Wintersport

Doping-Konsequenzen: ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel schmeißt Markus Gandler raus

Von SPOX Österreich, APA
Peter Schröcksnadel
© GEPA

Der Doping-Skandal des österreichischen Ski-Verbandes bei der Heim-WM in Seefeld fordert die ersten Konsequenzen: ÖSV-Chef Peter Schröcksnadel schmeißt den Langlauf- und Biathlonboss Markus Gandler raus.

Das verkündete Schröcksnadel im ORF: "Ich will diese Leute gar nicht mehr sehen", meinte das erzürnte ÖSV-Oberhaupt. Der Entschluss, Doping zu nehmen, liege bei den Athleten und würde vom ÖSV nicht kontrolliert werden können: "Wir können das nicht kontrollieren. Wenn Kinder Drogen nehmen, erfahren es die Eltern auch immer erst zuletzt." Nach der WM sei Schluss für Gandler.

Nichts sei niederträchtiger als das Erkaufen von besseren Resultaten durch illegale leistungssteigernde Methoden, sagte der 77-Jährige. Und weiter: "Ich bin zutiefst verärgert, dass einzelne Athleten scheinbar nichts aus der Vergangenheit gelernt haben. Im ÖSV gilt Null-Toleranz gegenüber Doping." Der ÖSV garantiere, alles in seiner Macht stehende gegen Doping zu unternehmen. "Wir können aber nicht für jeden Einzelnen garantieren, dass er sich an die strengen Bestimmungen hält. Die Verantwortung trägt jeder einzelne Athlet selbst, die Folgen auch. Klar ist, wer dopt, wird unverzüglich aus dem ÖSV ausgeschlossen. Die juristischen Konsequenzen werden die Behörden ziehen", meint Schröcksnadel.

Ermittlungen durch Johannes Dürr angestoßen

Im Zuge der koordinierten Aktion "Operation Aderlass" wurden insgesamt 16 Hausdurchsuchungen durchgeführt und neun Personen festgenommen, gaben die Ermittlungsbehörden bekannt. Unter den Festgenommenen befindet sich als mutmaßlicher Haupttäter einer "kriminellen Gruppierung" ein deutscher Sportmediziner, der das Blutdoping mit Komplizen an den Athleten durchgeführt haben soll. Neben den Österreichern Hauke und Baldauf stehen auch ein kasachischer und zwei estnische WM-Teilnehmer unter Verdacht. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Gandler gab an, dass ihm bis dato nie etwas im Zusammenhang mit Dopingvergehen bei Dominik Baldauf und Max Hauke aufgefallen war. Man könne sie aber nicht ständig überwachen. "Das sind freie Leute, sie haben genügend Freizeit, um so einen Blödsinn zu machen." Er hoffe außerdem, "dass es mehr erwischt, nicht nur den ein oder anderen, sondern auch die Drahtzieher." Sein ehemaliger WM-Goldstaffelkollege Alois Stadlober war ebenso erschüttert. "Dümmer geht es nicht mehr, und tiefer kann man gar nicht mehr fallen", sagte Stadlober, dessen Kinder Teresa und Luis an der WM teilnehmen.

Die mutmaßlichen Vergehen von Baldauf und Hauke seien "nicht nachvollziehbar, man kennt die betroffenen Sportler. Sie wissen, was auf einen einstürzt, was auf einen Johannes Dürr eingestürzt ist, was der alles verloren hat." Dürr war es, der vor einigen Wochen mit seinen Aussagen über Blutdoping in einer TV-Dokumentation die Behördenermittlungen angestoßen hat.

Doping-Razzia in Seefeld: Fünf Verhaftete Sportler

AthletNation
Dominik BaldaufÖsterreich
Max HaukeÖsterreich
Andreas VeerpaluEstland
Karel TammjarvEstland
Alexey PoltoraninKasachstan
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