Olympia

Marcel Hirscher jubelt über Gold: "Habe gewusst, es ist Alles oder Nichts"

Von APA
Marcel Hirscher überragte
© getty

Marcel Hirscher ist Doppel-Olympiasieger der Winterspiele von Pyeongchang. Fünf Tage nach seinem Erfolg in der alpinen Kombination triumphierte der Salzburger am Sonntag auch im Riesentorlauf. Der Halbzeit-Leader gewann 1,27 Sekunden vor dem Norweger Henrik Kristoffersen, Bronze ging an den Franzosen Alexis Pinturault (+1,31). Es ist die 10. ÖOC-Medaille bei diesen Spielen.

Die Basis für seinen Sieg hatte Hirscher im ersten Lauf gelegt. Auf einem sehr gerade gesteckten Kurs, mit dem viele Fahrer ihre Schwierigkeiten hatten, fuhr der sechsfache Gesamtweltcupsieger scheinbar mühelos einen Vorsprung von 63/100 Sekunden Vorsprung auf Pinturault heraus. Weitere 3/100 zurück war Leif-Kristian Nestvold-Haugen Dritter, der Norweger fiel letztlich aber noch auf Rang acht zurück (+2,19). Der viertplatzierte Südtiroler Riccardo Tonetti (0,75) fiel im zweiten Lauf aus.

"Es war nicht so einfach"

Hirscher aber verwaltete den Vorsprung von 1,31 Sekunden auf Kristoffersen perfekt und büßte in Durchgang zwei nur vier Hundertstel auf den Norsker ein. Beim Jubel nach der Zieleinfahrt merkte man dann auch, dass ihm dieses Gold vielleicht noch mehr bedeutet als jenes in der Kombination. Die Tribünen waren auch deutlich besser gefüllt. "Es war sicher nicht so einfach", meinte Hirscher. "Ich habe aber runtergedrückt das Gerät. Ich habe gewusst, es ist Alles oder Nichts."

ÖSV-Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher war von der Leistung seines Topmanns einmal mehr beeindruckt. "Er befindet sich in einer beneidenswerten Form und spielt das immer wieder aus. Er findet immer die Abstimmung", sagte der Coach. "Man kann ihm nur gratulieren. Er hat wieder einmal zum richtigen Zeitpunkt alles ausgepackt." Auch die Konkurrenz zog den Hut. Kristoffersen: "Marcel ist unschlagbar im Moment im Riesentorlauf. Wir andere kämpfen nur um Silber und Bronze."

Kristoffersen: "Schönster zweiter Platz"

Kristoffersen schaffte von Halbzeitrang zehn aus mit Laufbestzeit in der Entscheidung noch den Sprung auf das Podest, Pinturault distanzierte er um 4/100. Es ist seine zweite Olympia-Medaille nach Slalom-Bronze 2014 in Sotschi. "Vielleicht ist das mein schönster zweiter Platz", meinte der 23-Jährige. Für Pinturault ist es die zweite Medaille bei diesen Spielen nach Silber in der Kombination: "Zwei Medaillen ist eine große Sache für mich. Große Gratulation an Marcel Hirscher."

Die übrigen drei Österreicher schieden aus. Als einziger außer Hirscher erreichte Stefan Brennsteiner den zweiten Durchgang, von Zwischenrang 14 aus schied der Salzburger nach engagierter Fahrt und guter Zwischenstart aber aus. Der 26-Jährige wurde mit Schmerzen im Knie zur MRI-Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Puelacher befürchtete Schlimmes: "Stefan hat eine Knieverletzung. So wie es ausschaut, wird wahrscheinlich das Kreuzband gerissen sein."

Hirschbühl und Feller stürzen

Schon im ersten Lauf hatte es im oberen Teil den danach nicht für den Slalom berücksichtigten Vorarlberger Christian Hirschbühl sowie im letzten Tor Manuel Feller erwischt. Der Tiroler rutschte noch über die Ziellinie, wurde disqualifiziert und klagte danach über Nacken- und Schulterschmerzen. Der Fieberbrunner war aber zuversichtlich, am Donnerstag im Slalom antreten zu können. "Es ist jetzt nicht so fein, aber ich glaube, übertrieben viel ist nicht passiert", erklärte der 25-Jährige.

Hirschers Gold bedeutet Österreichs 19. Olympia-Medaille in olympischen Alpin-Riesentorläufen, die erste seit Gold und Bronze durch Benjamin Raich bzw. Hermann Maier 2006 in Turin. Titel hatten vor Hirscher außer Raich auch Toni Sailer 1956 in Cortina d'Ampezzo, Maier 1998 in Nagano und Stephan Eberharter 2002 in Salt Lake City geholt. In Pyeongchang 2018 hält die rot-weiß-rote Alpin-Abteilung nach sieben von elf Entscheidungen bei dreimal Gold und einmal Silber.

Nach dieser Entscheidung zu Beginn des neunten Wettkampftages hält Österreichs Equipe in Südkorea bei je vier Gold- und Bronze- sowie zwei Silber-Medaillen. Gold hatte es abgesehen vom Hirscher-Doppel durch Rodler David Gleirscher im Einsitzer und Matthias Mayer im Super-G gegeben. Am Sonntag waren noch Eisschnellläuferin Vanessa Herzog über 500 m sowie Julian Eberhard, Simon Eder und Dominik Landertinger im Biathlon-Massenstart mit Medaillenchancen im Einsatz.

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