Mittwoch, 15.02.2017

FIS-Speed-Direktor Hannes Trinkl fürchtete um Ski-Exoten

"Hatte Angst, dass jemand stirbt"

FIS-Speed-Direktor Hannes Trinkl schwante vor der WM-Abfahrt in St. Moritz Übles. Der 49-Jährige befürchtete gar Tote.

FIS-Speed-Direktor Hannes Trinkl schwante vor der WM-Abfahrt Übles. Trinkl, 2001 selbst Abfahrts-Weltmeister, fürchtete um das Wohl der Ski-Exoten und ging sogar von Toten aus. Im Interview mit den OÖN sagte er auf die Frage, ob froh drüber sei, dass die WM für ihn vorbei ist: "Und wie. Ich war noch nie so froh, als ich die Ortstafel im Rückspiegel gesehen habe. Ich hatte vom ersten Tag an eine Riesenangst, dass jemand stirbt. Da haben viele Exoten mit ihrem Leben gespielt. Die können schon Ski fahren, aber sie haben keine Abfahrts-Erfahrung."

Trinkl weiter: "Ich kann nicht auf einer Welle einen Riesentorlaufschwung machen, das geht nicht. Irgendwann habe ich sie dann beim Startrichter zusammengetrommelt und ihnen glasklar gesagt: Wenn von denen noch einer etwas riskiert, dann brechen wir ab. Aus, Schluss." Laut Trinkl müsste es künftig ein noch intensiveres Auswahlverfahren geben: "Man müsste das noch stärker über die Leistung regeln."

Künftig Vorausscheidungen für WM-Abfahrten?

One hell of a ride: Die schlimmsten Stürze auf der Streif
Die Streif in Kitzbühel gilt als die schwierigste Abfahrt der Herren im alpinen Ski-Weltcup - eine Chronologie der schwersten und spektakulärsten Streif-Unfälle seit 1987 und ihre Folgen.
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Die Streif in Kitzbühel gilt als die schwierigste Abfahrt der Herren im alpinen Ski-Weltcup - eine Chronologie der schwersten und spektakulärsten Streif-Unfälle seit 1987 und ihre Folgen.
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23.1.1987: Der Kanadier Todd Brooker kommt bei der Einfahrt zum Zielhang zu Sturz. Er erleidet eine Gehirnerschütterung, einen Nasenbeinbruch, Gesichtsverletzungen und eine Knieverletzung und beendet am Saisonende seine Karriere.
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23.1.1987: Der Kanadier Todd Brooker kommt bei der Einfahrt zum Zielhang zu Sturz. Er erleidet eine Gehirnerschütterung, einen Nasenbeinbruch, Gesichtsverletzungen und eine Knieverletzung und beendet am Saisonende seine Karriere.
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14.1.1989: Brian Stemmle zieht sich bei der Steilhang-Ausfahrt lebensgefährliche Verletzungen zu und liegt tagelang auf der Intensivstation. Stemmle kehrt Jahre später sogar wieder zurück, muss nach einem weiteren Kitz-Sturz aber seine Karriere beenden.
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14.1.1989: Brian Stemmle zieht sich bei der Steilhang-Ausfahrt lebensgefährliche Verletzungen zu und liegt tagelang auf der Intensivstation. Stemmle kehrt Jahre später sogar wieder zurück, muss nach einem weiteren Kitz-Sturz aber seine Karriere beenden.
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9.1.1991: Bill Hudson wird die Mausefalle zum Verhängnis. Bei einem schweren Sturz erleidet er einen Schulterblattbruch, eine Fraktur des vierten Brustwirbelkörpers, einen Speichenbruch links sowie Lungenverletzungen.
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9.1.1991: Bill Hudson wird die Mausefalle zum Verhängnis. Bei einem schweren Sturz erleidet er einen Schulterblattbruch, eine Fraktur des vierten Brustwirbelkörpers, einen Speichenbruch links sowie Lungenverletzungen.
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14.1.1995: Der Italiener Pietro Vitalini verschneidet an der Hausbergkante, wird über das Sicherheitsnetz geschleudert und stürzt weit den Hang hinunter. Dank tagelangem Schneefall bleibt Vitalini wie durch ein Wunder unverletzt.
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14.1.1995: Der Italiener Pietro Vitalini verschneidet an der Hausbergkante, wird über das Sicherheitsnetz geschleudert und stürzt weit den Hang hinunter. Dank tagelangem Schneefall bleibt Vitalini wie durch ein Wunder unverletzt.
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10.1.1996: Im Training stürzen mehrere Läufer wie Andreas Schifferer, Pepi Strobl oder Lasse Kjus schwer. Schifferer erleidet beim Sturz am Zielsprung ein Schädel-Hirn-Trauma und liegt drei Tage im Koma.
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10.1.1996: Im Training stürzen mehrere Läufer wie Andreas Schifferer, Pepi Strobl oder Lasse Kjus schwer. Schifferer erleidet beim Sturz am Zielsprung ein Schädel-Hirn-Trauma und liegt drei Tage im Koma.
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23.1.1998: Der Österreicher Roland Assinger prallt in der zweiten Sprintabfahrt gegen eine Streckenbegrenzung und muss verletzt ins Krankenhaus geflogen werden. Die Karriere ist zu Ende.
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23.1.1998: Der Österreicher Roland Assinger prallt in der zweiten Sprintabfahrt gegen eine Streckenbegrenzung und muss verletzt ins Krankenhaus geflogen werden. Die Karriere ist zu Ende.
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21.1.1999: Patrick Ortlieb erleidet bei einem Sturz an der Hausbergkante u.a. einen Trümmerbruch im rechten Oberschenkel. Die Karriere des Olympiasiegers ist vorzeitig zu Ende.
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21.1.1999: Patrick Ortlieb erleidet bei einem Sturz an der Hausbergkante u.a. einen Trümmerbruch im rechten Oberschenkel. Die Karriere des Olympiasiegers ist vorzeitig zu Ende.
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20.1.2005: Der Österreicher Thomas Graggaber erleidet bei einem Trainingssturz Serienrippenbrüche sowie schwer Verletzungen an Schulter und Lunge. Seine Karriere ist zu Ende.
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20.1.2005: Der Österreicher Thomas Graggaber erleidet bei einem Trainingssturz Serienrippenbrüche sowie schwer Verletzungen an Schulter und Lunge. Seine Karriere ist zu Ende.
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16.1.2008: Andreas Buder zieht sich beim Trainings-Sturz auf der Streif u.a. einen Bruch des rechten Schienbeinkopfes zu und muss sechs Monate pausieren. Der Niederösterreicher erfängt sich davon nie mehr richtig.
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16.1.2008: Andreas Buder zieht sich beim Trainings-Sturz auf der Streif u.a. einen Bruch des rechten Schienbeinkopfes zu und muss sechs Monate pausieren. Der Niederösterreicher erfängt sich davon nie mehr richtig.
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19.1.2008: Der US-Amerikaner Scott Macartney stürzt beim umstrittenen Zielsprung schwer. Macartney wird wegen eines Schädel-Hirn-Traumas in künstliches Koma versetzt. Erst im Dezember 2008 gibt er in der Abfahrt in Lake Louise sein Comeback.
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19.1.2008: Der US-Amerikaner Scott Macartney stürzt beim umstrittenen Zielsprung schwer. Macartney wird wegen eines Schädel-Hirn-Traumas in künstliches Koma versetzt. Erst im Dezember 2008 gibt er in der Abfahrt in Lake Louise sein Comeback.
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22.1.2009: Daniel Albrecht stürzt im Training beim Zielsprung schwer, erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Lungenquetschung und liegt drei Wochen im künstlichen Koma. Erst 22 Monate später kehrt er in den Weltcup zurück. Der Erfolg bleibt aus.
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22.1.2009: Daniel Albrecht stürzt im Training beim Zielsprung schwer, erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Lungenquetschung und liegt drei Wochen im künstlichen Koma. Erst 22 Monate später kehrt er in den Weltcup zurück. Der Erfolg bleibt aus.
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21.1.2011: Hans Grugger verliert beim Mausefalle-Sprung die Kontrolle, schlägt bei der Landung mit dem Kopf. Er erleidet schwere Kopf- und Brustkorbverletzungen, befindet sich in Lebensgefahr und wird fünfeinhalb Stunden notoperiert.
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21.1.2011: Hans Grugger verliert beim Mausefalle-Sprung die Kontrolle, schlägt bei der Landung mit dem Kopf. Er erleidet schwere Kopf- und Brustkorbverletzungen, befindet sich in Lebensgefahr und wird fünfeinhalb Stunden notoperiert.
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22.1.2013: Andrej Jerman kommt zu Sturz, will weiterfahren, bricht aber auf der Rennpiste zusammen und wird mit dem Helikopter abtransportiert. Mit einer Gehirnerschütterung kommt er glimpflich davon, gibt aber wenige Tage später seinen Rücktritt bekannt.
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22.1.2013: Andrej Jerman kommt zu Sturz, will weiterfahren, bricht aber auf der Rennpiste zusammen und wird mit dem Helikopter abtransportiert. Mit einer Gehirnerschütterung kommt er glimpflich davon, gibt aber wenige Tage später seinen Rücktritt bekannt.
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20.1.2015: Der Südtiroler Christof Innerhofer kracht im Training bei der Steilhangausfahrt mit 100 km/h in die Fangnetze und erleidet ein Schleudertrauma. Er bestreitet die Rennen und wird im Super-G Neunter und in der Abfahrt Sechster.
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20.1.2015: Der Südtiroler Christof Innerhofer kracht im Training bei der Steilhangausfahrt mit 100 km/h in die Fangnetze und erleidet ein Schleudertrauma. Er bestreitet die Rennen und wird im Super-G Neunter und in der Abfahrt Sechster.
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19.1.2016: Max Franz kommt nach der Hausbergkante zu Sturz, fliegt ins Netz und zieht sich einen Kapseleinriss im linken Kniegelenk, einen Riss des vorderen Syndesmosebandes im linken Sprunggelenk und eine Absprengung am Mondbein am linken Handgelenk zu.
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19.1.2016: Max Franz kommt nach der Hausbergkante zu Sturz, fliegt ins Netz und zieht sich einen Kapseleinriss im linken Kniegelenk, einen Riss des vorderen Syndesmosebandes im linken Sprunggelenk und eine Absprengung am Mondbein am linken Handgelenk zu.
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21.1.2016: Im zweiten Training wird an fast der gleichen Stelle der Tiroler Florian Scheiber abgeworfen. Die Diagnose lautet Riss des vorderen Kreuzbandes und Riss des inneren und äußeren Meniskus im rechten Knie.
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21.1.2016: Im zweiten Training wird an fast der gleichen Stelle der Tiroler Florian Scheiber abgeworfen. Die Diagnose lautet Riss des vorderen Kreuzbandes und Riss des inneren und äußeren Meniskus im rechten Knie.
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23.1.2016: Die Abfahrt wird zur Sturz-Orgie. Genau am Übergang von Kompression zur Schrägfahrt erwischt es der Reihe nach die Österreicher Georg Streitberger und Hannes Reichelt sowie den Norweger Aksel Lund Svindal.
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23.1.2016: Die Abfahrt wird zur Sturz-Orgie. Genau am Übergang von Kompression zur Schrägfahrt erwischt es der Reihe nach die Österreicher Georg Streitberger und Hannes Reichelt sowie den Norweger Aksel Lund Svindal.
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23.1.2016: Die Folgen der Abflüge sind erschreckend: Für den im Gesamtweltcup führenden Svindal und auch Streitberger ist die Saison vorbei, beide erleiden einen Riss des vorderen Kreuzbandes und des Meniskus im rechten Knie.
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23.1.2016: Die Folgen der Abflüge sind erschreckend: Für den im Gesamtweltcup führenden Svindal und auch Streitberger ist die Saison vorbei, beide erleiden einen Riss des vorderen Kreuzbandes und des Meniskus im rechten Knie.
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Rückendeckung bekommt er mit dieser Forderung auch von FIS-Präsident Gian Franco Kasper, der sich eine Vorausscheidung für WM-Abfahrten vorstellen kann: "Man kann sich überlegen, ob man eine Qualifikation für die Abfahrt macht. Nicht unbedingt auf der WM-Strecke, sondern vorher", sagte der Schweizer in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

In St. Moritz stürzten in den schnellen Disziplinen einige Athleten aus Ländern ohne Ski-Tradition und verletzten sich zum Teil schwer. "Ich glaube, dass sich viele Fahrer aus diesen Nationen überschätzen. Die haben eine WM im Kopf, riskieren alles, und die Konsequenz sind schwere Stürze."

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