Wintersport

Bode Miller schießt gegen FIS und ÖSV: "Was soll das?"

Von SPOX Österreich
Bode Miller kritisiert den ÖSV und die FIS.
© getty

Bode Miller hat in einem Interview vor der Ski-WM in Are die Machtverhältnisse im alpinen Skisport kritisiert. Dabei kamen sowohl der Weltverband FIS und der ÖSV nicht gut weg. Der US-Amerikaner könnte sich indessen vorstellen, den Ski-Weltcup auf das ganze Jahr auszuweiten.

"Ich könnte mir vorstellen, ein oder zwei Rennen pro Monat zu fahren", sagte Miller der Kleinen Zeitung. "Im europäischen Sommer auf der Südhalbkugel in Australien, Neuseeland oder Chile. Dann wäre es tatsächlich ein Weltcup und der Druch durch die vielen Rennen in kurzer Zeit und damit die Verletzungsgefahr würde ebenfalls kleiner werden."

Aktuell stehen mit den Rennen in Lake Louise, Beaver Creek und Killington nur drei Weltcup-Orte in Nordamerika auf dem Programm. Die restlichen Events finden in Europa statt.

Doch der Weltcup-Kalender ist nicht das einzige, das Miller gerne ändern würde. Dem vierfachen Weltmeister ist die Macht "einzelner Skifirmen und nationaler Verbände" ein Dorn im Auge. Konkret nennt Miller den ÖSV, aber dieser vertrete auch nur seine Athleten und seine Ausrüster. Das eigentliche Problem sei, dass die FIS zu schwach ist.

Bode Miller: "Athleten sollten Ausrüstung selbst wählen"

"Solange sie so viel Einfluss haben, dass sie eine Regeländerung bei der Taillierung durchsetzen können und alle anderen ihre Ski verbrennen und wegwerfen können, und zwei Jahre später ist wieder alles anders, so lange läuft etwas falsch", sagte Miller.

Und weiter: "Die Regeln, die die FIS aufstellt, sind nur zu deren eigenem Nutzen. Sie nützen nicht den Sportlern und nicht dem Sport. Also was soll das?"

Zwar gebe es Athletensprecher, die die Interessen der Sportler vertreten sollen, doch diese haben "keine wirkliche Mitsprache", meinte Miller. "Solange es keine objektive, unabhängige Institution gibt, die die Entscheidungen trifft, so lange sollten die Athleten ihre Ausrüstung selbst wählen können. Es ist ihr Sport, ihre Karriere, ihr Leben, das sie riskieren", sagte Miller, der einst aufgrund einer rechtlichen Auseinandersetzung mit seinem ehemaligen Ausrüster nicht im Weltcup starten konnte.

Miller gewann in seiner Karriere elf Medaillen bei Ski-Großergeignissen. Der Gewinner von 33 Weltcup-Rennen ist in Are als Experte für Eurosport tätig. Die Ski-WM startet am Dienstag mit dem Super-G der Damen (hier geht's zum LIVETICKER).

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