rekord von Guillermo Vilas (53 Siege) geradezu pulverisiert. Erst Roger Federer gelang es, im Endspiel in Hamburg 2007 die Siegesserie zu stoppen.

Für Nadal scheint es keine Grenzen zu geben auf den Sandplätzen dieser Welt. Bei den diesjährigen French Open feiert der gebürtige Mallorquiner seinen 25. Geburtstag. Viele erwarteten aufgrund der kraftaufreibenden Spielweise mit der Zeit einen Einbruch Nadals - so wie es bei vielen sehr guten Sandplatzspielern der Fall war. Doch stattdessen zeigt sich der Spanier als nahezu unschlagbar auf der roten Asche und man muss mittlerweile davon ausgehen, dass Nadal auch die nächsten fünf Jahre der führende Sandplatzspieler sein wird.

Wenn es einem Spieler gelingen sollte, die Rekordsiegesserie von 81 Siegen in Folge auf Sand zu knacken, dann ist es sicherlich Nadal selbst. Nach seinem siebenten Turniersieg in Monte Carlo und dem sechsten Erfolg in Barcelona ist der Spanier wieder seit 34 Spielen ohne Niederlage auf der roten Asche. Man muss mit Vermutungen vorsichtig sein. Aber so einen herausragenden Sandplatzspieler wie Rafael Nadal wird es wohl lange Zeit nicht mehr oder sogar nie wieder geben. (Fotos: GEPA pictures; Collage: tennisnet.com)

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