Eishockey-WM: Österreich gegen Russland chancenlos

Von APA
Sonntag, 06.05.2018 | 14:36 Uhr
Österreich hatte gegen Russland das Nachsehen
© GEPA

Der Olympiasieger war Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft erwartungsgemäß eine Nummer zu groß. Die ÖEHV-Auswahl bezog am Sonntag bei der WM in Kopenhagen gegen Russland eine 0:7 (0:3,0:3,0:1)-Abfuhr. Weiter geht es für die Österreicher am Dienstag (16.15 Uhr) gegen die Slowakei. Dann soll auch Verstärkung in Person von NHL-Stürmer Michael Raffl dabei sein.

Vor 9.500 Zuschauern in der Royal Arena sorgten Michail Grigorenko (10.), Artjom Anisimow (12.) und Alexander Barabanow (14.) schon im ersten Drittel mit drei Treffern für klare Verhältnisse. Danach spielten die Russen locker auf und erfreuten ihre Fans mit einigen weiteren schönen Toren.

Teamchef Roger Bader schonte Torhüter Bernhard Starkbaum, der nach seiner starken Leistung gegen die Schweiz am Vortag eine Ruhepause bekam, und verhalf so David Madlener zu seinem Debüt bei einer A-WM. Zudem musste Bader verletzungsbedingt umstellen. Statt des gegen die Schweiz schwer an einem Knie verletzten Steven Strong kam Patrick Peter zu seinem ersten Einsatz. Lukas Haudum, der nach einem geblockten Schuss einen geschwollenen Knöchel hat, fehlte ebenfalls.

Eishockey-WM: Die Tabelle der Gruppe A

PlatzTeamSpieleTordifferenzPunkte
1.Russland2+146
2.Schweden1+53
3.Frankreich2-33
4.Tschechien1+12
5.Schweiz1+12
6.Slowakei1-11
7.Österreich2-81
8.Weißrussland2-90

Die mit 14 Olympia-Goldmedaillengewinnern und sechs NHL-Spielern angereisten Russen ließen es zehn Minuten lang gemächlich angehen. Als sie einen Gang zulegten, war das zuviel für die Österreicher. Drei Tore innerhalb von 3:45 Minuten beendeten schnell die Träume von einer Sensation. Grigorenko (24.), Kirill Kaprisow (30.) und Maxim Mamin (38.) legten im Mitteldrittel nach. Ilja Michejew setzte in der 54. Minute den Schlusspunkt.

Die Mannschaft von Teamchef Ilja Worobjow feierte schließlich ihren zweiten Kantersieg. Zum Auftakt hatte die "Sbornaja" Frankreich ebenfalls mit 7:0 abgefertigt.

Die Stimmen

Roger Bader (Teamchef Österreich): "Die russische Mannschaft war zwei Klassen besser als wir, aber das überrascht mich nicht wirklich. Die russischen Spieler bringen das gesamte Package mit vom Speed, von den Skills, auch physisch sind sie besser als unsere Mannschaft. Dann spielen sie auch noch ein gutes Umschaltspiel: bei Scheibenverlust macht es zack, zack und sie sind bei uns vor dem Tor. Sie hätten auch höher gewinnen können als 7:0.

Wir wurden gezwungen, mit ihrem Tempo mitzulaufen und auch schnelle Entscheidungen zu fällen. Das ist uns nicht immer gelungen, weil es unsere Spieler schlichtweg nicht gewohnt sind. Es gibt einige Spieler, die damit besser zurechtgekommen sind, andere sind völlig durchgefallen. Das war aber nicht wirklich eine Überraschung. Natürlich sagt man das vor dem Spiel nicht, aber dass wir normalerweise gegen die Russen nicht den Hauch einer Chance haben, muss man auch erwarten. Ich bin seit Kleinauf ein Anhänger des russischen Eishockey. Natürlich genießt man es lieber, wenn man auf der Tribüne sitzt, als wenn man an der Bande steht. Aber man hat manchmal das Gefühl, man habe den besten Stehplatz im Stadion."

Konstantin Komarek (Stürmer Österreich): "Die ersten 20 Minuten waren okay, dann haben sie Katz und Maus gespielt. Wir waren zu naiv, wir machen zwei Wechselfehler, sie machen zwei Tore. Wir haben vier Kontertore bekommen, das geht einfach nicht. Jetzt waren es die Russen, wenn das gegen Frankreich passiert, werden es aus fünf, sechs, sieben Kontern auch zwei Tore sein. Das geht nicht bei der A-WM. Kein Profisportler will mit einem 0:7 vom Eis gehen. Aber ein Turnier ist eine Lernphase, zum Glück haben wir die wichtigsten Spiele in den letzten drei Spielen."

Dominique Heinrich (Verteidiger Österreich): "Daraus muss man lernen, dass es da nicht viel zu holen gibt, ist sehr wahrscheinlich. Wir versuchen natürlich in jeder Partie, Punkte zu holen, im Endeffekt waren wir aber weit weg. Sie spielen ein sehr hohes Tempo, da muss man schnelle Entscheidungen treffen. Gegen andere Gegner, die für uns wichtig sind, wie Frankreich oder Weißrussland, kann es ein Vorteil sein, wenn wir ein schnelles Spiel machen können."

David Madlener (Torhüter Österreich): "Es ist nicht nach Wunsch verlaufen, sieben Tore sind schon viel. Ist schon ein anderes Niveau, was ich gewohnt bin. Das einmal zu sehen, was eigentlich möglich ist, war schon lässig. Die schießen so schnell, das ist bei uns in der Liga nicht so, da hat der Torhüter Zeit, sich herzurichten. Man muss immer hellwach sein. Natürlich war ich ein bisschen nervös vor so einer Partie. Erste Eindrücke und die Erfahrung ist schon sehr was Cooles. Die letzten zwei Tore darf ich nicht bekommen. Es ist noch viel zu trainieren, dass man dorthin kommt, wo die sind."

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