Radsport

Vom Privatvergnügen zum Rennsport - das ist der Weg

Von SPOX Österreich
Freitag, 02.03.2018 | 16:00 Uhr
Wer zum Profisportler umsatteln will, braucht das entsprechende Equipment, perfekte Einzel und Erfahrung
© pixabay.com © Pexels (CC0 Public Domain)

Auf dem Sattel ihrer Räder fühlen sie sich wohl und sie haben große Ziele. Kristina Vogel lugt auf zwei weitere Goldmedaillen, um im Bahnradfahren die ewige Rangliste gemeinsam mit der Australierin Anna Meares anführen zu können. Der Spanier Alejandro Valverde hat bereits sein persönliches Etappenziel erreicht.

In Abu Dhabi gewinnt der 37-Jährige sowohl die Schlussetappe als auch die Rundfahrt. Auf der anderen Seite, im privaten Radsport, rüsten sich diejenigen, die sich schneebedeckte und vereiste Straßen wegwünschen, um sich endlich wieder auf ihr Rad schwingen zu können. Doch wie führt eigentlich der Weg vom privaten Radsport in den Profi-Radsport?

Profi-Equipment könnte zum Profi-Erfolg führen

Wer privat bereits großer Fan des Radsports ist und mehr Zeit auf dem Fahrrad verbringt, als nur zehn Minuten am Tag, der könnte mit einer effektiven Form des Radsporttrainings beginnen, für das diese Ausstattungsmerkmale des Rennrads entscheidend sind:

  • Rahmenhöhe des Rennrads. Es gibt eine Formel, die es ermöglicht, die perfekte Rahmenhöhe des Rennrads auszurechnen. Das Produkt aus Schrittlänge und dem Faktor 0,885 ergibt dabei die Sitzhöhe.
  • Lenker des Rennrads. Für den Lenker gibt es ebenfalls eine Empfehlung, vor allem in punkto Breite: 42 Zentimeter sind die empfohlene Breite eines Lenkers. Ein breiterer Lenker könnte die Fahrsicherheit optimieren. Ein schlankerer Lenker ist in punkto Aerodynamik zu begrüßen.
  • Keine schrägen Kettenlinien. Experten raten von Rädern mit schrägen Kettenlinien, die vor allem bei der Ketteblatt-Ritzel-Kombination vorhanden sind, nachdrücklich ab. Der Grund: Der Verschleiß ist hoch und die Kraftübertragung ist suboptimal.
  • Reifenwahl beim Rennrad. Ein Leichtgewicht mit möglichst hoher Stabilität, das sollte der Reifen eines Rennrads sein. Diese Wünsche werden aufgrund der mehrschichtigen Konstruktion wahr, die aus Kern, Karkasse und Lauffläche besteht.
  • Wer sich - ausgestattet mit diesem Experten-Know-how - auf die Suche nach dem passenden Rennrad macht, findet beim Fachhändler sicherlich das passende Modell.

Mit viel Training zur effektiven Einzeltechnik

Wer ausgestattet mit einem Profi-Rennrad ans Training geht, der hat bereits einiges richtig gemacht. Nun gilt es noch, die richtige Technik zu erlernen.

  • Sitzposition. Wer sich aufs Rennrad schwingt, sitzt erst dann richtig, wenn die Position bequem und entspannt, effizient und auch langfristig wenig ermüdend ist. Wer auf eine bequeme Tour setzt, muss sich von seinem Gefühl leiten lassen. Beginnend mit einer aufrechten Sitzposition kann die Haltung immer tiefer werden. Eine schrittweise Dehnung der Rückenmuskulatur wird empfohlen.
  • Richtig Bremsen. Highspeed ist nötig um zu gewinnen, doch auch gekonntes Bremsen ist nötig, um das Fahrrad allzeit im Griff zu haben. Die Hände liegen grundsätzlich locker auf den Bremsen und umklammern diese nicht. Vor allem das Bedienen der Vorderbremse erfordert viel Können. Hier herrscht sonst Schleudergefahr. In Kurven oder auf Strecken, die bergab führen, ist die Hinterradbremse die bessere Wahl.
  • Richtig Treten. Um nicht nur schnell, sondern auch effizient voran zu kommen, kommt es auf die Trittfrequenz an. Dieser Fachbegriff bezeichnet eine komplette Pedalbewegung und zwar pro Minute. Entscheidende Faktoren, die die Trittfrequenz beeinflussen sind auch Gelände, Gruppe und Gegenwind. Die meisten Rennradler schwören auf Werte zwischen 70 und 90 Umdrehungen pro Minute.
  • Richtig Schalten. Wer die Vielzahl der Gänge als unnötige Spielerei abtut, der vergibt sich die Chance, die eine Veränderung der Kraftübertragung mit sich bringen kann. Wichtig ist, zur richtigen Zeit einen anderen Gang einzulegen, also beispielsweise zum Beginn einer Steigung. Aber Achtung: Auch das erfordert Übung, denn wer zu früh schaltet, muss unnötig häufig treten.

Diese Manöver stehen auf der Strecke an

Wer ausgestattet mit dem passenden Fahrrad und mit der gut eingeübten Grundtechnik den Weg auf die Strecke wagt, tut dies - bei einem Rennen - nicht allein. Um für Zeitfahrten, Sprint und Bergfahrten bestens gerüstet zu sein, empfiehlt sich diese Vorbereitung:

  • Zeitfahren. Beim Zeitfahren geht es um den perfekten Tritt. Dieser kann durch die Kombination von Leerlauf und starrer Nabe trainiert werden. Das heißt auch: Die Trittfrequenz ist hoch. Zeitfahren ist grundsätzlich für die Radler geeignet, die lange Beine und gut gedehnte Muskeln haben. Das ermöglicht eine hohe Übersetzung.
  • Sprinten. Wer ein Profi im Sprint werden möchte, muss mitunter auch an seiner mentalen Stärke arbeiten. Angstlosigkeit und Selbstvertrauen gehören ebenso zu einem erfolgreichen Sprint wie körperliche Gegebenheiten. Hinzu kommt die Fähigkeit des perfekten Timings und der totalen Kontrolle über die eigene Muskulatur.
  • Bergfahren. Fern ab von der geteerten Straße erwartet die Radfahrfans eine ganze andere Herausforderung, die sich vor allem himmelhoch erstreckt: der Berg, den es zu bezwingen gilt. Wer im Bergfahren glänzt, zählt meist zu den Leichtgewichten. Die aerobe Leistungsfähigkeit ist beachtlich. Das heißt, es wäre grundsätzlich unendlich lange möglich, auf dem Rennrad zu radeln. Um die Fähigkeiten des Bergfahrens verbessern zu können, empfehlen Experten Intervalltraining, bei dem die Trainingsherzfrequenz im blauen oder roten Bereich liegt. Die Trittfrequenz pendelt sich hier bei 85 Umdrehungen pro Minute ein.
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