Tennis

Karim Hossam: Erfolgreicher Tennis-Junior und die Wettmafia

Von SPOX Österreich
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Noch vor fünf Jahren war Karim Hossam aus dem Tennissport nicht wegzudenken. Der Sportler gehörte im Bereich der Tennis-Junioren zu den Besten weltweit. Statt die Karriereleiter weiter hinaufzuklettern, ließ er sich stattdessen mit der Wettmafia ein. Ein Whistleblower spielte BBC Dokumente zu, die erklären, wie der Fall ablief.

Wir schreiben das Jahr 2014. Der Tennisspieler Karim Hossam war damals 19 Jahre alt und hatte vier ITF-Turniersiege hinter sich. In der ATP-Rangliste der Welt lag er auf Platz 337. Hossam war nicht nur Nachwuchsspieler, sondern auch Hoffnungsträger aus Ägypten. Bereits im Jahr 2012 war der Sportler im Bereich der Junioren die Nummer 11.

Eine Frage, die alles veränderte

Es begann laut der BBC-Enthüllung mit einer einfachen Frage. "Möchtest du ein Match verlieren und dafür 1.000 Dollar kriegen?" Das unmoralische Angebot erhielt der Sportler Ende Dezember 2013. Das Spiel gegen die Weltnummer 9, Richard Gasquet. Sollte Hossam den ersten Satz verlieren, würde er 1.000 Dollar bekommen. Seine Antwort war allerdings eindeutig. "Ich spiele gegen Gasquet. Ich bin nicht hier, um das Match zu verkaufen." Obwohl Hossam 10.700 Dollar Preisgeld kassierte, holte ihn die Realität danach schnell wieder ein.

Er verlor in Ägypten häufig und die Entwicklung stagnierte. Als Preisgeld gab es nur noch ein paar hundert Dollar und der Sportler musste vorrangig auf die Ersparnisse seines Vaters hoffen. Er wird nochmals vom Mann kontaktiert, der ihn schon einmal zur Spielmanipulation verleiten wollte.

Die erste Zusage

Die gleiche Frage, doch Hossam sagt zu. Eigenen Aussagen zufolge habe er es vor allem aus Neugierde gemacht. Er wollte es nur ausprobieren, weil er dachte, dass der Typ ihn belügen würde. Er wusste damals nicht, dass Sportwetten existierten. Doch es klappte. Er verlor, erhält 104 Dollar Preisgeld und dazu 1.000 Dollar.

Hossam offenbart sich seinem Vater, der wiederum sehr verärgert war. Das Tennistalent versuchte daher, auf die kommenden Angebote nicht einzugehen. Der Reiz und der Wunsch nach dem schnellen Geld waren allerdings größer. Er nimmt weiter Geld an, verlor Matches. Doch nicht nur Hossam unterliegt dieser Versuchung, sondern noch etwa 20 weitere Tennisspieler zur gleichen Zeit.

Innerhalb des Wettrings steigt Hossam zum Mittelsmann auf. Er hilft fast vier Jahre lang, Spiele in Nigeria, Ägypten und Tunesien zu manipulieren. Er sorgte dafür, dass auch andere Spieler Geld erhielten, wenn sie bestimmten Vorgaben entsprachen (z.B. den ersten Satz verlieren und dann gewinnen).

Hossam wird erwischt

Karim Hossam ist 24 und wird im Juni 2017 erwischt. Er erzählte den Ermittlern, dass er sich das Tennisspielen einfach nicht mehr leisten konnte. Er hatte keine Einnahmen und wurde auch von seinem Vater nicht mehr unterstützt. Er hoffte daher auf einen Profit, wenn er mit der "Tennis Integrity Unit" zusammenarbeitet.

Stattdessen wird Hossam im Juli 2018 gesperrt - lebenslang. Hossam ist enttäuscht und gibt an, dass er nun noch mehr auf Sportwetten wetten werde. Er ist auch nach seiner Sperre als "Match-Fixer" aktiv und bot einem Spieler 3.500 Dollar. Es flog alles auf und der unseriöse Sportwetten-Anbieter zog sich zurück. Noch immer gibt es viele beteiligte Spieler, die nach wie vor im Tennis aktiv sind und aufgrund fehlender oder mangelhafter Beweise nicht verurteilt werden konnten.

Das Wettgeschäft blüht ebenfalls und weiterhin ist nicht bekannt, um welchen Wettanbieter es sich handelte und wer die Hintermänner waren. Dennoch kann gesagt werden, dass es den ehrlichen und echten Sportwetten keinen Abbruch tut. Das Sportwetten-Geschäft boomt weiterhin - aber auf legale Art und Weise!

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