Wintersport

Kuttin schießt gegen Pointner zurück, Kraft stärkt seinen Trainer

Von APA
Für Heinz Kuttin sind die Aussagen von Alex Pointner nicht akzeptabel
© GEPA

Bei einem Fußballmatch in der Turnhalle in Stams haben sich die ÖSV-Springer am Ruhetag der Tournee den Frust von der Seele gespielt. "Zum Glück geht es gleich weiter", meinte Stefan Kraft am Tag vor der Qualifikation in Innsbruck. Große Analysen brauchte er nach dem vorzeitigen Aus in Garmisch nicht, das Darts-WM-Finale im Fernsehen diente als Ablenkung. Die harsche Kritik von Ex-Coach Alex Pointner war aber dennoch Thema.

Kraft absolvierte am Dienstag zudem einige Kniebeugen mit Gewichten, auf Sprünge auf der Bergiselschanze verzichtete er. "Ich weiß, was ich zu tun habe", ließ sich der Doppel-Weltmeister durch die Enttäuschung beim Neujahrsspringen nicht aus der Spur bringen. "Das ist blöd gelaufen und abgehakt. Ich schaue nach vorne", betonte der Tourneesieger von 2015.

Druck keine Ausrede

Dass der Druck wegen der alleinigen Spitzenstellung im Team zu groß geworden sei, ließ Kraft nicht als Grund gelten. "Ich habe das nicht anders gespürt als im letzten Jahr."

Cheftrainer Heinz Kuttin blieb nach dem mannschaftlich schlechten Abschneiden nach außen hin ruhig. "Wir brauchen Gelassenheit, um wieder nach oben zu kommen", betonte der Kärntner. Der Sportliche Leiter Ernst Vettori sagte, man hinterfrage alle Bereiche. Damit meinte er aber keinesfalls die Position des Trainers.

Kraft stärkt Kuttin den Rücken

Doppel-Weltmeister Kraft hob hervor, dass er in den bisher vier Jahren mit Coach Kuttin viel Positives erlebt habe. "Wir (er selbst und Michael Hayböck, Anm.) haben uns unter Heinz zu Weltklassespringern entwickeln können. Wenn es nicht läuft, wird der Trainer attackiert, aber wir werden uns raushanteln. Wir haben uns im Sommer viel aufgebaut", erklärte der Weltcupsieger. Gregor Schlierenzauer stimmte seinem Kollegen zu. Man dürfe in dieser Situation nicht gleich alles über den Haufen werfen.

Für Kuttin ist diese Bestätigung seiner Arbeit wichtig. In dieser Phase sei es für alle Betreuer und Athleten das Wichtigste, zusammenzustehen. "Für uns ist die Emotion derzeit nicht so positiv, aber wir gehen mit Freude zur Schanze. Wenn etwas nicht gut läuft, muss man das akzeptieren und von diesem Stand weiterarbeiten."

Pointners Kritik sei Marketingstrategie

Dass angesichts der aktuell schlechten Resultate Kritik aufkomme, verstehe er, sagte Kuttin. "Nicht verständlich und nicht akzeptabel ist aber die Kritik von Alex Pointner", erklärte Kuttin in Richtung seines Vorgängers, der ihn in seiner Zeitungskolumne in der Tiroler Tageszeitung und in Interviews mehrfach scharf kritisiert hatte. Eine Marketingstrategie auf Kosten anderer zu verfolgen, sei nicht akzeptabel, stellte Kuttin fest.

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