Tennis

Stefan Koubek und Jurij Rodionov über Fehler beim Davis-Cup-Duell gegen Chile

Von APA
Jurij Rodionov
© GEPA

Beinahe hätte Österreichs Davis-Cup-Team nach der Absage von Dominic Thiem die Außenseiter-Rolle gegen Chile abgeworfen und die Überraschung geschafft. Am Ende fehlte Dennis Novak und Co. in Salzburg nur ein Tiebreakgewinn zum Madrid-Ticket für das neue Final-Turnier im November. Nun sieht sich die Equipe schon im September wieder, wenn es in den Play-offs um den Verbleib in der Weltgruppe geht.

Beim Stand von 2:1 für Österreich nach dem von Oliver Marach/Jürgen Melzer gewonnenen Doppel hatte es Novak gegen Nicolas Jarry in der Hand. Beim Stand von 4:6,6:3 aus Sicht Novaks ging es im seit diesem Jahr in der Weltgruppe entscheidenden dritten Satz ins Tiebreak. "Die Chance war riesengroß, aber da war Jarry unglaublich konzentriert. Ich kann Dennis nichts vorwerfen, er hat alles versucht und es hat nicht sein sollen heute", erklärte ÖTV-Kapitän Stefan Koubek.

Am Ende war die Enttäuschung bei den Gastgebern groß. "Bitter. Wir haben nach dem Doppel echt eine super Ausgangsposition gehabt, aber wir haben gewusst, es ist noch nicht fertig", resümierte Koubek. "Bei 2:2 ist es für jeden schwer, da reinzugehen und wenn du 19 bist und zum ersten Mal dabei: Da ist schon viel auf den Jurij zugekommen."

Rodionovs Lehren

ÖTV-Debütant Jurij Rodionov, der anstelle von Thiem in die österreichische Nationalmannschaft nominiert wurde, gab danach zu, dass er mit der Situation überfordert war. "Es ist nicht leicht, gleich beim ersten Davis Cup eine so wichtige Rolle zu spielen als zweiter Einzelspieler", sagte der Teenager, der sich ausdrücklich bei Koubek für dessen Vertrauen bedankte.

Gelernt hat der "Rohdiamant" jedenfalls einiges in seiner ersten Davis-Cup-Woche. Unter anderem auch, dass auch das Mitfiebern und Anfeuern der Teamkollegen viel Energie kostet. "Es war ein Fehler von mir, dass ich im Doppel den größten Teil zugeschaut habe. Das ist sehr kräftezehrend gewesen", gestand der Niederösterreicher. "Ich blicke trotzdem positiv in die Zukunft und hoffe, dass es der Grundstein war für meine Davis-Cup-Karriere. Von jetzt an kann es nur besser werden."

So wird die Premiere im reformierten, lukrativen Finalturnier der 18 besten Nationen vom 18. bis 24. November in Madrid ohne Österreich in Szene gehen. Der ÖTV muss wieder kleinere Brötchen backen, und am Mittwoch auf eine gute Auslosung hoffen. Der Kandidatenkreis der gegnerischen Nationen wird vom internationalen Tennisverband (ITF) erst am Montag, nach Erstellung des Nationenrankings, verlautbart, hieß es am Sonntag von Seiten der ITF.

Entscheidung für Sand im Nachhinein unglücklich

"Nachdem wir jetzt schon sehr oft zu Hause gespielt haben, werden die Chancen immer geringer", sagte Koubek, der sich natürlich wieder ein Heimspiel wünschen würde. Über mögliche Gegner konnte er auch noch nichts sagen und gab zu: "Ich war eigentlich in Madrid (mit den Gedanken, Anm.)."

Madrid wäre freilich mit einem fitten Dominic Thiem wesentlich wahrscheinlicher gewesen. "Es wäre auch schön gewesen, wenn wir es ohne Dominic gewonnen hätten. Aber wir wissen, wenn Dominic als Top-Ten-Spieler dabei ist, schaut das Ganze vielleicht anders aus", erklärte der Kärntner.

Auch die Belagswahl Sand hat sich im Nachhinein eher als Bumerang denn als Vorteil erwiesen. "Sand war für Dominic ausgelegt, weil er danach nach Südamerika gehen wollte. Wenn ich das vorher weiß, spielen wir wahrscheinlich nicht auf Sand", sagte Koubek. Doch das sei herumphilosophieren, er würde bei gleicher Ausgangslage wieder der Nummer 1 die Entscheidung überlassen.

Österreich - Chile: Die Partien im Überblick

DatumÖsterreichChileErgebnis
Fr., 01.02.2019Jurij RodionovNicolas Jarry5:7, 5:7
Fr., 01.02.2019Dennis NovakChristian Garin6:4, 6:4
Sa., 02.02.2019Oliver Marach/Jürgen MelzerJulio Peralta/Hans Podlipnik6:4, 2:6, 7:5
Sa., 02.02.2019Dennis NovakNicolas Jarry4:6, 6:3, 6:7 (2)
Sa., 02.02.2019Jurij RodionovChristian Garin2:6, 1:6
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