Benjamin Karl: "Es geht um Gold!"

Von Christoph Kristandl/Pyeongchang
Mittwoch, 21.02.2018 | 09:16 Uhr
Für Benjamin Karl zählt nur Gold
© GEPA

Benjamin Karl teilt ein Schicksal mit Marcel Hirscher. Teilte, muss man mittlerweile sagen. Denn so wie dem nunmehrigen Doppelolympiasieger vor den Spielen in Pyeongchang nur noch die Goldene fehlte, so ist diese auch im Olympiamedaillensatz des Snowboard-Asses der letzte vakante Posten.

Seit 2009 hat Karl bei jedem Großereignis Edelmetall geholt, bei Olympia bislang Silber in Vancouver (Parallel-RTL) und Bronze in Sotschi (Parallelslalom). "Daheim haben sie gesagt, Silber und Bronze hast du eh schon zuhause. Von dem her ist klar, was als nächstes auf dem Menüplan steht", erzählt der 32-Jährige.

Nur ein Platz zählt

Vor nicht allzu langer Zeit hätte niemand den Olympiasieg von ihm erwartet, immerhin hatte sich Karl erst im Dezember schwer am rechten Fuß verletzt. Mitte Jänner, im letztmöglichen Rennen, qualifizierte er sich aber noch für Pyeongchang - mit einem Sieg. "Da war ich schon etwas nervöser als sonst", gibt der Niederösterreicher zu. Doch es ging gut, weshalb er nun klipp und klar formulieren kann: "Es geht um Gold!

"Wenn nur ein Platz zählt, dann ist die Spannung schon recht groß, das taugt mir aber", ist der Umgang mit diesem Druck für Karl kein Problem. Auch, weil es nicht seine letzte Chance sein wird. "Ich bin vermutlich in vier Jahren noch dabei. Aber was man hat, das hat man", würde er die Gold-Lücke am liebsten schon 2018 füllen.

Neidischer Blick auf Biathleten

Insgesamt seien die Möglichkeiten in seinem Sport verglichen mit anderen nämlich doch beschränkt. "So viele Chancen haben wir Snowboarder ja nicht. Da beneiden wir ein bisschen die Biathlon-Kollegen, die sechs Medaillenchancen haben. Dazu müsste ich sechs mal bei Olympia starten, das geht sich schon gar nicht mehr aus", meint Karl.

Damit hat er nicht Unrecht. Während beim Biathlon in Sprint, Verfolgung, Einzel, Massenstart, Staffel und Mixed-Staffel Edelmetall geholt werden kann, müssen Karl und seine Kollegen alles in einen einzigen Bewerb, 2018 den Parallel-RTL, legen.

Für seine Erfolgsserie bei Großereignissen hat Karl im Übrigen keine plausible Erklärung. "Wie sagt es Ester Ledecka: ‚Ich fahre Snowboard und habe Spaß dabei.' Die Vorbereitung sieht genauso aus wie bei jedem andere Rennen. Die Vorfreude ist aber immer riesengroß bei solchen Events, weil die Aufmerksamkeit größter ist", sagt Karl. "Das ist bei uns ja nicht immer so der Fall, aber mir taugt es, wenn es mehr Response von den Leuten gibt."

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