Wintersport

RTL-Weltmeister Henrik Kristoffersen: "Es war an der Zeit"

Von APA
WM-RTL
© GEPA

Henrik Kristoffersen hat sich für seinen ersten Saisonsieg den wohl besten Zeitpunkt ausgesucht. Der Norweger gewann am Freitag den Riesentorlauf bei den Ski-Weltmeisterschaften in Aare und holte damit seinen ersten WM-Titel. Marcel Hirscher eroberte mit 0,20 Sekunden Rückstand Silber - seine zehnte Medaille bei den alle zwei Jahre stattfindenden Titelkämpfen. Bronze ging an Alexis Pinturault.

"Es war an der Zeit, zumindest eine Medaille zu gewinnen", sagte Kristoffersen in einem kurzen Interview im Zielraum. "Wirklich großartig! Wir haben so hart gearbeitet, gemeinsam mit meinem Vater, das Team, alle haben verrückt viel Arbeit reingesteckt. Ich weiß nicht, was ich sagen soll." Kristoffersens erster und bisher einziger Weltcup-Sieg im Riesentorlauf liegt fast vier Jahre zurück, beim Weltcup-Finale 2015 in Meribel gewann er vor dem Deutschen Fritz Dopfer. "Ich war so oft so nahe dran, aber heute war es ziemlich gut."

Hirscher in erlesenem Klub

Hirscher verpasste sein siebentes WM-Gold knapp, trat er aber einem exklusiven Klub bei. Denn nur vier andere Männer haben zehn oder mehr Medaillen gewonnen: Kjetil Andre Aamodt (12), Marc Girardelli (11), Lasse Kjus (11) und Benjamin Raich (10). "In Anbetracht der Umstände ist das heute gewaltig. Ich muss sehr zufrieden sein", sagte Hirscher, der am Mittwoch mit Erkältungssymptomen in Aare angekommen war und seinen einzigen Medientermin absagte.

"Gratulation an Henrik. Heute zweimal gnadenlos runtergedrückt das Gerät, und ein verdienter Weltmeister", zollte er seinem langjährigen Kontrahenten Beifall. Mit der verpassten Goldmedaille wollte er sich nicht belasten. "Ich glaube, das mit dem Liefern funktioniert gut. Aber mittlerweile, ganz ehrlich, mich lässt das kalt. Ich kann nicht immer einspringen, ich versuche es eh. Aber Nervosität verspüre ich deswegen keine mehr."

Für den Franzosen Pinturault gab es zum zweiten Mal in Aare Edelmetall, am Montag hatte er sich in der Alpinen Kombination durchgesetzt. Diesmal verpatzte er den zweiten Durchgang und hatte am Ende 0,42 Sekunden Rückstand auf Gold. "Ich bin sehr glücklich. Im Riesentorlauf bin ich noch bisschen hinter Hirscher und Kristoffersen", gab der 27-Jährige zu Protokoll. "Die beiden waren besser. Ich war nicht imstande, wirklich um den Sieg zu kämpfen."

Laufbestzeit von Marco Schwarz

Marco Schwarz verbesserte sich mit Laufbestzeit in der Entscheidung um elf Plätze auf Rang fünf - so weit vorne war der Kärntner im Weltcup in der Disziplin noch nie. "Wenn ich im ersten die Fehler nicht habe, würde das auch passen. Aber hätti-tätti-wari gibt es nicht. Mit dem fünften bin ich sehr glücklich", betonte der Kärntner, der bereits Kombi-Bronze und Team-Silber hier gewonnen hatte. "Die zwei Medaillen beflügeln sicher, dass ich da ohne Druck fahren kann."

Auf Platz neun landete Stefan Brennsteiner, auch für den Salzburger war es das bisher beste Resultat. "Auf dem Niveau ein Top-Ten-Ergebnis, da bin ich sehr zufrieden", freute sich Brennsteiner. "Der zweite Lauf war sehr am Limit. Leider war es, wie ich über die Ziellinie gefahren bin, sehr ärgerlich, weil ich zu viele Fehler gemacht habe. Trotzdem habe ich noch eine akzeptable Zeit runtergebracht."

Manuel Feller wurde 15. und sprach nachher davon, dass er sich etwas schwer auf dem Hang tue. "Letztes Jahr ist es schon mein schlechtestes Rennen gewesen, heute definitiv auch nicht mein bestes Skifahren", befand der Tiroler. "Nichtsdestotrotz habe ich alles probiert, ich habe mein Bestes gegeben. Mehr kann ich schlussendlich nicht machen."

Saisonende für Luitz

Der Halbzeit-23. Roland Leitinger fädelte im Finale ein. "Tollpatschige Geschichte. Ich hätte probiert, richtig Gas zu geben, das ist sich phasenweise auch ganz gut ausgegangen", sagte der Salzburger. Dann habe er jedoch die Linie und den Speed verloren, als er das Tempo wieder erhöhen wollte, passierte der Einfädler. "Der Ski ist mir einfach innen vorbeigefahren."

Pech hatte Stefan Luitz. Wie der Deutsche Ski-Verband (DSV) nach dem Rennen mitteilte, erlitt der Riesentorlauf-Spezialist bei einem Sturz im ersten Durchgang einen Innenbandeinriss im linken Knie. Das hätten Untersuchungen in einem Krankenhaus in Östersund ergeben. Luitz muss etwa vier bis sechs Wochen pausieren, was für ihn das Saisonende bedeutet. Der 26-Jährige hat bereits zwei Kreuzbandrisse hinter sich.

Restliches Programm der Ski-WM 2019 in Are

DatumUhrzeitBewerb
Samstag, 16. Februar11.00 Uhr/14.30 UhrDamen Slalom
Sonntag, 17. Februar11.00 Uhr/14.30 UhrHerren Slalom
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